• DAX----
  • ES50----
  • US30----
  • EUR/USD----
  • BRENT----
  • GOLD----

Trotz Rücksetzer: Gold bleibt gefragt

Gold bleibt bei Zentralbanken beliebt
Edelmetalle

Der Goldmarkt bleibt laut World Gold Council trotz nachlassender Preisdynamik im zweiten Quartal robust.

30.07.2026 | 13:30 Uhr

Der Goldpreis gab gegenüber den Rekordhochs zu Jahresbeginn 2026 im zweiten Quartal leicht nach. Die weltweite Goldnachfrage blieb im Vorjahresvergleich aber unverändert bei 1.269 Tonnen, wie der Q2-Bericht „Gold Demand Trends" des World Gold Council zeigt. Insgesamt bedeutet dies für das erste Halbjahr einen Anstieg der Nachfrage gegenüber dem Vorjahr von zwei Prozent auf geschätzte 2.522 Tonnen im Wert von 380 Mrd. US-Dollar.

Goldnachfrage: Je Quartal in Tonnen und Wert (in US-Dollar)

Goldnachfrage 2. Quartal 2026
Goldnachfrage 2. Quartal 2026

Investmentnachfrage

Die Investitionen in Gold-ETFs, Barren und Münzen fielen im zweiten Quartal auf 262 Tonnen, da der niedrigere Goldpreis die starke Dynamik vom Jahresanfang bremste. Der Rückgang wurde vor allem durch Abflüsse von 45 Tonnen aus goldgedeckten ETFs im zweiten Quartal verursacht. Dennoch verzeichneten Gold-ETFs aufgrund der hohen Nachfrage im ersten Quartal für das gesamte erste Halbjahr mit 18 Tonnen einen leichten Zuwachs. Die Barren- und Münzinvestitionen blieben mit einem Rückgang von nur drei Prozent im Jahresvergleich im zweiten Quartal relativ stabil, während die Halbjahresnachfrage dank eines außergewöhnlich starken ersten Quartals immer noch 21 Prozent über dem Vorjahreswert lag. Die Nachfrage im OTC-Markt hingegen, unterstützt durch asiatische Investitionen, belief sich auf 327 Tonnen im zweiten Quartal und solide 571 Tonnen im ersten Halbjahr.

Zentralbanken erhöhten Reserve
Zentralbanken und andere offizielle Institutionen erhöhten ihre Reserven im zweiten Quartal um netto 289 Tonnen, ein Anstieg von 62 Prozent im Jahresvergleich, da die Käufe in mehreren Märkten anzogen. Trotz des stärkeren zweiten Quartals blieb die Halbjahresnachfrage aufgrund der schwächeren Aktivität im ersten Quartal unter dem erhöhten Niveau der vergangenen Jahre. Die Central Bank Gold Reserves Survey des WGC ergab, dass 45 Prozent der Befragten beabsichtigen, ihre eigenen Goldreserven in den nächsten 12 Monaten aufzustocken, was die anhaltende Bedeutung von Gold für offizielle Reserven unterstreicht.


Hohe Preise belasteten Schmucknachfrage
Die hohen Preise belasteten im zweiten Quartal weiterhin die Schmucknachfrage, die im Jahresvergleich um 17 Prozent fiel – Verbraucher kauften weniger Gold und wechselten zu leichteren Produkten. Für das gesamte erste Halbjahr erwies sich die Schmucknachfrage aber als widerstandsfähig und stieg im Jahresvergleich um 22 Prozent auf einen weltweiten Gesamtwert von 86 Mrd. US-Dollar.

Das gesamte Goldangebot im zweiten Quartal blieb im Jahresvergleich mit 1.269 Tonnen unverändert, wobei sich Minenproduktion und Recycling gegensätzlich entwickelten: Die Minenproduktion stieg schätzungsweise um zwei Prozent im Jahresvergleich auf 966 Tonnen, unterstützt durch neue Produktion aus Kanada und Chile. Gleichzeitig ging das Recycling trotz höherer Preise um sechs Prozent im Jahresvergleich zurück.

Louise Street, Senior Markets Analyst beim World Gold Council, kommentiert:
„Die Goldrally zu Jahresbeginn kehrte sich im zweiten Quartal um, wobei sich die Preise nach der Korrektur von Rekordhochs konsolidierten. Der Markt blieb jedoch gut unterstützt, was die etablierte Rolle von Gold als Diversifikator und Wertspeicher widerspiegelt.

Während die Gold-ETF-Zuflüsse im Einklang mit den Preisen zurückgingen, trugen anhaltende Zentralbankkäufe und das Wachstum der OTC-Investitionen dazu bei, dass die weltweite Goldnachfrage im ersten Halbjahr um zwei Prozent zulegte."

Ausblick
„Für die zweite Jahreshälfte 2026 dürften Investments das Wachstum antreiben, wobei sich der Nachfragemix jedoch verschieben könnte. OTC-Aktivitäten und die Nachfrage asiatischer Investoren dürften eine zunehmend prominente Rolle spielen, während das Interesse westlicher Gold-ETFs stärker an Realrenditen, die Erwartungen zur US-Geldpolitik und den Dollar gekoppelt sein dürfte. Zentralbanken werden weiterhin bedeutende Käufer bleiben, wenn auch in etwas langsamerem Tempo als in den letzten vier Jahren. Hohe Preise werden weiterhin Druck auf die Schmuckvolumen ausüben, obwohl Verbraucher ihren Bestand eher halten als verkaufen dürften, wobei das Recycling kaum Anzeichen einer Zunahme zeigt." (pg)

Diesen Beitrag teilen: