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Bauzinsen steigen massiv

Bauen wird noch teurer
Immobilienfinanzierung

Die Bauzinsen für zehnjährige Immobilienkredite haben die Marke von vier Prozent deutlich überschritten. Ursache sind vor allem gestiegene Renditen am Anleihemarkt. Für die weitere Entwicklung bis Jahresende sind die Einschätzungen der Banken uneinheitlich.

11.09.2026 | 10:00 Uhr

Die Bauzinsen ziehen weiter an. Für zehnjährige Darlehen liegen die Konditionen aktuell bei knapp 4,2 Prozent, teilte der Baufinanzierungsvermittler Interhyp mit. Damit setzt sich der Aufwärtstrend der vergangenen Wochen fort. Entscheidend für die langfristigen Bauzinsen sind dabei weniger einzelne Schritte der Europäischen Zentralbank (EZB) als die Entwicklung an den Kapitalmärkten. 

„Immobilienkäufer sollten sich weniger an einzelnen EZB-Schritten als an den Entwicklungen am Anleihemarkt orientieren“, sagt Jörg Utecht, Vorstandsvorsitzender der Interhyp AG. Gestiegene Energiepreise hätten zuletzt die Sorge vor einer länger anhaltenden Inflation verstärkt. Dadurch seien die Renditen langfristiger Staatsanleihen gestiegen – und mit ihnen die Bauzinsen. 

Utecht rechnet deshalb damit, dass das Zinsniveau zunächst oberhalb der Vier-Prozent-Marke bleibt. Für Immobilienkäufer bedeutet das: Eine schnelle Rückkehr zu den deutlich niedrigeren Finanzierungskonditionen der vergangenen Jahre ist derzeit nicht absehbar. 

Banken uneinig über weitere Zinsentwicklung 

Wie es bis zum Jahresende weitergeht, ist allerdings offen. Das aktuelle Interhyp-Bankenpanel zeigt ein ungewöhnlich geteiltes Bild. Für die kommenden ein bis zwei Monate erwarten 50 Prozent der befragten Experten weiter steigende Bauzinsen. Die andere Hälfte rechnet mit einer Seitwärtsbewegung. 

Noch uneinheitlicher ist die Einschätzung für das Jahresende: Jeweils rund ein Drittel der Panel-Teilnehmer erwartet steigende, stabile oder wieder fallende Zinsen. Als wichtige Einflussfaktoren gelten neben der Inflation insbesondere die geopolitische Lage, die Konjunktur und die Entwicklung der Staatsanleiherenditen. 

Kurzfristig bleibt nach Einschätzung eines Panel-Teilnehmers vor allem die Lage im Nahen Osten entscheidend. Gleichzeitig hat sich die Konjunkturstimmung verbessert, während die Rezessionssorgen trotz höherer Energiepreise zurückgegangen sind. 

Auch die staatliche Ausgabenpolitik spielt eine Rolle. Globale Fiskalprogramme und insbesondere höhere europäische Ausgaben für die Verteidigung könnten den Aufwärtsdruck auf die langfristigen Renditen verstärken. Ein nachhaltiger Waffenstillstand im Nahen Osten oder ein deutlicher Konjunktureinbruch könnten dagegen für fallende Zinsen sorgen. 

Keine Torschlusspanik bei der Baufinanzierung 

Trotz des gestiegenen Zinsniveaus sieht Interhyp keinen Anlass für eine Torschlusspanik. Immobilienkäufer sollten sich vielmehr sorgfältig auf die Finanzierung vorbereiten und verschiedene Angebote vergleichen. 

„Zinsen um die vier Prozent sind die neue Realität, auf die man sich einstellen kann“, sagt Utecht. Neben dem Zinssatz seien auch die Zinsbindung und die Tilgungsrate entscheidend für die monatliche Belastung. Zudem sollten Kreditnehmer prüfen, ob sich staatliche Förderprogramme in die Finanzierung integrieren lassen. 

Für Immobilieninteressierte bleibt damit vor allem eines wichtig: Die Finanzierung sollte nicht auf die Hoffnung auf schnell fallende Zinsen gebaut werden. Wer verschiedene Kreditangebote vergleicht und die Finanzierung an die eigene finanzielle Situation anpasst, kann auch bei Bauzinsen um vier Prozent tragfähige Konditionen finden. (jk)

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