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Bitcoin-Vola: Schwankende Fehleinschätzungen

Das beste, was einem steigenden Kurs passieren kann ist, wenn niemand darüber spricht.

24.08.2021 | 07:30 Uhr von «Martin Leinweber und Jörg Willig»

Es gibt ein weit verbreitetes Missverständnis über den Umgang mit der Volatilität von Assetpreisen. Die kurzfristige Volatilität von Finanzanlagen, die üblicherweise als Standardabweichung der Renditen angegeben wird, beschreibt lediglich das Ausmaß, in dem ein Vermögenspreis nach oben oder unten schwanken kann. Dabei unterschätzen Anleger, die sich auf diese Messgröße verlassen, mögliche zukünftige Schwankungungsbreiten schon auf Grund der Annahme, die Bewegung der Assetpreise sei durch eine logarithmische Normalverteilung annähernd realistisch zu modellieren.

Ein Blick auf verschiedene Assetklassen zeigt, wie sehr sich die Kursentwicklungen bestimmter Segmente unterscheiden. Während die Rohstoffmärkte oft sehr schnell sowohl nach oben als auch nach unten extreme Kursspitzen ausbilden, zeigen die Aktienmärkte oft langjährige Anstiege, die von leichten Korrekturen mit Kursverlusten von weniger als 20% unterbrochen werden. Von Zeit zu Zeit kommt es jedoch zu raschen Kurseinbrüchen, in denen sich auch breite Indizes rasch halbieren können.

Eine hohe Volatilität bedeutet nüchtern betrachtet, dass der Preis eines Assets stark fallen und stark steigen kann. Dennoch haben viele Anleger die Angst vor Kursschwankungen verinnerlicht, sehen einseitig die Risiken und blenden die Ertragschancen aus. Das liegt zum Teil in der menschlichen Natur begründet. Als Spezies mussten wir bestimmte Risiken meiden, um zu überleben. Auch wenn man hungrig ist, ist es keine gute Idee, im Wald jeden Pilz zu essen. Gar nicht zu essen ist jedoch keine Alternative. Es geht daher um das Abwägen von Risiken und damit darum, kalkulierte Risiken einzugehen.

If you cannot sleep at night because of your stock market position, then you have gone to far. If this is the case, then sell your position down to the sleeping level.
– Jesse Livermore

Viele Faktoren beeinflussen die Volatilität eines Assets. Ein wichtiger Faktor ist die Liquidität und die Wahrnehmung eines Assets durch die weltweite Anlegerschaft. Der Kurs eines kleinen Nebenwerts bewegt sich gänzlich anders als derjenige eines etablierten und weltweit gehandelten Wertpapiers. Viele Anlagen beginnen ihren Weg im Kapitalmarkt als vergleichsweise unbekannte und illiquide Papiere. Der Weg von ein paar Millionen US-Dollar Börsenwert hin zu einer Marktkapitalisierung von mehr als einer Billion US-Dollar ist ein nichtlinearer Pfad mit vielen Unwägbarkeiten. Dies trifft auf Aktien und Kryptoassets gleichermaßen zu.

Amazon ist für diesen Weg ein gutes Beispiel. Heutzutage ist die Plattform ein Schwergewicht im S&P 500 und ein Standardinvestment für viele Anleger. Dabei war der Titel lange eine der “most hated stocks” an der Wall Street. Die ersten Jahre waren für die Aktionäre des Unternehmens kein Zuckerschlecken.

Die folgende Abbildung zeigt die historischen Drawdowns des Wertpapiers, das sind die zwischenzeitlichen Verluste gemessen ausgehend vom zuletzt erreichten Höchststand.

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Zwischen 2000 und 2001 standen die Aktionäre des Unternehmens nahe vor einem Totalverlust. Der Kurs fiel um 94%. Seither wuchs das Unternehmen jedes Jahr zweistellig und die Aktionäre verzeichnen einen Gesamtertrag von mehr as 200.000%. Erreicht wurde dies durch die Dominanz über digitale Vertriebsnetze und den Aufbau weiterer erfolgreicher Geschäftsbereiche wie das Cloud-Geschäft.

Bitcoin dominiert derzeit das Segment der dezentralen Geldnetzwerke. Der Token ist 12 Jahre alt und hat eine Marktkapitalisierung von rund 870 Mrd. US-Dollar. Das ist ungefähr die Hälfte des Börsenwerts von Amazon und entspricht 4% der US-Geldmenge M3, die von der St. Louis Fed mit 20,4 Billionen US-Dollar angegeben wird.

Im Moment werden die meisten Kryptoassets hauptsächlich für Spekulationen verwendet und kurzfristig gehandelt. Dies geht einher mit einer im Vergleich zu den etablierten Währungen höheren Schwankungsbreite. Etablieren sich der Bitcoin oder andere Kryptoassets und wird der Markt liquider, sollten die realisierten Kursschwankungen deutlich abnehmen. Es ist das klassische Henne-Ei-Problem. Deshalb ist es so bedeutsam, wenn große Unternehmen wie PayPal oder Square dem Bitcoin den Weg in den Alltag vieler Millionen Nutzer bereiten.

Die folgende Grafik zeigt die Drawdowns der Amazon-Aktie in den letzten Dekaden und daneben die bisherigen Rücksetzer des Bitcoin. Dargestellt sind wieder die Kursverluste seit dem letzten Allzeithoch und die Dauer der gesamten Entwicklung in Jahren.

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Um die Kehrseite der hohen Schwankungsbreiten nicht aus dem Auge zu verlieren zeigt die folgende Grafik die Gesamterträge der Amazon-Aktie und des Bitcoin. Hohe Schwankungsbreiten sind offensichtlich nicht per se etwas Negatives.

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Die Antwort auf die hohe Volatilität eines Assets liegt nicht darin, es zu ignorieren, sondern in der Anpassung der Anteils dieser Anlage im Portfolio.

Hohe Volatilität alleine sollte niemanden davon abhalten sich mit dem Potential von Kryptoassets auseinanderzusetzen. Im Zweifelsfall hilft es, rund 30 Jahre zurückzublicken. Damals wurde begleitet von einem wissenden Lächeln oft die folgende Frage gestellt: “Wer bestellt schon Bücher im Internet?”

Bisher sind folgende Artikel erschienen:

Proof-of-Work. Who's got the Power? 10.08.2021

Was passiert nach dem Mining des letzten Bitcoin? 27.07.2021

Bitcoin: Nicht alles was Spaß macht, ist verboten 13.7.2021

Digitale Assets. Vorbehalte und Chancen 29.6.2021

Immer dagegen sein, ist auch keine Lösung 1.6.2021

Weitere Informationen rund um Kryptassets finde Sie auf der Websiteeveryield

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