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Goldpreis-Crash: Neue Chancen für strategische Anleger

Gold glänzt trotz Preisrutsch
Edelmetalle

Trotz massiver kurzfristiger Rückgänge infolge geopolitischer Spannungen bleiben die fundamentalen Treiber für Gold stark. Die Korrektur könnte der Startschuss für die nächste Aufwärtsphase im Edelmetallsektor sein, meinen die Rohstoffexperten von Baker Steel.

30.03.2026 | 10:30 Uhr

Der Goldsektor hat seit dem Beginn des Konflikts im Mittleren Osten (des „dritten Golfkrieges“) einen starken Preisrückgang verzeichnet, der sich in zwei Phasen vollzog: In den ersten 2 ½ Wochen korrigierte der Goldpreis um circa 400 US-Dollar und zwischen dem 18. Und 23. März, als klar war, dass die Straße von Hormus fast vollständig und für länger geschlossen bleiben würde, um weitere 800 US-Dollar pro Unze. Seitdem hat es eine kleine Erholung um etwa 200 US-Dollar pro Unze gegeben.

Der Rückgang des Goldpreises ist unserer Ansicht nach in erster Linie auf kurzfristige makroökonomische Faktoren und liquiditätsbedingte Verkäufe zurückzuführen und nicht auf eine Verschlechterung der fundamentalen Aussichten für Gold. Ein starker Anstieg der realen Renditen in den USA, als Konsequenz eines höheren Öl- und Gaspreises, höherer Inflations- und Leitzinserwartungen, sowie ein stärkerer US-Dollar lösten einen Ausverkauf bei Gold, Silber und Minenaktien aus. Dazu kamen Liquiditätsbedürfnisse vieler Anleger, um Verluste bei anderen Kapitalanlagen zu decken, zum Teil durch sogenannte Margin-Calls verschärft. Dadurch wurde der Goldpreis auf ein Niveau zurückgedrückt, das zuletzt im Dezember zu beobachten war. Die Situation wurde wahrscheinlich durch anhaltende Gewinnmitnahmen verschärft, nachdem sich der Sektor Anfang 2026 weiterhin gut entwickelt hatte. Auch die Aktien von Goldminenunternehmen haben zum Teil stark nachgegeben, partiell auch deshalb, weil breite Aktienmärkte korrigierten.

Das Team von Baker Steel hat rasch gehandelt, um sowohl unsere Edelmetallstrategie als auch unsere Elektrum-Strategie als Reaktion auf den Ausverkauf neu auszurichten und uns auf die Erholung vorzubereiten, die unserer Einschätzung nach einsetzen wird, sobald sich die Fundamentaldaten wieder durchsetzen.

Die derzeitigen Korrekturen sind in einem allgemeinen Aufwärtstrend bei Gold und Goldaktien nicht ungewöhnlich; die Geschichte liefert hierfür mehrere Beispiele. Als sich 2008 die globale Finanzkrise („GFC“) ausbreitete, verzeichneten Gold- und Edelmetallproduzenten einen erheblichen Kursrückgang, bevor sie in einen mehrjährigen Aufwärtstrend eintraten. Ähnlich verhielt es sich während der globalen Pandemie im Jahr 2020: Der Sektor verzeichnete angesichts weit verbreiteter Liquiditätsengpässe einen starken Ausverkauf, erholte sich jedoch rasch und erzielte in den folgenden Monaten kräftige Gewinne. In beiden Fällen führten die Edelmetallproduzenten die Erholung an und schnitten besser ab als physisches Gold und die Aktienmärkte insgesamt.

Erholung Goldpreis
Erholung Goldpreis

Wir sind der Ansicht, dass das aktuelle Umfeld eine vergleichbare Chance bietet, da sich die günstigen fundamentalen Rahmenbedingungen für den Goldsektor nicht geändert haben. Auch wenn Gold, Silber und Edelmetall-Minenaktien in den kommenden Tagen weiteren Schwankungen ausgesetzt sein könnte – insbesondere falls die Aktienmärkte insgesamt nachgeben sollten –, ist  klar, dass der Konflikt im Nahen Osten die Risiken von Inflation, Stagflation und erhöhten Haushaltsdefiziten verstärkt hat. Die zunehmend untragbare Schuldenlast des US-Bundeshaushalts deutet auf eine fiskalische Dominanz hin, die durch den politischen Druck, die Zinsen niedrig zu halten, gestützt wird und zu einer finanziellen Repression führen würde, sollten die Realzinsen ins Negative rutschen. Diese Gefahr einer Geldentwertung stützt die Investitionsnachfrage nach Edelmetallen als Mittel zum Vermögensschutz. Unterdessen begünstigen die weiterhin volatilen makroökonomischen und geopolitischen Rahmenbedingungen Gold als Reservewährung für Zentralbanken, während die Nachfrage aus dem Technologiesektor (insbesondere die Nachfrage nach Silber für Photovoltaikanlagen) zunimmt. Auch wenn kurzfristig mit Schwankungen zu rechnen ist, stützen diese Nachfragefaktoren in Verbindung mit einem knappen physischen Angebot weiterhin die langfristige Nachfrage nach Edelmetallen.

Bei Baker Steel haben wir die jüngste Schwächephase genutzt, um gezielt Positionen in hochwertigen, unterbewerteten mittelgroßen Goldminenunternehmen aufzubauen, wobei wir uns des sich wandelnden Risikoprofils in diesem Sektor bewusst sind. Zudem haben wir das Portfolio auf Unternehmen umgeschichtet, die weniger anfällig für Energieversorgungsschocks sind, und stehen in proaktivem Dialog mit den Portfoliounternehmen, um zu beurteilen, wie diese sich auf mögliche Produktionskostensteigerungen und Störungen in der Lieferkette einstellen wollen.

Wir blicken weiterhin zuversichtlich auf die Aussichten für Gold- und Edelmetallaktien und sind der Ansicht, dass die aktuellen Rahmenbedingungen die Grundlage für die nächste Phase des Zyklus bilden. Trotz eines möglichen Kostendrucks durch höhere Energiepreise erzielen Edelmetallproduzenten dank einer disziplinierten Kapitalallokation weiterhin solide Margen. Wir sehen Chancen bei Industrie- und Spezialmetallen, die von der aktuellen Krise betroffen sind. Da Bergbauaktien sowohl im historischen Vergleich als auch relativ gesehen unterbewertet erscheinen, identifiziert das Team von Baker Steel durch eine disziplinierte und flexible Aktienauswahl weiterhin Chancen inmitten der Marktvolatilität. (pg)

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