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Dividendenstrategien werden bei Anlegern immer beliebter. (AI-Grafik © 2026 by MvA)
Dividendenfonds

Globale Dividendenfonds: Das sind die Besten

Dividenden sprudeln wie lange nicht mehr. Auch US-Konzerne setzen plötzlich stärker auf Ausschüttungen statt Rückkäufe. Ein Vergleich der besten globalen Dividendenstrategien zeigt, wie Anleger davon profitieren können.

11.08.2026 | 10:00 Uhr von «Matthias von Arnim»

Krieg? Krise? Klimakollaps? Schaut man sich die jüngsten Zahlen der Dividendensaison 2026 an, scheinen all die schlechten Nachrichten, die täglich die Schlagzeilen beherrschen, den Unternehmen rund um den Globus nicht viel anhaben zu können. Laut der ersten Ausgabe des Janus Henderson Global Dividend and Buyback Index sind die weltweiten Dividendenzahlungen im ersten Quartal auf den Rekordwert von 424,5 Milliarden US-Dollar geklettert – ein Plus von 10,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Wachstum verteilt sich breit über Nordamerika, Europa, Japan und Großbritannien. Selbst ein unruhiges makroökonomisches Umfeld konnte den Ausschüttungen nichts anhaben.

Besonders bemerkenswert: Allein US-Unternehmen haben 183,5 Milliarden US-Dollar beigesteuert, also 46,3 Prozent der weltweiten Summe. Das ist für US-amerikanische Konzerne, die Aktionäre traditionell eher über Aktienrückkäufe als über Dividenden bei Laune halten, ein spürbarer Kurswechsel. Genau dieser Punkt ist erstaunlich. Rückkäufe erreichten im ersten Quartal zwar mit 425,7 Milliarden US-Dollar ein ähnlich hohes Niveau, gingen im Jahresvergleich aber um 3,1 Prozent zurück. Jane Shoemake, Client Portfolio Managerin im Global Equity Income Team von Janus Henderson Investors, ordnet das so ein: Dividenden seien in aller Regel langfristig angelegte Entscheidungen der Unternehmensführung, die auf Nachhaltigkeit ausgelegt sind, während Rückkäufe eher diskretionär und konjunkturabhängig gesteuert würden. Damit liefere die Dividende das verlässlichere Signal für das Vertrauen des Managements in die eigene Ertragskraft, während der Rückkauf eher als flexibles Steuerungsinstrument diene. Auch S&P Global Market Intelligence rechnet in seinem aktuellen Dividendenausblick für den US-Markt mit einem Wachstum von rund 6,5 Prozent im Jahresvergleich – und geht davon aus, dass in praktisch allen betrachteten Branchen die Ausschüttungen steigen werden.

Hinzu kommt eine Verschiebung der Kapitalströme: Weil Anleger 2026 zunehmend aus hochbewerteten Wachstumswerten in verlässliche Cashflow-Werte umschichten, haben sich sogenannte Dividendenaristokraten und -könige spürbar besser entwickelt als der breite Markt. Vieles spricht also dafür, dass der Dividendenschub kein Strohfeuer ist, sondern eine strukturelle Verschiebung in der Kapitalallokation vieler Großkonzerne – auch wenn, wie jede Prognose, auch diese Einschätzung mit Unsicherheit behaftet bleibt.

Die Suche nach den passenden Anlageinstrumenten

Der Trend zu höheren Ausschüttungen dürfte die Nachfrage nach Dividendenfonds weiter schüren. Die Herausforderung in der Beratung: Anleger bevorzugen, wenn das Thema darauf kommt, meistens ausschüttende Varianten. Was allerdings nicht immer Sinn macht. Gerade jüngeren Anlegern mit zu erwartender längerer Vermögensaufbauphase sind eher thesaurierende Fonds zu empfehlen, um den steuerlichen Aufschub mitzunehmen. Ein weiteres Thema ist die Wahl des Fonds-Typs: ETFs überzeugen hier mit ihren niedrigen Kosten – was nicht heißt, dass aktiv gemanagte Dividenden-Fonds keine Stärken hätten. Die Frage, welche Art von Anlageinstrument die richtige Wahl ist, lässt sich deshalb erst dem Vergleich der verschiedenen Optionen beantworten.

