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Vorsicht, Emotionen

Vielen Anleger fällt es schwer, Entscheidungen über eine Allokation unemotional zu treffen. Der sicherste Weg, die von der Verhaltensökonomie beschriebenen Fehler zu vermeiden, ist ein systematischer Ansatz.

03.02.2022 | 07:30 Uhr von «Martin Leinweber und Jörg Willig»

Kryptoassets sind eine junge Assetklasse. Die Preise einzelner Assets weisen hohe Schwankungsbreiten auf, was gerade für Anleger mit hohen Investionsquoten mentale Probleme mit sich bringt.

Risiken durch mangelnde Struktur

Hohe Investitionsquoten in einer sehr volatilen Anlageklasse führen zu starken Schwankungen des Gesamtvermögens eines Anlegers. Den negativen Einflüssen von Emotionen auf das Verhalten sind damit Tür und Tor geöffnet. War es eben noch die mit einem starken Anstieg einhergehende Euphorie, die den Anleger umtrieb, so ist es wenige Wochen später die Sorge um das Ausmaß etwaiger Verluste. Beide Phasen können zu strategischen Fehlentscheidungen führen, die sich im Zusammenspiel verstärken können.

In einer Phase starker Kursgewinne werden Positionsgrößen oftmals nicht auf festgelegte Zielquoten zurückgeführt. Gerade die starken Anstiege vieler Kryptoassets führen dann zu einer Dominanz dieser Anlagen im Gesamtportfolio. Im Zuge einer Korrektur verschwinden dann teils enorme Buchgewinne, was neben den finanziellen Folgen auch emotionale Herausforderungen für die Investoren mit sich bringt.

“The idea that the future is unpredictable is undermined every day by the ease with which the past is explained.”

— Daniel Kahnemann

Emotionen, die zu Fehlentscheidungen führen, können sowohl auf vorangegangen großen Gewinnen als auch auf hohen Verlusten gründen. Eine sehr erfolgreiche Position im Portfolio wird im Rückblick vollständig den eigenen Fähigkeiten und nicht einer möglicherweise allgemeinen Marktentwicklung zugeschrieben. Das derart gepflegte Ego kann die Anleger dann in immer größer werdende Positionen treiben und sie später dazu bewegen, an Investments festzuhalten, die zumindest temporär ihre beste Zeit hinter sich haben. Dieses Muster ist vom Aktienmarkt bekannt, an dem die beste Zeit eines bestimmten Sektors oder Anlagethemas oft genau dann endet, wenn der mediale Hype am lautesten ist.

Auch hohe Verluste führen auf verschiedene Weise zu Stress. Neben der Hoffnung, alles werde sich schon bald wieder zum Guten wenden, fürchten Anleger sich auch davor, ein Wertpapier mit Verlust glattzustellen, weil dieses kurz darauf wieder anziehen könnte. Sehr gefährlich ist auch das so genannten “revenge trading”. So wird das Verhalten von Anlegern beschrieben, die mit einem bestimmten Asset oder einer bestimmten Assetklasse Verluste erzielt haben und nun versuchen, diese mit dem gleichen Asset wieder wettzumachen. Dies mündet in der Regel im Zustand der fachlichen Unzurechnungsfähigkeit, die im Pokerspiel mit dem Begriff “Tilt” bezeichnet wird. Ein Kennzeichen für diesen Zustand ist das so genannte “doubling down”, der Ausbau einer Verlustposition.

Notwendige Bedingung: Disziplin

Investoren sind gut beraten, sich dieser menschlichen Schwächen bewusst zu sein und sie im Risikomanagement zu berücksichtigen. Dabei gilt es auch, simple mathematische Gesetzmäßigkeiten nicht zu ignorieren. Jeder Anleger weiß um die überproportional zunehmende Gefahr großer Drawdowns. Um einen Kursverlust von 10% auszugleichen ist ein Ertrag von lediglich 11% notwendig, bei einem Rücksetzer von 50% sind es hingegen 100%. Alle Anleger kennen diese Werte, aber nur wenige beachten sie bei der Auswahl einer Strategie. Nicht selten wird jedoch lediglich auf den mittleren Ertrag geschaut, eine gerade bei Assets, die sehr stark angestiegen sind, sehr lückenhafte Betrachtungsweise.

Das Risiko nicht aus dem Auge verlieren

Die folgende Grafik zeigt rein illustrativ die Entwicklung verschiedener Portfolios, die allesamt den gleichen mittleren monatlichen Ertrag aufweisen. Lediglich die Volatilität steigt von Strategie zu Strategie. Ab einem gewissen Niveau dreht der Gesamtertrag der Strategie trotz einer im Mittel positiven Rendite sogar ins Negative.

Abb-1-1-2-22
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Es ist offensichtlich keine gute Idee, allein den potentiellen Ertrag einer Strategie zu maximieren. In sehr guten Marktphasen wird dieser strukturelle Fehler durch breite Kursgewinne übertüncht. Es braucht jedoch keinen Abwärtsmarkt, um mit einer zu aggresiven Stratgie Verluste einzufahren.

Keep it simple

Schon einfache Regeln können bei der Vermeidung der gefährlichsten Fehler im Porftoliomanagement hilfreich sein. Die folgende Grafik zeigt die Resultate eines realen Kryptoportfolios, das auf einem vergleichsweise simplen Momentum-Ansatz und rigidem Verlustmanagement basiert.

Abb-2-1-2-22
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Auch diese Strategie weist Drawdowns auf, diese sind im Vergleich zum Gesamtmarkt jedoch niedriger. Mental stellt eine solche Strategie zwei Anforderungen an die Nutzer. Zum einen ist die Trefferquote gering. Nur ein geringer Anteil aller Transaktionen führt zu Gewinnen, die dann jedoch spürbar sind. Der Großteil der Positionen wird mit kleinen Verlusten geschlossen, um größere Risiken zu vermeiden. In bestimmten Phasen müssen die Anleger zudem die Füße längere Zeit still halten. Anlegern mit der notwendigen Disziplin bietet ein solcher Ansatz jedoch die Chance auf langfristig auch risikoadjustiert gute Kennzahlen.

Eine Strategie muss passen

Anleger müssen eine Strategie sorgfältig auswählen, denn diese muss sowohl zur gesamten Anlagestrategie als auch zum Charakter des Anlegers passen. Ist das der Fall, dann führt ein systematischer Ansatz sowohl mental als auch monetär auf den richtigen Weg.

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