Dr. Mathilde Lemoine, Chefökonomin der Edmond-de-Rothschild-Gruppe, hat ihre neuen Wachstums-, Inflations- und Wechselkursprognosen für 2021 und 2022 veröffentlicht:
Der mit Spannung erwartete US-Arbeitsmarktbericht für Mai sorgte abermals für Enttäuschung. Mit 559.000 blieb das Stellenwachstum (ohne Agrarsektor) im Mai hinter den erwarteten 675.000 zurück.
Während sich die „Tech-Themen“ Wasserstoff oder Internet bereits seit Februar in teilweise deutlichen Korrekturphasen bewegen, hielt ein Liebling vieler Anleger, der Bitcoin noch bis vergangenen Monat einer Korrektur stand.
Als zukunftsgerichteter Investor ist es uns wichtig, Trends zu erkennen, die die Welt von morgen bestimmen. Angesichts langfristiger Trends wie der Alterung der Bevölkerung und des schnelleren Technologiefortschritts ist es unabdingbar, in Humankapital zu investieren – ein neuer Megatrend.
Die Erholung an den Arbeitsmärkten wird sich als langwierig erweisen, wie es nach 2009 der Fall war. Die Debatte um die Diskrepanz zwischen Anforderungen und Qualifikationen an den Arbeitsmärkten sowie deren gesellschaftlichen Auswirkungen verdienen mehr Aufmerksamkeit. Spannungen, die aus Ungleichheiten resultieren, könnten zunehmen.
Während sich die Weltwirtschaft von der Pandemie erholt, hat sich die geldpolitische Landschaft dramatisch verändert. Es ist unwahrscheinlich, dass die fiskalischen Ausgaben in absehbarer Zeit enden, während die Themen Ungleichheit und globale Erwärmung angegangen werden.
Derzeit vergeht kaum ein Tag ohne Schlagzeilen, die eine baldige Rückkehr der Inflation vorhersagen. Die Frage ist jedoch, ob die Daten lediglich statistische Ausschläge des Pendels widerspiegeln oder ob sich ein neuer Trend abzeichnet.
Die Selbstgefälligkeit der Anleger geht Drawdowns voraus, aber die entscheidenden Faktoren werden meist erst in der Nachbetrachtung sichtbar. Die Herausforderung ist noch komplexer, wenn wir uns auf dem unbekannten Terrain einer ersten wirtschaftlichen Erholung nach einer Pandemie befinden.
Derzeit ist das bloße Wiederauftreten des Inflationsrisikos die dringlichere Überlegung für Anleger, nicht die Inflation, die ein oder zwei Jahre später anfallen könnte.
Trotz einiger aufgetretener Virus-Varianten halten die internationalen Impfkampagnen die Corona-Pandemie zunehmend unter Kontrolle. Lediglich die asiatischen Länder bilden eine Ausnahme, da in ihnen die Impfrate deutlich hinterherhinkt.