Der geplante Börsengang von SpaceX sorgt weltweit für großes Interesse. Auch Privatanleger in Deutschland erhalten die Möglichkeit, Aktien des Raumfahrtunternehmens von Elon Musk bereits zum Ausgabepreis zu zeichnen. Neben dem Berliner Neobroker Trade Republic hat inzwischen auch DEGIRO, Comdirect und ING die Teilnahme am IPO bestätigt.
08.06.2026 | 07:00 Uhr von «Jörn Kränicke»
Mit einer angestrebten Bewertung von rund 1,75 Billionen US-Dollar wird der Börsengang von SpaceX zum größten IPO der Geschichte. Der erste Handelstag an der Nasdaq ist für den 12. Juni 2026 vorgesehen. Die Aktien sollen unter dem Börsenkürzel SPCX notieren.
Besonders bemerkenswert ist die Beteiligung von Trade Republic. Der Berliner Neobroker hatte seinen Kunden bislang keinen direkten Zugang zu Börsengängen ermöglicht. IPO-Kandidaten konnten in der Regel erst nach dem Handelsstart über die Börse gekauft werden.
Neben Trade Republic können auch Kunden von DEGIRO, Comdirect und ING mit Wohnsitz in Deutschland an der Neuemission teilnehmen.
Allerdings gilt wie bei jedem Börsengang: Eine Zeichnung garantiert keine Zuteilung. Sollte die Nachfrage das Angebot übersteigen, erhalten Anleger unter Umständen nur einen Teil der gewünschten Aktien oder gehen komplett leer aus.
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt der ungewöhnlich hohe Anteil an Aktien, der für Privatanleger vorgesehen sein soll. Während bei vielen Börsengängen lediglich fünf bis zehn Prozent der Emission an Retail-Investoren gehen, sollen beim SpaceX-IPO bis zu 30 Prozent für Kleinanleger reserviert werden.
Damit öffnet sich das Unternehmen deutlich stärker für private Investoren als viele andere US-Technologiekonzerne.
Ein weiterer Aspekt macht den Börsengang besonders interessant. Die Nasdaq hat ihre Indexregeln angepasst, um auch Unternehmen mit komplexeren Aktienstrukturen schneller in bedeutende Indizes aufnehmen zu können.
Dadurch müssen zahlreiche ETFs und Indexfonds die SpaceX-Aktie kaufen. Auch institutionelle Anleger wie Pensionsfonds werden dann zusätzliche Nachfrage erzeugen.
Die Börse begründet die Regeländerung mit der Entwicklung, dass viele Unternehmen heute deutlich länger privat bleiben und erst mit sehr hoher Bewertung an die Börse kommen.
Das Interesse der Anleger dürfte enorm sein. SpaceX zählt zu den wertvollsten privaten Unternehmen der Welt und profitiert von den Erfolgen seines Satellitennetzwerks Starlink sowie seiner führenden Rolle im globalen Raumfahrtgeschäft.
Gleichzeitig verweisen Analysten auf die ambitionierte Bewertung. Ein Börsenwert von 1,75 Billionen US-Dollar setzt erhebliche Wachstumsraten voraus. Zudem hängt die langfristige Entwicklung stark vom Erfolg künftiger Projekte wie Starship sowie dem weiteren Ausbau von Starlink ab.
Für Anleger gilt deshalb: Die Teilnahme am IPO bietet die Chance, von einem der spektakulärsten Börsengänge der vergangenen Jahrzehnte zu profitieren – sie ist aber auch mit den typischen Risiken einer gehypten Aktie verbunden.
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