In den letzten Wochen ist Europa nach drei Monaten Stillstand aus einem Corona-bedingten Tiefschlaf erwacht. Die Straßencafés und Büros der Metropolen füllen sich langsam wieder, die Strandpromenaden warten auf die bald eintreffenden Sommerurlauber. Auch die Börsen haben sich nach den schockartigen Verlusten aus dem Frühjahr wieder erholt.
Ein nachhaltiger Aufschwung? Noch am 16. März näherte sich der CAC 40 der Marke von 3.600 Punkten, mittlerweile hat der französische Leitindex die 5.000-Marke durchbrochen.
Die Aktienmärkte haben mit Gewinnen auf die schnellen und massiven Eingriffe von Regierungen und Zentralbanken reagiert. Jetzt könnten die Kurse wieder fallen, auch wenn sie wohl kaum den Tiefpunkt vom März erreichen werden.
Die jüngsten Turbulenzen am Kapitalmarkt haben vermögensverwaltenden Fonds zugesetzt, besonders was ihre Fähigkeit angeht, ihre Asset Allocation schnell an plötzliche Preisänderungen anzupassen.
„Resilienz“: Die Fähigkeit eines Ökosystems, sich von einer externen Störung zu erholen.
Jedwede Prognose zu Wirtschaft und Märkten erscheint unter den derzeitigen Umständen aussichtslos, schließlich ist auch der weitere Verlauf der Pandemie kaum vorhersehbar.
Die Welt befindet sich zweifellos inmitten einer tiefen Rezession. Die viel entscheidendere Frage für Investoren ist jedoch, inwieweit diese Rezession aktuell bereits in den Kursen eingepreist ist.
Gegenwärtig geschieht in der Weltwirtschaft etwas noch nie Dagewesenes: In ganzen Ländern steht die Wirtschaft mit Ausnahme wesentlicher Aktivitäten, vor allem im Gesundheitswesen, still.
Eine Rezession ist unvermeidlich, aber die Politik tut alles, um den Schaden zu begrenzen.
Die weltweiten Wirtschaftsaussichten haben sich in den letzten Wochen deutlich eingetrübt. Auch wenn sich das Coronavirus in China mittlerweile anscheinend langsamer ausbreitet, ist die wirtschaftliche Aktivität dort noch stärker eingebrochen als erwartet (Einkaufsmanagerindex bei 35,7).