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Immobilienfondskrise fordert nächste Opfer

Immobilienfondskrise findet kein Ende.
Immobilienfonds

Die Krise der offenen Immobilienfonds erreicht eine neue Eskalationsstufe. UBS zieht beim Euroinvest Immobilien die Reißleine und leitet die Abwicklung ein. Gleichzeitig muss die DWS ihr milliardenschweres Flaggschiff Grundbesitz Europa erneut abwerten. Für Anleger stellt sich zunehmend die Frage, wie viel ihre Immobilienfonds tatsächlich noch wert sind.

30.09.2026 | 07:00 Uhr von «Jörn Kränicke»

UBS Euroinvest: Immobilienfonds wird abgewickelt 

Die Probleme am europäischen Immobilienmarkt haben ein weiteres Opfer gefordert. Die UBS Real Estate hat die Verwaltung des offenen Immobilienfonds UBS (D) Euroinvest Immobilien gekündigt. Der Fonds wird abgewickelt. Die Ausgabe und Rücknahme von Anteilen ist bereits eingestellt. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) wurde über die Entscheidung informiert. Die UBS begründet den Schritt mit den anhaltenden Schwierigkeiten auf dem europäischen Immobilienmarkt. Diese hätten die geplante Neuausrichtung der Anlagestrategie und die Diversifizierung des Portfolios behindert. Besonders problematisch ist die Liquiditätssituation. Würde UBS die derzeit vorliegenden Rücknahmeanträge bedienen, müsste der Fonds nach Angaben der Gesellschaft weitere besonders liquide Immobilien verkaufen. Dadurch könnte die Qualität und Tragfähigkeit des verbleibenden Portfolios leiden. 

Die Gefahr: Weitere Anleger könnten ihre Anteile zurückgeben und damit zusätzlichen Verkaufsdruck erzeugen. Um eine solche Entwicklung zu vermeiden, hat sich die UBS für eine geordnete Abwicklung entschieden. Die Immobilien sollen verkauft und die Erlöse an die Anleger ausgeschüttet werden. Die Liquidation beginnt mit der Veröffentlichung der Kündigungsbekanntmachung im Bundesanzeiger. Die UBS bleibt bis zum Abschluss der Abwicklung für den Fonds verantwortlich. 

Für Anleger bedeutet das vor allem eines: Sie können ihre Fondsanteile nicht mehr regulär an die Fondsgesellschaft zurückgeben. Stattdessen müssen sie auf die Erlöse aus den Immobilienverkäufen warten. Wie lange die Abwicklung dauern wird und welche Beträge letztlich ausgezahlt werden können, ist ungewiss. 

Auch DWS unter Druck: Alle drei Grundbesitz-Fonds verlieren an Wert 

Auch bei der DWS hinterlässt die Immobilienkrise deutliche Spuren. Besonders brisant ist die Entwicklung beim Grundbesitz Europa, einem der größten offenen Immobilienpublikumsfonds Deutschlands. Der Fonds hält noch rund 65 Immobilien und verwaltet ein Vermögen von etwa 4,3 Milliarden Euro. Anfang September wurde das Portfolio um 3,2 Prozent abgewertet. Auf 3-Monatssicht liegt der Fonds um 7,3 Prozent hinten. Seit Jahresbeginn summieren sich die Verluste auf 7,1 Prozent, über drei Jahre beträgt das Minus durchschnittlich 3,8 Prozent jährlich. 

Doch auch die beiden anderen offenen Immobilienfonds der DWS haben mit Wertverlusten zu kämpfen. Der weltweit investierende Grundbesitz Global verwaltete Anfang September rund zwei Milliarden Euro. Seit Jahresbeginn verlor der Fonds 4,9 Prozent. Über drei Jahre summierte sich der Verlust auf 11,29 Prozent. 

Auch der auf den deutschen Immobilienmarkt konzentrierte Grundbesitz Fokus Deutschland musste Wertkorrekturen hinnehmen. Der Fonds verwaltete Anfang September noch rund 514 Millionen Euro. Seit Jahresbeginn verlor er 5,3 Prozent an Wert. Auf 3-Monatssicht waren es 5,6 Prozent. In den vergangenen drei Jahren verlor er kumuliert 7,8 Prozent an Wert.

 Die bisherigen offiziellen Verluste bei den DWS-Immobilienfonds sind zwar schmerzlich, sind aber auf dem Papier noch einigermaßen moderat. Schaut man aber auf den Börsenhandel mit den DWS-Fonds zeigt sich ein anderes Bild. Hier liegen die aktuellen Abschläge zu den offiziellen DWS-Kursen je nach Fonds bei 30 bis 35 Prozent. Die Börse vermutet also noch viel Abschlagspotenzial. Wer also schnell verkaufen will, muss also deutliche Verluste hinnehmen. 

Das zeigt, wie hoch die Skepsis gegenüber den offenen Immobilienfonds ist Ob die Preiskorrekturen bereits weitgehend abgeschlossen sind, bleibt offen. Die Abwicklung des UBS Euroinvest und die Verluste bei den drei Grundbesitz Fonds zeigen jedenfalls, dass die Anpassung an das veränderte Zins- und Marktumfeld für die Branche noch nicht beendet ist.

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