Passiv: Nicht jeder Dividenden-Index ist gleich gut

Wer nur auf den Namen „Dividenden-ETF“ vertraut, kann leicht in die falsche Schublade greifen. Das zeigt ein Vergleich von thesaurierenden ETFs, die bereits länger als fünf Jahre am Markt sind. In der Gruppe der globalen Dividenden-ETFs liegen in der 5-Jahresperformance Welten zwischen den besten und schwächsten Produkten. Der First Trust Value Line Dividend Index ETF etwa kommt über fünf Jahre nur auf 6,65 Prozent per annum. Das ist weniger als die Hälfte der Rendite, die die Spitzenreiter in diesem Zeitraum schafften. Der Grund liegt fast immer im Regelwerk des zugrunde liegenden Index: Wer einfach nur die höchste Dividendenrendite herausfiltert, kauft sich oft überteuerte, wenig wachstumsstarke oder gar fragile Titel ein.

Auswahl starker Dividenden-ETFs

ISIN Name Auflegung Volumen in Mio. Euro Perf. 1 Jahr Perf. 3 Jahre p.a. Perf. 5 Jahre p.a. Lfd. Kosten
NL0011683594 VanEck Morningstar Dev. Mrkts. Div. Leaders ETF 23.05.16 8,98 32,19% 20,95% 18,93% 0,38%
IE00BYTH6121 First Trust Global Equity Income ETF 28.08.15 60,63 32,88% 19,41% 14,03% 0,70%
LU0292096186 Xtrackers STOXX Global Select Div. 100 Swap ETF 01.06.07 997,98 32,97% 20,01% 12,60% 0,50%
IE00BK5BR626 Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield ETF 24.09.19 2,83 27,58% 16,24% 12,58% 0,29%
IE00BD0B9B76 iShares Refinitiv Incl. and Div. ETF 07.09.18 72,52 36,00% 18,13% 12,50% 0,25%
IE00BKVKW020 First Trust Value Line Div Idx ETF 12.02.20 6,69 13,02% 6,53% 6,65% 0,70%

Stand: 3.8.2026, Quellen: FVBS professional, eigene Recherchen

Ganz anders schneiden die beiden Spitzenreiter ab. An erster Stelle des mit der Fondssoftware FVBS professional erstellten Vergleichs steht der VanEck Morningstar Developed Markets Dividend Leaders ETF mit 18,93 Prozent Wertentwicklung per annum über fünf Jahre und 32,19 Prozent im vergangenen Jahr – bei laufenden Kosten von nur 0,38 Prozent. Der ETF bildet den Morningstar Developed Markets Large Cap Dividend Leaders Screened Select Index physisch nach, der die 100 Industrieländer-Aktien mit der höchsten Dividendenrendite auswählt, dabei aber gezielt Firmen mit unsicherer oder rückläufiger Dividendenhistorie herausfiltert und zusätzlich ESG-Ausschlusskriterien anwendet. Entscheidend ist der Stabilitäts-Filter: Nur wer über Jahre konstant und ohne Kürzungen ausgeschüttet hat, schafft es überhaupt in den Auswahlpool. Diese Disziplin bei der Indexkonstruktion könnte ein entscheidender Faktor sein, warum das Produkt so deutlich vor reinen Höchstrendite-Indizes liegt.

Auf Platz zwei folgt der First Trust Global Equity Income ETF mit 14,03 Prozent per annum über fünf Jahre und laufenden Kosten von 0,70 Prozent. Er bildet den Nasdaq Global High Equity Income Index ab, der Aktien nicht allein nach Dividendenrendite, sondern nach einer Kombination aus Liquidität, Ausschüttungshöhe und Qualitätskriterien auswählt. Dieser dreifache Filter sorgt für eine Mischung aus Ertragsstärke und finanzieller Substanz der Portfoliounternehmen – ein Ansatz, der sich gerade in Phasen mit erhöhter Marktvolatilität als stabilisierend erwiesen hat.

Die beiden Produkte sind gute Beispiele für ETFs, die Indizes für ihren Portfolioaufbau nutzen, die den Faktor Dividendenrendite mit einem Qualitäts- oder Nachhaltigkeitsfilter kombinieren. Reine Höchstrendite-Indizes ohne Screening bleiben tendenziell zurück.

Aktiv: Wo Fondsmanager echten Mehrwert stiften

Bei den aktiv gemanagten Fonds zeigt sich ein anderes Bild. Hier ist das Fondsmanagement ein nicht zu unterschätzender Kostentreiber. Zwischen 0,82 und knapp 2,0 Prozent laufende Kosten pro Jahr nagen an der Rendite. Immerhin liefern die besten Häuser dafür einen klar erkennbaren Mehrwert durch Flexibilität, den ein starrer Index nicht bieten kann.

