Trotz der Zinswende, globaler Neuorientierung, hoher Volatilität und steigender Inflation sieht Matthias Mohr, Managing Director Financial Intermediaries Germany & Austria bei Capital Group, Investitionschancen. Diese würden sich besonders mit sogenannten Allwetter-Anlagen nutzen lassen.
Die Aktienmärkte auf der ganzen Welt sind in den Baissebereich abgerutscht. Der MSCI ACWI gab in den sechs Monaten zum 30. Juni 2022 um über 20 Prozent nach. Viele Anleger machen sich heute Gedanken über die Wahrscheinlichkeit einer Rezession und über noch mehr Ungemach.
Anders als die Corona-Pandemie und der Krieg in der Ukraine vermuten lassen, ist die Globalisierung nicht zum Stillstand gekommen. Sie tritt lediglich in eine neue Phase ein, was Chancen für Anleger bietet. Zu dieser Erkenntnis kommt Henning Busch, Managing Director für institutionelle Kunden bei Capital Group.
Für Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating war es ein schwieriger Jahresauftakt:
In Europa wurde der sich abzeichnende Aufschwung durch den Konflikt in der Ukraine gestoppt, der die Inflation anheizt. In China wird das Wachstum durch das Wiederaufleben von Corona und die Abschottungspolitik untergraben.
Der Weg zu höheren Zinssätzen ist schmerzhaft, dürfte aber langfristig den Anleiheanlegern zugute kommen.
Sturmwolken am Konjunkturhimmel verdunkeln die globalen Wachstumsaussichten, und Anleger sollten ihre Portfolios auf eine anhaltende Marktvolatilität vorbereiten.
In der Vergangenheit haben Erhöhungen des US-Leitzinses die Volkswirtschaften der Schwellenländer meist unter Druck gesetzt. Zuletzt sorgten sie für Volatilität bei Schwellenländeranleihen in lokaler Währung.
Aktien sind im inflationären Umfeld eine attraktive Anlage, ihre Dividenden für viele Anleger ein wesentlicher Ertrag. Doch in wirtschaftlich stürmischen Zeiten mit nachlassendem Wachstum kürzen viele Unternehmen ihre Ausschüttungen.
Der jüngste Anstieg der Rohstoffpreise hat die weltweit zu beobachtende Inflationsbeschleunigung, die auf die pandemiebedingten Störungen der globalen Lieferketten zurückzuführen ist, weiter verstärkt. Noch vor einigen Monaten war erwartet worden, dass die Inflationstreiber vorübergehender Natur sein würden.