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Echtes Geld – die Geschichte von Gold und Silber

Gold und Silber als Währung
Edelmetalle

Im Verlauf der Geschichte haben Gold und Silber eine entscheidende Rolle im globalen Finanzsystem gespielt. Ned Naylor-Leyland wirft einen Blick auf die wichtigsten Meilensteine für die Währungsmetalle und erläutert die anhaltende Relevanz von Gold und Silber für Anleger

09.06.2026 | 14:30 Uhr von «Ned Naylor-Leyland »

Gold und Silber faszinieren die Menschen seit mindestens 6000 Jahren. Im Osten Bulgariens wurden Menschen um 4500 v. Chr. mit Grabbeigaben aus Gold beigesetzt; in Ägypten und Mesopotamien gefundener Goldschmuck wird auf die Zeit um 4000 v. Chr. datiert. Im alten Ägypten dienten Goldringe als Zahlungsmittel, und die goldene Totenmaske des Kindkönigs Tutanchamun stammt aus der Zeit um 1325 v. Chr.

Nach heutigen Erkenntnissen wurden die ersten Münzen in Elektron geprägt, einer natürlich vorkommenden Legierung aus Gold und Silber. Von Silber weiß man, dass es um 700 v. Chr. als Zahlungsmittel verwendet wurde, vermutet aber, dass die Sumerer bereits mehrere Jahrtausende früher Silberblöcke als Geld nutzten. Um 550 v. Chr. ließ der griechische König Krösus von Lydien (dem westlichen Teil der heutigen Türkei) Goldmünzen prägen, die für ihren einheitlichen Metallgehalt bekannt waren.

Julius Cäsar kehrte mit so viel erbeutetem Gold von einem siegreichen Feldzug in Gallien zurück, dass er Roms Schulden tilgen und jeden seiner Soldaten mit 200 Münzen belohnen konnte.

Nach Christoph Kolumbus’ Fahrt nach Amerika soll der spanische König Ferdinand die Konquistadoren dazu gedrängt haben, Gold zu beschaffen – was sie dann auch taten: Im 17. und 18. Jahrhundert machten die Goldminen der Neuen Welt bis zu 80 Prozent der weltweiten Goldproduktion aus. Ähnlich verhält es sich mit Silber: Zwischen 1500 und 1800 entfielen rund 85 Prozent der weltweiten Silberproduktion auf Bolivien, Peru und Mexiko.

Goldgedecktes Papiergeld

In China war bereits im 7. Jahrhundert Papiergeld im Umlauf. Die Song-Dynastie gab im 10. Jahrhundert Jiaozi-Banknoten heraus, die in Gold, Silber oder Seide getauscht werden konnten. Am Ende des 19. Jahrhunderts waren viele der wichtigsten Währungen der Welt Teil eines als Goldstandard bezeichneten Systems und zu einem festen Preis pro Unze an Gold gebunden. Dieses staatlich ausgegebene Geld – die sogenannte Fiat-Währung – musste in Gold umtauschbar sein. Das begrenzte die im Umlauf befindliche Geldmenge auf ein Vielfaches der Goldreserven der jeweiligen Zentralbank. Länder mit einem Zahlungsbilanzüberschuss verzeichneten Goldzuflüsse, solche mit einem Defizit Abflüsse.

Nach dem Zweiten Weltkrieg etablierte das Bretton-Woods-Abkommen ein internationales Finanzsystem, in dem US-Dollar und Gold in einem festen Austauschverhältnis von 35 US-Dollar pro Unze Gold standen, während andere Währungen zu einem festen Wechselkurs an den Dollar gekoppelt waren, aber innerhalb einer engen Bandbreite schwanken konnten. Anders als beim Goldstandard waren Kapitalkontrollen zulässig, damit Regierungen ihre Wirtschaft ankurbeln konnten, ohne Sanktionen der Finanzmärkte befürchten zu müssen. Mit Bretton Woods wurden auch der Internationale Währungsfonds und die Weltbank gegründet.

Im Zuge des rasanten Wirtschaftswachstums der Nachkriegszeit zeigten sich in den 1960er-Jahren erste Spannungen im Währungssystem. Aufgrund einer stetigen, wenn auch geringen globalen Inflation war der reale Goldpreis zu niedrig. Ein chronisches Handelsdefizit zehrte die Goldreserven der USA auf. Im August 1971 setzte US-Präsident Richard Nixon die direkte Konvertibilität des US-Dollars in Gold für ausländische Zentralbanken aus. Das Bretton-Woods-System brach zusammen, und Gold wurde auf den Weltmärkten frei gehandelt. In der Folge konnten die USA so viel Geld drucken, wie sie wollten.

Die Geschichte von Gold und Silber ist von dramatischen Episoden geprägt. Die Zukunft der beiden Edelmetalle könnte aber sogar noch spannender sein, betrachtet man die jüngsten Aktivitäten der Zentralbanken, die Entwicklungen an den Finanzmärkten und die erheblichen finanziellen Belastungen, mit denen Regierungen in den USA, Europa und darüber hinaus konfrontiert sind.


Mehr Informationen zur Geschichte von Gold und Silber gibt es online  

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