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SpaceX-IPO: Morningstar warnt!

Raumfahrt ist ein lukratives Geschäft.
IPO

Zwar wird der Börsengang von SpaceX das bislang größte IPO der Börsengeschichte, ob er jedoch der erfolgreichste sein wird, ist fraglich. Denn ausgerechnet die Analysten von Morningstar raten Anlegern zur Zurückhaltung. Nicolas Owens und Suryansh Sharma schätzen, dass das Raumfahrtunternehmen trotz seiner herausragenden Marktstellung deutlich überbewertet ist.

09.06.2026 | 06:00 Uhr von «Jörn Kränicke»

SpaceX gilt als eines der innovativsten Unternehmen der Welt. Mit seinen wiederverwendbaren Raketen hat der Konzern den Markt für Raumtransporte revolutioniert, während das Satellitennetzwerk Starlink inzwischen zu den wichtigsten Wachstumstreibern zählt. Dennoch sehen die Morningstar-Analysten den geplanten Börsengang kritisch.

Nach ihrer Discounted-Cashflow-Bewertung liegt der faire Unternehmenswert bei rund 780 Milliarden US-Dollar und damit fast 50 Prozent unter der zuletzt am Privatmarkt diskutierten Bewertung von rund 1,5 Billionen US-Dollar. Die Analysten gehen deshalb davon aus, dass die Aktie bereits zum Börsenstart ambitioniert bewertet sein dürfte.

Marktführer mit erheblichen Wettbewerbsvorteilen

Grundsätzlich attestiert Morningstar dem Unternehmen eine starke Marktposition. Die Analysten vergeben für SpaceX einen „Narrow Economic Moat“, also einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil.

Dieser resultiere vor allem aus der dominierenden Stellung im Raketengeschäft sowie aus Starlink. Die Kombination aus vertikaler Integration, hoher Startfrequenz und wiederverwendbaren Raketen verschaffe SpaceX erhebliche Kostenvorteile gegenüber der Konkurrenz. Nach Einschätzung von Morningstar transportiert das Unternehmen inzwischen mehr als 80 Prozent der weltweit in den Orbit gebrachten Nutzlast.

Besonders großes Potenzial sehen die Analysten bei Starlink. Bis 2035 könnte das Unternehmen allein mit satellitengestützten Mobilfunkdiensten einen Umsatz von rund 24 Milliarden US-Dollar erzielen und damit mehr als ein Drittel des identifizierten Marktpotenzials erschließen.

KI-Geschäft bleibt der große Unsicherheitsfaktor

Deutlich skeptischer bewertet Morningstar dagegen die neue KI-Sparte, die nach der Übernahme von xAI Teil von SpaceX geworden ist.

Zwar könnte die Entwicklung orbitaler Rechenzentren langfristig völlig neue Geschäftsfelder eröffnen. Ob sich solche Konzepte technisch und wirtschaftlich umsetzen lassen, sei derzeit jedoch offen. Die Analysten haben deshalb mehrere Szenarien modelliert – vom vollständigen Scheitern bis hin zu einem technologischen Durchbruch.

Im Basisszenario könnte SpaceX langfristig rund vier Prozent der weltweiten KI-Rechenkapazität bereitstellen. Gleichzeitig sehen die Experten aber erhebliche Risiken, falls sich die milliardenschweren Investitionen nicht auszahlen.

IPO könnte zunächst von Knappheit profitieren

Trotz ihrer kritischen Bewertung schließen Owens und Sharma nicht aus, dass die Aktie nach dem Börsengang zunächst kräftig steigt.

Der geringe Streubesitz, die hohe Nachfrage nach KI- und Infrastrukturwerten sowie eine mögliche schnelle Aufnahme in den Nasdaq-100-Index könnten den Kurs kurzfristig stützen. Diese Phase vergleichen die Analysten mit der Startphase einer Rakete, die zunächst erfolgreich abhebt.

Der eigentliche Belastungstest – in der Raumfahrt als „Max Q“, also die Phase der höchsten Belastung beim Raketenstart, bezeichnet – dürfte ihrer Einschätzung nach jedoch erst Monate später folgen. Dann könnten größere Aktienpakete von Altinvestoren und Mitarbeitern auf den Markt kommen und den Kurs unter Druck setzen.

Langfristig interessant – aber nicht zum IPO-Preis

Aus Sicht von Morningstar sollten langfristig orientierte Anleger deshalb Geduld mitbringen. Das Unternehmen verfüge zwar über außergewöhnliche technologische Fähigkeiten und erhebliche Wachstumschancen in den Bereichen Raumfahrt, Satellitenkommunikation und KI-Infrastruktur.

Die aktuelle Bewertung lasse jedoch nur wenig Spielraum für Enttäuschungen. Anleger dürften nach Einschätzung der Analysten in den Monaten nach dem Börsengang voraussichtlich attraktivere Einstiegsmöglichkeiten erhalten als unmittelbar zur Emission.

Wer dennoch die Aktie zeichnen möchte und auf schnelle Zeichnungsgewinne hofft, hat dazu in Deutschland bei einigen Banken und und Brokern die Möglichkeit. Neben Trade Republic können auch Kunden von DEGIRO, Comdirect, ING sowie Flatex mit Wohnsitz in Deutschland an der Neuemission teilnehmen.

Allerdings gilt wie bei jedem Börsengang: Eine Zeichnung garantiert keine Zuteilung. Sollte die Nachfrage das Angebot übersteigen, erhalten Anleger unter Umständen nur einen Teil der gewünschten Aktien oder gehen komplett leer aus.

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