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Systematik statt Panik

Bei der Beurteilung der Kursentwicklung eines Assets steht einer objektiven Betrachtung oft die gefühlte Wahrheit entgegen. Nicht nur an den Finanzmärkten führen jedoch Entscheidungen, die durch Emotionen beeinflusst werden, oft zu unangenehmen Konsequenzen.

01.12.2021 | 07:30 Uhr von «Martin Leinweber und Jörg Willig»

Der Kern der Steuerung von Portfolios ist das Risikomanagement. Das gilt für das kurzfristige Trading ebenso wie für eine langfristig ausgerichtete Asset Allokation. Insbesondere starke Kursveränderungen verleiten jedoch viele Anleger rasch zu sachlich unbegründeten Einschätzungen.

Offensichtlich wird dies in zwei Fällen. Zum einen sehen Anleger Entwicklungen besonders kritisch, von denen sie nicht profitiert haben. Wer einen spürbaren Kursanstieg nur beobachtet hat und nicht an Bord war, sieht den Anstieg schnell als ungerechtfertigt an und wartet auf dessen baldiges Ende. Wer hingegen von selbigen Anstieg profitiert hat, neigt nicht selten dazu, diesen in alle Ewigkeit fortzuschreiben. Beide Verhaltensweisen erscheinen auf den ersten Blick sehr unterschiedlich. Beiden gemeinsam ist jedoch die emotionale Basis der Entscheidungsfindung. Diese führt langfristig, wenn auch auf sehr unterschiedlichen Pfaden, oft zu unerfreulichen Resultaten.

“I have two basic rules about winning in trading as well as in life:

1.If you don’t bet, you can’t win.
2.If you lose all your chips, you can’t bet.”

— Larry Hite

Bei der Einordnung markttechnischer und fundamentaler Faktoren sollten daher emotionale Einflüsse beiseite geschoben und durch einen nüchternen Blick ersetzt werden. Es gibt viele Möglichkeiten, sich ein objektives Urteil über die Entwicklung eines Assets zu bilden. In unserem Buch gehen wir auf die verschiedenen Möglichkeiten der Bewertung von Kryptoassets ebenso ein wie auf systematische Ansätze zur Portfoliokonstruktion. Wichtiger als die exakte Methodik, für die sich Investoren entscheiden, ist deren konsequente und konsistente Anwendung.

Ein Beispiel für die Beurteilung, ob eine Kursbewegung über einen bestimmten Zeitraum im Verhältnis zu anderen Perioden als extrem eingestuft werden kann, ist die Betrachtung sämtlicher Renditepfade über einen bestimmten Zeitraum. Die folgende Grafik zeigt beispielhaft die Entwicklung des Bitcoin über sämtliche 50-Monatsperioden seit Beginn des Jahres 2015. Der dunkel hervorgehobene Pfad bildet die Entwicklung der letzten 50 Monate ab.

Abb-Bitcoin-1-12
Abb-Bitcoin-1-12

Die Abbildung verdeutlicht, wie sich die täglichen Schwankungsbreiten mittelfristig auswirken. Die Streuung der finalen Resultate ist enorm.

Auch die asymmetrische Natur der Ertragsverteilung ist eindrucksvoll. Etwaige Verluste sind bei ungehebelten Investments auf einen Totalverlust begrenzt, die Gewinne hingegen sind zumindest in technischer Hinsicht unbegrenzt.

Der Blick auf den Ether zeigt ein ähnliches Bild. Auch hier befindet sich die Kursentwicklung der letzten 50 Monate statistisch betrachtet nicht an einem Extrempunkt, sondern im gehobenen Mittelmaß.

Abb-Ether-1-12
Abb-Ether-1-12

Der Vergleich der zuletzt erfolgten Kursbewegung mit der Historie sollte weder zum sorglosen Investieren noch zum panischen Verkauf verleiten. Sie kann vielmehr ein Werkzeug der systematischen Einordnung sein, das auch für den Abgleich von Medienberichten mit der Realität genutzt werden kann.

“Don’t worry about what the markets are going to do, worry about what you are going to do in response to the markets.”

— Michael Carr

Da auch kurzfristige Kursausschläge an den Finanzmärkten oft ihren Widerhall in fett gedruckten Überschriften finden, tun Anleger gut daran, bei der Kapitalanlage systematisch und unemotional vorzugehen. Panik ist weder beim Kauf noch beim Verkauf ein guter Ratgeber. Wohin das Festhalten an Verlustpositionen führen kann zeigt unser Artikel “Kryptoassets mit Rang und Namen”. Nur klare Regeln für den Ein- und Ausstieg, sowie die Bestimmung der Positionsgrößen führen langfristig zum Erfolg. Das gilt für konventionelle und digitale Assets gleichermaßen.

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