Volker Zenk von SJB FondsSkyline bleibt für Schwellenländer-Aktien, Gold und Kryptowährungen optimistisch. An den hoch bewerteten US-Börsen sieht er dagegen Korrekturpotenzial. Auch die steigenden Renditen japanischer Staatsanleihen könnten für die globalen Aktienmärkte zum Risikofaktor werden.
16.09.2026 | 14:00 Uhr
Die internationalen Aktienmärkte bewegen sich auf hohem Niveau, zahlreiche wichtige Indizes notieren auf oder nahe ihren Allzeithochs. Für Volker Zenk von SJB FondsSkyline ist das allerdings kein Grund, in Alarmstimmung zu geraten. „Angst ist immer ein schlechter Ratgeber für Investoren“, sagt Zenk. Gleichwohl mahnten insbesondere die hohen Bewertungen an den US-amerikanischen Aktien- und Technologiebörsen zur Vorsicht. Eine ausgeprägte Korrektur sei dort durchaus möglich. Anders beurteilt Zenk die Situation in Japan. Beim Nikkei sieht er die Aufwärtsbewegung auf einer breiteren Basis und die Bewertungen weiterhin auf einem angemessenen Niveau.
Auch an den Rentenmärkten rechnet Zenk mit einer Phase der Konsolidierung. Die zuletzt gestiegenen Inflationsraten in den USA und der Eurozone hätten die Erwartungen an eine restriktivere Geldpolitik verstärkt. Die Kursbewegungen am Anleihemarkt und insbesondere die höheren Renditen langlaufender Anleihen hätten einen Teil dieser Entwicklung bereits vorweggenommen. Auf dem inzwischen erreichten Renditeniveau erwartet Zenk deshalb zunächst eine Seitwärtsbewegung. Entscheidend werde sein, welche konkreten Signale von den Notenbanken zum weiteren geldpolitischen Kurs ausgingen.
Besondere Aufmerksamkeit verdient aus Sicht des SJB-Experten der japanische Anleihemarkt. Die Rendite zehnjähriger japanischer Staatsanleihen nähert sich der Marke von drei Prozent und liegt damit laut Zenk auf dem höchsten Niveau seit rund drei Jahrzehnten. Damit steigen die Risiken für bestehende Yen-Carry-Trades. Bei diesen Geschäften wird typischerweise Kapital in der niedrig verzinsten japanischen Währung aufgenommen und in höher rentierliche Anlagen investiert. Eine stärkere Aufwertung des Yen oder steigende Finanzierungskosten könnten solche Positionen unter Druck setzen. Zenk sieht darin auch ein mögliches Risiko für die internationalen Aktienmärkte. Sollte es zu einer größeren Rückabwicklung entsprechender Positionen kommen, könnte Liquidität aus den Aktienmärkten abgezogen werden. Fundamental hält Zenk den Yen gegenüber Euro und US-Dollar zudem für deutlich unterbewertet. Eine weitere Aufwertung der japanischen Währung sei daher nicht auszuschließen.
Deutlich optimistischer fällt der Blick auf die Emerging Markets aus. Nach der erfreulichen Entwicklung im bisherigen Jahresverlauf erwartet Zenk eine Fortsetzung des positiven Trends. Dabei beschränkt sich seine Einschätzung nicht auf die besonders dynamischen Technologiemärkte Taiwan und Südkorea. Auch weniger stark beachtete Schwellenländer bieten aus seiner Sicht langfristig Potenzial. Brasilien nennt Zenk aufgrund seiner Rohstoffbasis als interessantes Beispiel. Daneben sieht er Chancen in den osteuropäischen Emerging Markets, insbesondere Polen und Ungarn. Damit setzt SJB Fondsskyline auf eine breitere Streuung innerhalb der Schwellenländer – und nicht ausschließlich auf die derzeit besonders populären Technologiewerte.
Auch Kryptowährungen bleiben Bestandteil der Anlagestrategie. Die jüngste kräftige Aufwärtsbewegung des Bitcoin habe Zenk nicht überrascht. SJB Fondsskyline hält mit dem BIT Global Crypto Leaders und dem VanEck Crypto&Blockchain Innovators gleich zwei entsprechende Fonds in seiner Mannschaft. Zenk räumt die weiterhin hohe Volatilität des Segments ein. Im Verhältnis zu den inzwischen ebenfalls sehr hoch bewerteten Technologiewerten sieht er das Risiko von Kryptoanlagen allerdings nicht grundsätzlich deutlich höher. Zusätzlichen Rückenwind könnten Bitcoin und andere Kryptowährungen durch eine veränderte Rolle als Portfolioabsicherung erhalten. Zenk beobachtet eine zunehmende Bereitschaft von Marktteilnehmern, Kryptowährungen als möglichen Hedge gegen eine steigende US-Inflation einzusetzen.
Besonders positiv bleibt Zenk für Gold und Goldminenaktien. Nach dem deutlichen Rücksetzer habe sich der Goldpreis in der Region um 4.000 US-Dollar stabilisiert. Den vorherigen Kursrutsch interpretiert er deshalb nicht als Ende des langfristigen Aufwärtstrends, sondern als Konsolidierung innerhalb einer weiterhin intakten Bewegung nach oben. Für Gold sprechen aus seiner Sicht mehrere Faktoren gleichzeitig: die angespannte geopolitische Lage, hohe Bewertungen an den internationalen Aktienmärkten und die anhaltende Nachfrage der Zentralbanken. Entsprechend bleibt Gold Bestandteil der Mannschaft von SJB FondsSkyline. Zenk verweist dabei insbesondere auf den Earth Gold Fund.
Mit Blick auf die eigene Portfoliostruktur zieht Zenk schließlich eine sportliche Bilanz. Mit der bisherigen Entwicklung seiner „Mannschaft“ sei man sehr zufrieden – Auswechslungen habe es in der laufenden Spielzeit bislang keine gegeben. Besonders hebt er die beiden Multi-Asset-Fonds RB LuxTopic Flex und Huber Portfolio hervor. Beide hätten wesentlich zum Gesamtergebnis beigetragen, allerdings mit unterschiedlichen Ansätzen. Der RB LuxTopic Flex habe insbesondere von seinen Absicherungsstrategien und dem rechtzeitigen Engagement in Halbleiteraktien profitiert. Das inzwischen für neue Kapitalzuflüsse geschlossene Huber Portfolio habe dagegen mit seinem antizyklischen Ansatz überzeugt. Dieser passe laut Zenk besonders gut zur Investmentphilosophie von SJB.

| Team | Perf. 2026 |
|---|---|
| Zindstein Vermögensverwaltung GmbH | 24,57% |
| Nordproject | 15,34% |
| SJB FondsSkyline | 15,18% |
| Oberbanscheidt | 14,82% |
| Urban & Kollegen | 14,47% |
| Fonds Laden | 13,64% |
| Plutos Vermögensverwaltung | 12,93% |
| Performance AG | 11,37% |
| HOPPE VermögensBetreuung | 11,20% |
| Bank für Vermögen | 9,38% |
| ALPS Family Office | 9,37% |
| FONDS & MORE GmbH | 9,20% |
| Source for Alpha | 8,29% |
| Greiff Capital | 7,97% |
| QBS Invest | 7,22% |
| Acatis | 6,50% |
| Plan F | 6,46% |
| Höng Wealth Management | 6,14% |
| VALEXX AG | 5,49% |
| FIVV AG | 5,35% |
| Top Vermögen | 5,21% |
| Bayerische Vermögen Management | 4,05% |
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