Trotz geopolitischer Spannungen und steigender Zinsen bleibt Sven Falkenhainer, Trainer des Teams der Plutos Vermögensverwaltung, für die Aktienmärkte optimistisch. Chancen sieht er vor allem bei Energie-, Gold- und Healthcare-Aktien sowie ausgewählten Small Caps. Klassische Mischfonds dürften es dagegen weiterhin schwer haben.
20.07.2026 | 14:00 Uhr von «Jörn Kränicke»
Die erste Jahreshälfte 2026 war von geopolitischen Krisen, steigenden Energiepreisen und einer anhaltenden KI-Euphorie geprägt. Für Sven Falkenhainer, Portfoliomanager bei der Plutos Vermögensverwaltung, überwiegen dennoch die positiven Faktoren. „Solange weder eine deutliche Straffung der Geldpolitik noch eine Rezession absehbar ist, sehen wir keinen Grund, Aktien strategisch unterzugewichten“, sagt er.
Zwar bleiben die großen Technologiekonzerne aus Sicht des Vermögensverwalters die wichtigsten Profiteure des KI-Booms. Gleichzeitig beobachtet Falkenhainer eine zunehmende Spreizung innerhalb des Aktienmarktes. „Gewinner und Verlierer driften immer stärker auseinander. Abseits der bekannten KI-Profiteure finden sich zunehmend unterbewertete Wachstumsunternehmen“, sagt er. Deshalb dürften eine breitere thematische Diversifikation und eine aktive Titelauswahl im zweiten Halbjahr wichtiger werden als ein reines Indexinvestment. Unterstützt werde das Marktumfeld weiterhin durch robuste Unternehmensgewinne, eine expansive Fiskalpolitik in den USA, Deutschland und Japan sowie den anhaltenden Investitionszyklus rund um Künstliche Intelligenz.
Trotz des zuletzt rückläufigen Ölpreises beurteilt Falkenhainer Energiewerte weiterhin positiv. Ausschlaggebend seien weniger kurzfristige geopolitische Entwicklungen als vielmehr strukturelle Faktoren. Dazu zählen nach seiner Einschätzung ein weiterhin knappes Ölangebot, eine nachlassende Förderdisziplin innerhalb der OPEC sowie eine dauerhaft erhöhte geopolitische Risikoprämie. „Energie- und Rohstoffaktien bleiben für uns ein sinnvoller Value- und Diversifikationsbaustein.“
Zurückhaltender fällt der Ausblick für Rentenanlagen aus. Falkenhainer erwartet, dass sich Anleger dauerhaft auf höhere Inflationsraten, steigende Staatsverschuldung und einen wachsenden Kapitalbedarf einstellen müssen. Zusätzlichen Finanzierungsbedarf sieht er insbesondere durch die milliardenschweren KI-Investitionen großer US-Technologiekonzerne. Während Kernanleihen aus seiner Sicht nur begrenztes Potenzial bieten, erscheinen Schwellenländeranleihen – insbesondere in Lokalwährungen – attraktiver. Voraussetzung sei allerdings, dass die US-Notenbank ihren geldpolitischen Kurs nicht erneut verschärft.
Kurzfristig spricht nach Einschätzung von Plutos weiterhin vieles für große US-Technologiewerte. Langfristig sieht Falkenhainer jedoch Chancen bei kleineren Unternehmen. Small Caps könnten von sinkenden Zinsen, einer stärkeren Binnenkonjunktur und dem anhaltenden Trend zur Rückverlagerung von Produktionskapazitäten profitieren. Hinzu komme eine außergewöhnlich hohe Übernahmeaktivität. Historisch hätten kleinere Unternehmen überproportional von einer lebhaften M&A-Tätigkeit profitiert.
Obwohl Gold wieder deutlich zurückgekommen ist, hält Falkenhainer an seiner positiven Einschätzung fest. Als wichtigste Treiber nennt er die anhaltend hohe Nachfrage der Zentralbanken sowie die weltweit steigende Staatsverschuldung. „Unsere strukturellen Argumente für Gold als Absicherung gegen finanzielle Repression und eine schleichende Entwertung von Papierwährungen bleiben vollständig intakt.“ Besonders optimistisch zeigt sich der Portfoliomanager für Goldminen. Sollten die Goldpreise auf dem aktuellen Niveau bleiben, könnten die Unternehmen von steigenden freien Cashflows und einer verbesserten Profitabilität profitieren. Die jüngste Kurskonsolidierung bewertet er deshalb als Einstiegschance.
Wenig überraschend erklärt Falkenhainer auch die derzeit schwächere Entwicklung vieler defensiver Mischfonds. Das klassische Zusammenspiel aus Aktien und Anleihen funktioniere nicht mehr so zuverlässig wie in den vergangenen Jahrzehnten. Steigende Renditen belasteten Staatsanleihen, während gleichzeitig viele konservative Fonds die starken Kursgewinne im Technologiesektor verpasst hätten. Hinzu komme, dass eine höhere Inflation den realen Werterhalt konservativer Portfolios erschwere. „Die traditionellen Stabilisatoren vieler Mischfonds erfüllen ihre Schutzfunktion derzeit nicht mehr im gleichen Maße wie früher.“ (jk)

| Rang | Team | Perf. 2026 |
|---|---|---|
| 1 | Zindstein Vermögensverwaltung GmbH | 15,41% |
| 2 | Urban & Kollegen | 12,74% |
| 3 | SJB FondsSkyline | 12,20% |
| 4 | Fonds Laden | 11,67% |
| 5 | Performance AG | 10,18% |
| 6 | Nordproject | 9,98% |
| 7 | Top Vermögen | 9,96% |
| 8 | HOPPE VermögensBetreuung | 8,26% |
| 9 | Oberbanscheidt | 7,90% |
| 10 | Source for Alpha | 7,68% |
| 11 | ALPS Family Office | 7,60% |
| 12 | QBS Invest | 7,36% |
| 13 | Acatis | 6,06% |
| 14 | Plutos Vermögensverwaltung | 5,56% |
| 15 | FONDS & MORE GmbH | 5,32% |
| 16 | Greiff Capital | 4,89% |
| 17 | FIVV AG | 4,72% |
| 18 | Bank für Vermögen | 4,06% |
| 19 | Plan F | 3,73% |
| 20 | VALEXX AG | 3,39% |
| 21 | Höng Wealth Management | 1,55% |
| 22 | Bayerische Vermögen Management | -4,74% |
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