Nach einer überraschend starken ersten Jahreshälfte rechnet Antonio Biondo von der Fonds & More GmbH mit einer volatileren, aber weiterhin positiven Entwicklung an den Aktienmärkten. Bei der Fondsauswahl bevorzugt er Value und sieht Chancen bei Small Caps und chinesischen Aktien. Auch die Rüstungsbranche dürfte seiner Einschätzung nach weiter wachsen.
01.09.2026 | 13:30 Uhr von «Jörn Kränicke»
Die Aktienmärkte haben sich im bisherigen Jahresverlauf 2026 deutlich besser entwickelt, als viele Anleger erwartet hatten. Trotz geopolitischer Konflikte, hoher Bewertungen und wiederkehrender Sorgen um die Weltwirtschaft sorgten robuste Unternehmensgewinne und die anhaltende Euphorie rund um künstliche Intelligenz für Rückenwind. Antonio Biondo von der Fonds & More GmbH rechnet für die zweite Jahreshälfte zwar mit stärkeren Schwankungen, bleibt für Aktien insgesamt aber konstruktiv. Entscheidend sei dabei auch die Haltung der großen Zentralbanken zur Inflation.
„Die Aktienmärkte sind im Laufe des Jahres sehr gut gelaufen und befinden sich im Spannungsfeld zwischen der geopolitischen Lage, robustem Gewinnwachstum und KI-Phantasien“, sagt Biondo. Da die wichtigsten Zentralbanken die aktuellen Inflationsraten offenbar akzeptierten, geht der Fondsmanager von einer insgesamt positiven zweiten Jahreshälfte aus. Anleger müssten allerdings mit einer höheren Volatilität rechnen. Nach der starken Rallye könnten geopolitische Risiken und die hohen Erwartungen an viele Technologieunternehmen jederzeit für Rückschläge sorgen.
Bei der Frage nach der bevorzugten Anlagestrategie setzt Biondo derzeit überwiegend auf Value-Aktien. Zwar hätten viele Wachstumsunternehmen zuletzt erneut bewiesen, dass sie die hohen Gewinnerwartungen erfüllen könnten. Gerade darin sieht er jedoch auch ein Risiko. Sollten insbesondere die großen Technologieunternehmen die hohen Erwartungen der Investoren künftig nicht mehr erfüllen, drohe eine deutlichere Korrektur. Value-Titel erscheinen aus dieser Perspektive weniger anfällig für Enttäuschungen bei den Wachstumserwartungen.
Positiv beurteilt Biondo auch die Entwicklung in China. Seiner Einschätzung nach könnte der wirtschaftliche Turnaround bereits eingesetzt haben. Das Verbrauchervertrauen habe sich stabilisiert, während die Nettoexporte in den vergangenen zwei Jahren, insbesondere in die Schwellenländer, wieder zugenommen hätten. Ein Unsicherheitsfaktor bleibe allerdings der chinesische Wohnimmobilienmarkt. Dort setze sich der Preisverfall fort. Sollte sich dieser Trend umkehren, könnte dies nach Ansicht Biondos das Verbrauchervertrauen zusätzlich stärken und auch chinesischen Aktien weiteren Auftrieb geben. „Schließlich sind die Bewertungen chinesischer Unternehmen weiterhin historisch günstig“, so seine Einschätzung.
Für die Rentenmärkte rechnet Biondo derzeit nicht mit größeren Veränderungen. Der schwächere Arbeitsmarkt dürfte seiner Ansicht nach zu moderaten Lohnsteigerungen beitragen. Daraus könnten sich wiederum moderate Inflationsraten ergeben. Entsprechend erwartet er keine großen Zinsbewegungen.
Besonders interessante Chancen sieht Biondo bei Small Caps. Kleinere Unternehmen seien seit der Corona-Pandemie gegenüber großen Konzernen deutlich ins Hintertreffen geraten und würden deshalb inzwischen vergleichsweise günstig bewertet. Als Gründe nennt Biondo die gestiegenen Zinsen und die Sorgen vor einer Rezession. Viele Anleger hätten sich stattdessen auf große US-Technologiekonzerne und Rüstungsunternehmen konzentriert. Aus Sicht eines fundamental orientierten Investors könnte sich dieses Bild in den kommenden Jahren ändern. Biondo rechnet deshalb mit einer „Renaissance“ der Small Caps.
Auch für die Verteidigungsindustrie bleibt Biondo grundsätzlich optimistisch. Die geopolitische Lage dürfte dazu führen, dass die globalen Verteidigungsausgaben weiter steigen. Nach seiner Einschätzung könnten die weltweiten Ausgaben im Jahr 2027 rund 4.000 Milliarden US-Dollar erreichen. Gegenüber dem laufenden Jahr entspräche dies einem Anstieg von mehr als 20 Prozent. Die Rüstungsindustrie dürfte damit auch über das Jahr 2026 hinaus von langfristig steigenden Verteidigungsbudgets profitieren – auch wenn die Entwicklung der einzelnen Aktienkurse davon abweichen kann.
Mit der bisherigen Entwicklung des eigenen Portfolios zeigt sich Biondo grundsätzlich zufrieden. Die Mannschaft sei allerdings vergleichsweise defensiv aufgestellt worden, da Fonds & More angesichts der geopolitischen Unsicherheiten nicht mit einer derart starken ersten Jahreshälfte gerechnet habe. Mit den einzelnen Positionen sei er überwiegend zufrieden. Lediglich der JPMorgan Global Equity Premium Income Active ETF habe die Erwartungen bislang nicht erfüllt.

| Rang | Name | Perf. 2026 |
|---|---|---|
| 1 | Zindstein Vermögensverwaltung GmbH | 24,53% |
| 2 | Oberbanscheidt | 14,94% |
| 3 | Nordproject | 14,82% |
| 4 | SJB FondsSkyline | 14,49% |
| 5 | Bank für Vermögen | 13,30% |
| 6 | Fonds Laden | 13,19% |
| 7 | Urban & Kollegen | 13,13% |
| 8 | HOPPE VermögensBetreuung | 11,23% |
| 9 | QBS Invest | 11,00% |
| 10 | Top Vermögen | 10,86% |
| 11 | Performance AG | 10,70% |
| 12 | ALPS Family Office | 10,67% |
| 13 | Plutos Vermögensverwaltung | 10,33% |
| 14 | FONDS & MORE GmbH | 10,10% |
| 15 | Source for Alpha | 8,43% |
| 16 | Greiff Capital | 7,41% |
| 17 | Acatis | 6,79% |
| 18 | FIVV AG | 6,05% |
| 19 | Plan F | 5,84% |
| 20 | VALEXX AG | 5,44% |
| 21 | Höng Wealth Management | 5,42% |
| 22 | Bayerische Vermögen Management | 4,16% |
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