Der Einmarsch Russlands in die Ukraine hat eine rasche Reaktion der amerikanischen und europäischen Regierungen ausgelöst. Die Verhängung von Wirtschaftssanktionen beherrscht die Finanzseiten, aber es gibt noch zwei weitere Aspekte dieser Krise, die meiner Meinung nach tiefgreifendere Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben werden.
Die Unsicherheit an den Finanzmärkten steigt. Folglich versuchen viele Investoren ihre Portfolios stabil und ausgewogen aufzustellen. Matthias Mohr, Managing Director Financial Intermediaries Deutschland & Österreich bei Capital Group, meint, dass es für Anleger trotz niedriger Renditen sinnvoll sein könnte, in Anleihen zu investieren.
Nachdem Premierminister Fumio Kishida am 4. Oktober 2021 die Führung der Regierung übernommen hatte, ergriff er umgehend die Initiative. Seine Entscheidungen – von der Ausrufung vorgezogener Neuwahlen bis zum Umfang des Konjunkturpakets – schienen wie ein Wettlauf gegen die Zeit. Bislang wurden die Erwartungen des Marktes übertroffen.
Die Verbreitung von Elektrofahrzeugen hat sich in Europa innerhalb der letzten zwei Jahren von vier auf 20 Prozent verfünffacht. Laut Julie Dickson, Investmentdirektorin bei Capital Group, stehen Elektroautos für die Industrie mittlerweile an der Schwelle zur Rentabilität, da die Batteriekosten sinken werden und weitere Innovationen die höheren Rohstoffkosten ausgleichen dürften.
Digitalisierung, Lieferengpässe, Klimawandel, globale Konflikte; Unternehmen sehen sich gravierenden Veränderungen ausgesetzt. „Die-Covid-19-Pandemie wirkt da wie ein Katalysator,” sagt Matthias Mohr, Managing Director für Financial Intermediaries bei Capital Group.
Die Aktien US-amerikanischer Anbieter von Cloud-Software Stocks, die während der Pandemie in schwindelerregende Höhen schossen, sind seit November in einer schmerzhaften Abwärtsspirale gefangen.
Anhaltende Inflation, Furcht vor einer strafferen Geldpolitik und geopolitische Spannungen, die von der Grenzkrise zwischen Russland und der Ukraine bis hin zu den Beziehungen zwischen den USA und China reichen. Diese Faktoren schüren die Unsicherheit an den Märkten und dürften Anleger in den kommenden Monaten weiter unter Druck setzen.
Die Angst vor einer anhaltenden Inflation und einer Straffung der Geldpolitik hat die Märkte seit Jahresbeginn erschüttert. Höher bewertete Sektoren wie die Technologiebranche litten zunächst unter einer Abverkaufswelle, da ihre Bewertungen angesichts der zu erwartenden höheren Zinsen auf den Prüfstand kamen.
Die kürzlich veröffentlichten BIP-Zahlen für Europa lassen auf ein starkes Wachstum in den nächsten 12 bis 18 Monaten schließen. Diese Meinung vertritt Christophe Braun, Investmentdirektor für Aktien bei Capital Group:
Noch mehr als neun Monate sind es bis zu den US-Zwischenwahlen, doch für Politiker und Wähler sind sie bereits jetzt von großer Bedeutung. Das hat auch einen guten Grund. Matt Miller, Volkswirt der Capital Group, ist der Ansicht, dass die Zwischenwahlen 2022 zu den wichtigsten in der Geschichte der USA gehören könnten.