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Goldpreis: Entscheidung in der zweiten Jahreshälfte

Goldnotierung glänzt zuletzt nicht mehr ganz so hell
Edelmetalle

Nach einem volatilen Jahresauftakt steht Gold nun vor einer entscheidenden zweiten Jahreshälfte. Diese wird laut dem vom World Gold Council veröffentlichten „Gold Mid-Year Outlook 2026“ von Unwägbarkeiten in den Bereichen Geopolitik, Zinssätze und Anlegerstimmung geprägt sein.

02.07.2026 | 15:30 Uhr

Nach einem volatilen Jahresauftakt steht Gold nun vor einer entscheidenden zweiten Jahreshälfte. Diese wird laut dem heute vom World Gold Council veröffentlichten „Gold Mid-Year Outlook 2026“ von Unwägbarkeiten in den Bereichen Geopolitik, Zinssätze und Anlegerstimmung geprägt sein. Gold stellte mehr als 12 Allzeithochs auf und erreichte Ende Januar einen Rekordwert von 5.405 US-Dollar pro Unze, bevor das Edelmetall im Juni heftig auf ein Tief von 4.002 US-Dollar pro Unze korrigierte. Diese Schwankung führte zu einem Gesamtrückgang von 7 Prozent seit Jahresbeginn und einem Anstieg der durchschnittlichen Volatilität auf 30 Prozent. [1] Trotz dieses Rücksetzers bleibt Gold eine der stärksten Anlageklassen des vergangenen Jahres.

Erhöhte geopolitische Risiken, die zu einem großen Teil auf den US-Iran-Konflikt zurückzuführen sind, waren laut dem „Gold Return Attribution Model (GRAM)“ des World Gold Council der wichtigste Faktor für die Performance der ersten Jahreshälfte – neben der Dynamik bei den Anlegerpositionierungen und Gewinnmitnahmen. Dahingegen hatten die Opportunitätskosten eine gemischte Wirkung, da die Märkte die Erwartungen bezüglich der Zinssätze und des US-Dollars neu bewerteten. Interessanterweise fand der Großteil der Preisbewegung während der asiatischen und US-amerikanischen Handelszeiten statt, was die zunehmend zentrale Rolle asiatischer Investoren bei der globalen Preisfindung widerspiegelt.

Mit Blick auf die zweite Jahreshälfte wird Gold weiterhin als Gradmesser für die globale Wirtschaftslage dienen, wie das „Gold Valuation Framework“ des World Gold Council zeigt. Im Gegensatz zu Vermögenswerten, die in erster Linie von inländischen Dynamiken getrieben werden, spiegelt Gold die Nachfrage von Verbrauchern, Investoren und Institutionen weltweit wider. Auf dem aktuellen Niveau stimmt der Goldpreis weitgehend mit dem Marktkonsens überein: mindestens eine Zinserhöhung der Fed im Jahr 2026, voraussichtlich bis Oktober; eine parallele Straffung durch die Bank of England, die Bank of Japan und die Europäische Zentralbank; sowie eine US-Inflation mit einem Höchststand von nahezu 3,9 Prozent im zweiten Quartal. Sollten diese Bedingungen Bestand haben, könnte Gold bis zum Jahresende in einer Spanne von 5 Prozent um etwa 4.100 US-Dollar pro Unze notieren.

Gold könnte seinen Aufwärtstrend wieder aufnehmen, wenn sich die geopolitischen oder wirtschaftlichen Bedingungen verschlechtern oder sich die Zinserwartungen verschieben. Allerdings dürfte nur ein starkes Signal für eine globale Konjunkturabkühlung den Goldpreis über 4.500 US-Dollar pro Unze treiben. Als wesentliche Risiken nach unten gelten ein starker Dollar, über den Erwartungen liegende Zinserhöhungen und eine risikofreudige Stimmung. Ein anhaltender Handel unterhalb von 4.000 US-Dollar pro Unze könnte weitere Verkäufe auslösen. Allerdings dürfte ein Rückgang von mehr als 10 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau organische Nachfrage von langfristig orientierten Käufern in mehreren Regionen mit sich bringen, wie historische Entwicklungen nahelegen.

Juan Carlos Artigas, Regional CEO, Americas und Global Head of Research beim World Gold Council, kommentiert: „Der Goldmarkt hat in diesem Jahr eines unmissverständlich klar gemacht: Gold ist ein wahrhaft globaler Vermögenswert. Der Goldpreis spiegelt die makroökonomische und geopolitische Dynamik auf der ganzen Welt wider, nicht nur in den USA, was ihn für Investoren zu einem so wertvollen Indikator macht. Zinssätze sind wichtig, und wir erwarten, dass sie in der zweiten Jahreshälfte eine Schlüsselvariable sein werden. Aber die Performance von Gold wird nicht von einem einzelnen Faktor getrieben. Gold ist in diesem Jahr nahe der Marke von 4.000 US-Dollar pro Unze unter Druck geraten und hat sich anschließend wieder erholt, gestützt durch die organische Nachfrage von langfristigen Käufern in verschiedenen Regionen. Diese strukturelle Nachfrage von Zentralbanken, institutionellen Investoren und Verbrauchern weltweit ist es, welche die Widerstandsfähigkeit von Gold untermauert.“ (pg)

[1] Stand 26. Juni 2026, basierend auf dem LBMA Gold Price PM und dem Durchschnitt der realisierten 30-Tage-Volatilität im ersten Halbjahr.

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