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Was passiert nach dem Mining des letzten Bitcoin?

Im Jahr 2141 werden die Miner den letzten Bitcoin ans Tageslicht fördern. Genügen danach die Transaktionsgebühren, um die Funktion des Bitcoin Netzwerks aufrecht zu erhalten?

27.07.2021 | 07:45 Uhr von «Martin Leinweber und Jörg Willig»

Was macht eigentlich ein Bitcoin Miner, wenn im Jahr 2141 der letzte Bitcoin das Licht der Welt erblickt hat? Bis dahin dauert es zwar noch eine ganze Weile, diese Frage jedoch treibt Fürsprecher und Kritiker des bekanntesten digitalen Assets schon immer um.

Schon auf dem Weg zum letzten Bitcoin sinken die Belohungen der Miner. Daher ist die Frage nach den Auswirkungen sinkender Anreize für diese Leistungsträger auf das Netzwerk nicht nur im Mainstream sondern auch in speziellen Foren eine der meist gestellten Fragen. Wo ist der Anreiz für einen Miner, wenn die coinbase transaction entfällt?

Zum Verständnis sei hier noch einmal der technische Hintergrund dieses Problems umrissen: Alle vier Jahre wird die Belohnung der beteiligten Rechner für das Mining von Bitcoin halbiert. Da diese Belohnung aus jeweils neu geschaffenen Bitcoin besteht, erhöht sich durch jeden Block die Anzahl existierender Bitcoin. Durch die technische Begrenzung aller jemals zu schaffenden Bitcoin auf 21 Millionen entfällt irgendwann diese Belohnung. Werden keine aus heutiger Sicht unwahrscheinlichen massiven Protokollveränderungen umgesetzt, ist dieser Zeitpunkt im Jahr 2141 erreicht.

Warum sollten die Miner in diesem Fall weiter arbeiten?

Der Prozess des Mining ähnelt an vielen Stellen der Förderung von Edelmetallen. Es wird im Zeitverlauf immer schwieriger, Gold und Bitcoin zu fördern. Beim Goldschürfer wird es schwieriger, attraktive Erzvorkommen zu finden. Zudem sinken im Mittel die Erzgrade. Im digitalen Bergbau nehmen die Belohungen der Beteiligten durch technisch festgelegte Restriktionen ab.

Die Kosten für die Ausrüstung hingegen steigen in beiden Branchen. So müssen sich nicht nur Goldminenbetreiber Gedanken über ihre Profitabilität machen, sondern auch Bitcoin Miner. Sie fangen damit nicht in 120 Jahren an. Es gehört bereits heute zu ihrem Tagesgeschäft.

Die primäre Funktion des Minings ist es, die Sicherheit des Bitcoin Netzwerks aufrechtzuerhalten. Für ihren Beitrag werden die Miner mit im Rahmen der coinbase transaction neu geschaffenen Bitcoin vergütet. Diese stehen aber nur für einen Teil der Einnahmen, denn zusätzlich fallen für die Nutzer des Netzwerks Transaktionsgebühren an.

Die Obergrenze von 21 Millionen Coins und das Ende der coinbase transaction sind ein kaum verrückbarer Pflock. Während die Belohnung durch neue Bitcoin daher vorhersehbar im Turnus von vier Jahren sinkt, ändern sich die Transaktionsgebühren ständig. Die Abhängigkeit der Miner von den Transaktionsgebühren wird daher asymptotisch zunehmen um schließlich 100% erreichen.

Unterschätzte Transaktionsgebühren

Schon jetzt sind die Einnahmen aller Bitcoin Miner aus Gebühren in Spitzenzeiten höher, als viele denken. Die folgende Grafik zeigt den Anteil der Transaktionsgebühren an den Gesamteinnahmen und verdeutlicht die Schwankungsbreite dieser Einnahmequelle.

Abb-LW-1
Abb-LW-1

Quelle: Blockchain.com

In der heißen Phase des letzten Bullenmarktes 2017 stieg der Anteil der Einnahmen aus Transaktionsgebühren in der Spitze bis auf mehr als 40% aller Einnahmen.

„In a few decades when the reward gets too small, the transaction fee will become the main compensation for nodes. I’m sure that in 20 years there will either be very large transaction volume or no volume.“

— Satoshi Nakamoto im Februar 2010

Steigende Einnahmen aus Gebühren, das hört sich für das Netzwerk und die Miner zunächst einmal nach positiven Nachrichten an. Das ist korrekt, jedoch ziehen dauerhaft anziehende Gebühren weitere Fragen nach sich.

Werden die Transaktionsgebühren in der Zukunft generell sehr hoch sein und eine Größenordnung erreichen, die kleine und mittlere Transaktionen wirtschaftlich unsinnig machen? Oder wird es durch Verbesserungen des Protokolls gelingen, zukünftig deutlich mehr Transaktionen in einem Block unterzubringen? So könnten die Kosten eines einzelnen Vorgangs im Vergleich zu heute selbst bei moderat steigenden Transaktionsgebühren sogar sinken. Das wäre eine gleichermaßen gute Nachricht für die Betreiber und Nutzer des Netzwerks.

Niemand vermag heute zu sagen, welche möglichen Lösungen noch erdacht werden und welche sich durchsetzen wird. Prophezeiungen auf Sicht von 120 Jahren sollte jeder Interessierte und vor allem jeder Investierte mit einem gesunden Maß an Skepsis begegnen. Dies sollte jedoch niemanden daran hindern, einen Blick auf die aktuellen Entwicklungen zu werfen.

Technischer Fortschritt

Zahlreiche Entwickler arbeiten bereits an Lösungen für die Zukunft des Netzwerks. Die Sorge vor zu hohen Kosten einzelner Transaktionen haben die Entwickler der sogenannten Layer-2 Technologien wie Lightning im Blick. Im Fokus steht hier, mehr noch als die Kosten, eine Lösung für das drängende Skalierungsproblem des Bitcoin Netzwerks zu finden. Die Idee ist es, nicht alle Transaktionen auf der Blockchain festzuhalten, sondern nur die größeren. Der Rest liefe außerhalb der Blockchain und würde später aggregiert in Blocks gegossen. Für die größeren Transaktionen wären auch leicht erhöhte Kosten problemlos zu verdauen, denn für sehr große Umsätze sind die Kosten schon heute vernachlässigbar gering.

Eine Lösung des Skalierungsproblems, die keine Transaktionen off chain verlagert, sondern die Anzahl an on chain Transaktionen pro Zeiteinheit deutlich erhöht, würde die Frage der Anreizstruktur für die Miner zumindest teilweise mindern. Dieses Problem ist nicht so einfach zu lösen und vor allem nicht einfach zu implementieren, da etwaige Änderung des Protokolls nicht mal eben so ausprobiert, getestet dann umgesetzt werden können.

Ist die Zukunft hybrid?

Denkbar ist eine Mischung verschiedener Lösungen, die off chain und on chain Ansätze kombiniert. Schaut man sich die Dynamik der Weiterentwicklungen im Krypto Biotop in den letzten Jahren an, darf man optimistisch in die Zukunft blicken.

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