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Top Ten: Wo die Rente am meisten vom Gehalt ersetzt

Unterschiedliches Vewrsorgungsniveau bei der Rente
Altersvorsorge

Wie viel vom letzten Einkommen bleibt eigentlich übrig, wenn der Job endet und die Rente beginnt? Genau das zeigt die sogenannte Ersatzquote. Sie vergleicht die Bruttorente mit dem letzten Bruttoeinkommen.

24.09.2026 | 10:00 Uhr von «Tobias Aigner»

Die OECD hat dafür modelliert, was ein Durchschnittsverdiener erwarten kann, der mit 22 Jahren ins Berufsleben einsteigt. Berücksichtigt werden verpflichtende staatliche und private Rentensysteme, freiwillige private Vorsorge dagegen nicht.

Die Unterschiede sind erheblich. In manchen Ländern ersetzt die Rente später mehr als drei Viertel des früheren Einkommens, in anderen nicht einmal ein Fünftel.

Platz 10: Mexiko

Mexiko schafft es mit einer Ersatzquote von 69,6 Prozent gerade noch in die Top Ten.

Das ist bemerkenswert, weil das Land damit deutlich vor vielen reicheren Volkswirtschaften liegt. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Mexiko bei der Rente radikale Reformen umgesetzt hat – und seither auch stark auf den Kapitalmarkt setzt.

Platz 9: Italien

Italien kommt auf 70,6 Prozent.

Damit bleibt im Ruhestand rechnerisch ein ziemlich großer Teil des vorherigen Einkommens erhalten. Das passt zum Gesamtbild: Südeuropäische Länder sind in dieser Rangliste auffallend stark vertreten.

Platz 8: Portugal

Portugal legt noch etwas drauf. Dort ersetzt die Rente im Modell 72,4 Prozent des früheren Bruttoeinkommens.

Damit gehört Portugal ebenfalls zu jener Gruppe von Ländern, in denen der Übergang vom Gehalt zur Rente zumindest auf dem Papier deutlich sanfter ausfällt als anderswo.

Platz 7: Dänemark

Dänemark erreicht 72,7 Prozent und landet damit auf Platz sieben.

Das Land ist für ein vergleichsweise breit aufgestelltes Alterssicherungssystem bekannt. Staatliche Leistungen und verpflichtende beziehungsweise kollektiv organisierte Vorsorge greifen ineinander – und sorgen dafür, dass der Einkommensknick im Ruhestand relativ moderat bleibt.

Platz 6: Österreich

Unsere Nachbarn kommen auf 74,1 Prozent.

Österreich liegt damit weit vor Deutschland. Wer dort durchschnittlich verdient, kann laut OECD im Ruhestand mit knapp drei Vierteln des früheren Bruttoeinkommens rechnen.

Für die deutsche Rentendebatte ist das durchaus ein interessanter Vergleich.

Platz 5: Niederlande

Die Niederlande erreichen eine Ersatzquote von 74,7 Prozent.

Das Land kombiniert staatliche Grundsicherung mit einer starken betrieblichen Altersvorsorge. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Fast drei Viertel des früheren Einkommens werden ersetzt.

Und noch wichtiger: Die Niederlande schneiden nicht nur bei der Ersatzquote gut ab, sondern weisen zugleich eine sehr niedrige Altersarmut auf.

Platz 4: Kolumbien

Kolumbien ist vermutlich der überraschendste Kandidat in der Spitzengruppe.

Mit 74,8 Prozent landet das Land auf Platz vier und damit vor fast allen klassischen europäischen Wohlfahrtsstaaten.

Die Zahl zeigt allerdings auch, wie vorsichtig solche Vergleiche gelesen werden müssen: Eine hohe Ersatzquote sagt zunächst nur, wie viel vom früheren Einkommen ersetzt wird – nicht, wie hoch dieses Einkommen absolut war.

Platz 3: Luxemburg

Luxemburg kommt auf 75,6 Prozent.

Das kleine, wohlhabende Land schafft es damit aufs Treppchen. Wer dort im Modell sein Berufsleben mit durchschnittlichem Einkommen verbringt, kann im Ruhestand mit gut drei Vierteln davon rechnen.

Viel näher an der Spitze geht es kaum.

Platz 2: Griechenland

Griechenland erreicht eine Ersatzquote von 79,6 Prozent und verpasst Platz eins nur knapp.

Das ist angesichts der langen Rentendebatten und Reformen im Land durchaus bemerkenswert. Im OECD-Modell bleiben einem Durchschnittsverdiener im Ruhestand damit fast vier Fünftel des vorherigen Bruttoeinkommens.

Platz 1: Spanien

Ganz vorne landet Spanien.

Dort ersetzt die Rente laut OECD 80,4 Prozent des früheren Bruttoeinkommens. Kein anderes Land in der Untersuchung kommt auf einen höheren Wert.

Damit bleibt einem Durchschnittsverdiener rechnerisch mehr als vier Fünftel des vorherigen Einkommens erhalten.

Auffällig ist ohnehin, wie stark Südeuropa vertreten ist: Spanien, Griechenland, Portugal und Italien landen allesamt unter den ersten zehn.

Und Deutschland?

Deutschland kommt auf eine Ersatzquote von 42,1 Prozent und landet damit nur auf Platz 27 von 38 untersuchten Ländern.

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