Im Oktober entwickelten sich die Aktienmärkte überraschend gut. Das lag nicht zuletzt an den positiven Quartalsbilanzen in den USA und in Europa. Die Aussicht auf eine nur vorsichtige Drosselung der Liquidität in den USA und auf eine weiter expansive Geldpolitik in Europa stimmte die Investoren zuversichtlich.
Die auffälligen Veränderung der Zinsstrukturkurve – steiler am kurzen und flacher am langen Ende – interpretiert Stéphane Déo, als typisch für einen reifen Zyklus: Die erwarteten Zinserhöhungen treiben den Bauch der Kurve nach oben, während sich das lange Ende kaum bewegt.
Das globale Wirtschaftswachstum ist nach wie vor sehr robust. Benjamin Melman, Global Chief Investment Officer von Edmond de Rothschild Asset Management, erwartet, dass die Dynamik weiter anhalten wird.
Einen anhaltenden Aufwärtsdruck auf die Anleiherenditen stellt Axel Botte, Marktstratege beim französischen Investmenthaus Ostrum Asset Management, in seinem wöchentlichen Marktkommentar fest.
"Es gibt aktuell wohl kaum einen Sektor, bei dem so viel im Umbruch ist wie im Automobilsektor. Große Veränderungen bringen aber nicht nur Risiken, sondern auch Chancen, was die selektive Auswahl der Unternehmen in diesem Sektor wichtiger denn je macht.“
Die Berichtssaison zum 2. Quartal 2021 wartete mit Rekordergebnissen auf – den besten seit 10 Jahren. Welche Gewinnaussichten sind von den Unternehmen in einem allmählich etwas ungünstiger werdenden Umfeld künftig zu erwarten?
Es ist schon oft die Bedeutung von Forward-Sätzen bei der Bewertung des heutigen Wertes von Anleihen entlang der Renditekurve erläutert worden. Die aktuellen Renditekurven der Industrie- und Schwellenländer zeigen eine positive Steigung auf.
Obwohl die Makro-Grundvoraussetzungen überwiegend weiterhin positiv bleiben, haben sich in den letzten Wochen ein paar negative Überraschungen für die Weltwirtschaft aufgetan.
Die stark steigenden Energiepreise kommen nicht überraschend und bergen erhebliches Störpotential für die weitere Wirtschaftsentwicklung findet Ryan McGrail, Senior Credit Analyst beim US-amerikanischen Vermögensverwalter Loomis Sayles.
Anleiheinvestoren haben sich in diesem Jahr bereits mit unzähligen Herausforderungen konfrontiert gesehen – von niedrigen Zinsen über eine steigende Inflation bis hin zu sehr engen Spreads. Jetzt droht das nachlassende globale Wachstum in eine Stagflation überzugehen.