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Disruption bei der Arbeit

Größer als die Risiken neuer Entwicklungen ist die Gefahr, die davon ausgeht, diese zu ignorieren.

05.10.2021 | 07:00 Uhr von «Martin Leinweber und Jörg Willig»

Um die Jahrtausendwende rollte der Zug der so genannten „Internetaktien“ durch die Börsenwelt. Anleger weltweit kannten sich plötzlich mit Technologien aus, deren Bezeichnung mancher nicht einmal korrekt zu Papier bringen konnte. Viele kleine Unternehmen nutzen den Überschwang zur Platzierung von Aktien, hinter denen bestenfalls eine funktionierende Webseite stand. Als logische Konsequenz des Überschwangs mündete die Hausse in einen mehrjährigen Abwärtsmarkt, in dessen Verlauf die Notierungen technologielastiger Aktienindizes um 80% oder mehr zurückgingen.

Nach einem jahrzehntelangen Dämmerschlaf waren deutsche Anleger gerade rechtzeitig zu einer der größten Spekulationsblasen seit Jahrzehnten aufgewacht und verloren in kurzer Zeit teilweise ihr ganzes Vermögen. Der Einbruch der Aktienkurse und die teure Erkenntnis, keinerlei Wissen von der Funktionsweise der Kapitalmärkte zu haben, hinterließ bei vielen Anlegern ein Trauma. Auf die kurze Phase der Euphorie folgte eine bis heute anhaltende Skepsis gegenüber neuen technologischen Entwicklungen. Dabei waren die Ursachen der Kapitalverluste der Einstiegszeitpunkt, das mangelnde Risikomanagement sowie die nicht vorhandenen Kenntnisse, in was eigentlich investiert wurde. Die Grundannahme, das Internet würde die Welt verändern, war korrekt.

Die globale Vernetzung hat nicht nur die Kommunikation in ein neues Zeitalter befördert. Nahezu sämtliche Wirtschaftsprozesse sind direkt oder indirekt abhängig von digitalen Datennetzen. Die Umwälzungen haben den Alltag der Menschen verändert. Vieles was heute Realität ist, wäre noch vor zwanzig Jahren als Spinnerei abgetan worden.

“True ignorance is not the absence of knowledge, but the refusal to acquire it.“

– Karl Popper

Am Beispiel von Kodak, dem ehemaligen Weltmarktführer für Fotokameras und Filme, lässt sich der Einfluss des technologischen Wandels auf Unternehmen, verdeutlichen. Oft wird der Untergang dieses Konzerns als Ereignis beschrieben. Das ist falsch. Der Untergang von Kodak ist nicht die Folge einer einzelnen Fehlentscheidung oder eines nicht kontrollierbaren, über Nacht eintretenden Vorfalls. Der Untergang von Kodak ist ein Prozess, der über Jahre hinweg durch zahlreiche falsche Entscheidungen verursacht wurde. Der größte Fehler des Unternehmens war es, sich nicht mit neuen Entwicklungen zu beschäftigen und die ganze Kraft auf den Erhalt des Status quo zu verwenden.

Die aktuellen Entwicklungen Blockchain basierter Anwendungen werden ebenfalls von vielen mit Argwohn betrachtet. Als bequeme Ausrede für das Ignorieren der Entwicklung genügt manchem der Hinweis auf Betrugsfälle und unseriöse Projekte. Wer einem solch schlichten Ansatz konsequent folgt, muss seine Aktivitäten jedoch in sämtlichen Bereichen einstellen. Sinnvoller als die Konzentration auf negative Beispiele ist es zu untersuchen, wie groß das Risiko ist, sich nicht mit den potenziellen Auswirkungen der neuen Entwicklungen auf das eigene Geschäftsmodell zu beschäftigen.

Die Möglichkeiten des Einsatzes Blockchain basierter Softwarelösungen und Kryptoassets sind nicht auf einzelne Sektoren begrenzt. Anwendungsfälle finden sich in fast jeder Branche. Wie zur Jahrtausendwende werden zwar die kurzfristigen Potentiale möglicherweise überschätzt. Die langfristigen Veränderungen jedoch werden ebenso unterschätzt wie die Geschwindigkeit und der Umfang, mit der sich die neuen Entwicklungen durchsetzen werden, wenn sie erst einmal akzeptiert wurden.

Wie schnell sich Geschäftsmodelle durchsetzen können, die nur wenige zu Beginn ernst genommen haben, zeigt das Beispiel der Unternehmen Netflix und Blockbuster Inc., dem ehemals größten Videoverleih der Vereinigten Staaten.

Blockbuster

Der Niedergang des Marktführers vollzog sich in weniger als zehn Jahren.
Auf Veränderungen zu setzen bringt immer Risiken mit sich. Das größte Risiko ist es jedoch, Veränderungen zu ignorieren.

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