Auswahl starker Dividenden-ETFs

ISIN Name Auflegung Volumen in  Mio. Euro Perf. 1 Jahr Perf. 3 Jahre p.a. Perf. 5 Jahre p.a. Lfd. Kosten
LI0008475134 LLB Aktien Dividendenperlen CHF T 09.03.98 306,16 21,69% 13,20% 11,44% 0,8168
LU0245042477 ABAKUS World Dividend Fund 21.02.06 23,59 28,83% 15,45% 10,47% 1,98
LU0611173930 UBS (L) Equity - Global High Div. (USD) EUR h P 15.04.11 71,57 35,73% 17,69% 10,41% 1,61302
LU0462862359 Swiss Life Eq Glo High Divid R Cap 10.11.09 50,9 21,68% 12,39% 9,35% 1,6522
LU0507265923 DWS Invest Top Dividend LC 01.07.10 857,36 23,71% 12,12% 9,11% 1,602

Stand: 3.8.2026, Quellen: FVBS professional, eigene Recherchen

Der LLB Aktien Dividendenperlen CHF T etwa führt das Feld mit 11,44 Prozent per annum über fünf Jahre an, bei Kosten von 0,82 Prozent. Aufgelegt bereits 1998, ist er der mit Abstand älteste Fonds im Vergleich. Sein Erfolgsrezept ist das hauseigene, quantitative LLB-Dividendenmodell: ein bottom-up-orientiertes Multifaktor-Verfahren, das aus dem MSCI-Weltaktienuniversum rund 50 Titel mit überdurchschnittlicher erwarteter Dividenden- beziehungsweise Aktionärsrendite herausfiltert und diese annähernd gleichgewichtet. Das konzentrierte, computergestützte Auswahlverfahren sowie die inzwischen integrierten ESG-Kriterien unterscheiden den Fonds deutlich von einem breit gestreuten Index-ETF.

Auf Rang zwei liegt der ABAKUS World Dividend Fund mit 10,47 Prozent per annum über fünf Jahre, allerdings bei spürbar höheren Kosten von 1,98 Prozent. Gemanagt wird der Fonds nach einem wert- und wachstumsorientierten, ebenfalls quantitativ-systematischen Auswahlprozess, der günstig bewertete Aktien mit hohen und vor allem stabilen Dividendenrenditen aufspürt und zusätzlich um Liquiditäts- und Qualitätsfilter ergänzt. Sein entscheidender Unterschied zu den meisten ETFs: Bis zu 49 Prozent des Fondsvermögens dürfen in Schwellenländeraktien fließen. Diese Freiheit, opportunistisch auch außerhalb entwickelter Märkte nach Dividendenperlen zu suchen, erklärt einen Teil der Outperformance – bringt aber auch ein höheres Risiko und höhere Kosten mit sich. 

Fazit: Kein Sieger nach Punkten, sondern nach Einsatzzweck

Wer ausschließlich auf die nackten Fünfjahreszahlen schaut, muss feststellen: Die besten passiven ETFs schlagen die besten aktiven Fonds im Vergleich deutlich – und das bei einem Bruchteil der Kosten. Der VanEck Morningstar Developed Markets Dividend Leaders ETF liegt mit 18,93 Prozent per annum klar vor dem besten aktiven Produkt, dem LLB Aktien Dividendenperlen mit 11,44 Prozent, und das bei einer Kostenquote von 0,38 statt 0,82 Prozent. Für Anleger, die eine breit diversifizierte Dividendenstrategie aus Industrieländern suchen, sind gut konstruierte ETFs mit Qualitäts- und Nachhaltigkeitsfilter daher schwer zu schlagen.

Ganz abschreiben sollte man aktive Fonds trotzdem nicht. Ihr Mehrwert liegt dort, wo ein Index an seine Grenzen stößt: bei der gezielten Beimischung von Schwellenländeraktien, bei der Risikosteuerung in Stressphasen und bei der Möglichkeit, kurzfristig auf Dividendenkürzungen einzelner Titel zu reagieren, statt starr an einer Indexzusammensetzung festzuhalten.

Gerade in einem Umfeld, in dem laut Janus Henderson und S&P Global Market Intelligence die Dividendendynamik zwar breit, aber nicht überall gleichmäßig verläuft, kann diese Flexibilität ihren Preis wert sein. Die pragmatischste Lösung dürfte für die meisten Anleger eine Kombination sein: ein kostengünstiger, index-basierter ETF mit strengem Qualitätsfilter als Kern des Dividendenportfolios, ergänzt um einen selektiv eingesetzten aktiven Fonds für Schwellenländer-Exposure oder als Absicherung in volatilen Marktphasen.

Wichtig bleibt in jedem Fall der Blick unter die Motorhaube: Nicht das Etikett „Dividende" entscheidet über den Erfolg, sondern die Qualität des Auswahlprozesses dahinter – ob nun von einem Indexanbieter oder einem Fondsmanager gesteuert.

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