Die Portfolios professioneller Fondsmanager haben sich deutlich verschoben: Erstmals stammen vier der zehn beliebtesten Aktien aus der Halbleiterbranche. ASML übernimmt die Spitzenposition von Microsoft, während SAP das letzte verbliebene deutsche Unternehmen im Ranking ist.
15.07.2026 | 11:15 Uhr
Die Favoritenliste professioneller Fondsmanager hat sich im ersten Halbjahr 2026 deutlich verändert. Erstmals befinden sich gleich vier Unternehmen aus der Halbleiter- und Chipindustrie unter den zehn am stärksten gewichteten Aktien in den Publikumsfonds auf der Plattform von Universal Investment. An der Spitze steht nun der niederländische Chipausrüster ASML, gefolgt von Nvidia, Taiwan Semiconductor (TSMC) und Broadcom. Damit spiegelt sich die wachsende Bedeutung der Halbleiterindustrie für Zukunftstechnologien wie Künstliche Intelligenz, Rechenzentren und Hochleistungscomputer zunehmend auch in den Portfolios institutioneller Investoren wider.
Besonders auffällig ist der Führungswechsel im Ranking. Ende 2025 belegte Microsoft noch den ersten Platz unter den beliebtesten Aktien der Profianleger. Sechs Monate später hat der Softwarekonzern deutlich an Gewicht verloren und rangiert nur noch auf Platz sechs. Neuer Spitzenreiter ist ASML, dessen Lithografiesysteme als Schlüsseltechnologie für die moderne Chipproduktion gelten. Mit Nvidia, Taiwan Semiconductor und Broadcom folgen drei weitere Schwergewichte der Halbleiterbranche in den Top Ten.
Auch aus deutscher Sicht hat sich das Bild verändert. Nachdem die Allianz aus den zehn beliebtesten Aktien herausgefallen ist, bleibt mit SAP nur noch ein deutsches Unternehmen im Ranking vertreten. Die Entwicklung unterstreicht die zunehmende internationale Ausrichtung institutioneller Portfolios, die sich stärker auf globale Technologieführer konzentrieren.
Für die Auswertung analysiert Universal Investment seit mittlerweile 15 Jahren die Publikumsfonds auf seiner Plattform und deren Aktienbestände. Zum Stichtag 30. Juni 2026 lag das gesamte Aktienvolumen bei 101,7 Milliarden Euro. Davon entfielen 8,12 Prozent auf die zehn größten Positionen. Zum Jahresende 2025 hatte das Aktienvolumen noch 93,9 Milliarden Euro betragen. Damals vereinten die Top-10-Aktien mit 8,22 Prozent einen etwas höheren Anteil auf sich. Nach Einschätzung von Mathias Heiß, Deutschland-Chef von Universal Investment, sind die aktuellen Verschiebungen außergewöhnlich. Zwar spielten Halbleiterunternehmen an den Kapitalmärkten schon seit Jahren eine zentrale Rolle. Erst jetzt werde ihre Dominanz in den institutionellen Portfolios jedoch in dieser Deutlichkeit sichtbar. Gleichzeitig nehme die Konzentration auf einzelne Top-Positionen insgesamt leicht ab, während sich die Investitionen zunehmend auf Hightech-Produzenten fokussierten. (jk)

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