Andreas Heinrich, Leiter Portfoliomanagement der Hansen & Heinrich Aktiengesellschaft in Berlin über seinen aktuellen Fondsfavoriten.
18.09.2026 | 12:15 Uhr von «Andreas Heinrich»
Nach Jahren, in denen die Rendite an den globalen Aktienmärkten vor allem von einer Handvoll großer US-Technologiewerte getragen wurde, rückt eine ältere Erkenntnis wieder in den Fokus: Seit 1871 haben Dividenden rund 49 Proznet der Gesamtrendite des S&P 500 ausgemacht. Im Thornburg Equity Income Builder Fund zeigt sich, wie eine konsequent umgesetzte, global ausgerichtete Dividendenstrategie genau dieses Element wieder stärker nutzbar macht.
Der Thornburg Equity Income Builder Fund (ISIN IE00B6YCBF59)steht für einen bewusst konzentrierten, bewertungsdisziplinierten Ansatz. Das Managementteam um Matt Burdett investiert in Unternehmen, die sowohl die Fähigkeit, aber vor allem auch die Bereitschaft besitzen, ihre Dividenden nachhaltig zu steigern – bei gleichzeitig solider finanzieller Stabilität. Im Mittelpunkt der Titelauswahl stehen vier Faktoren: Dividendenrendite, nachhaltiges Dividendenwachstum, Bewertung und Kapitaldisziplin.
Der Fonds zeigt, wie sich ein wertorientierter Ertragsansatz über die Zeit auszahlen kann. Mit rund 59 Portfoliotiteln gegenüber über 1.300 im MSCI World ist die Strategie hochkonzentriert; das Portfolio-KGV liegt mit 12,6x deutlich unter dem des Index (18,4x), bei einer Portfolio-Dividendenrendite von 3,8 Prozent gegenüber 1,6 Prozent im Vergleichsindex.
In Sachen risikoadjustierter Performance scheut der Fonds dabei keinen Vergleich: Über drei bzw. fünf Jahre erzielte er ein Alpha von 12,8 bzw. 8,3 Prozent gegenüber dem MSCI World, bei einem Sharpe Ratio von 1,88 – und das bei einer Downside Capture von lediglich 40,6 Prozent, also einer deutlich geringeren Beteiligung an Marktrückgängen als der breite Index.
Was Thornburg auszeichnet, ist die Disziplin des Risikoprozesses. Bereits in der Fundamentalanalyse steht die Absicherung gegen Kursverluste im Vordergrund – insbesondere die Fähigkeit eines Unternehmens, seine Dividende auch in einem pessimistischen Szenario aufrechtzuerhalten. Ergänzt wird dies durch ein unabhängiges, quantitativ ausgerichtetes Risikomanagement-Team, das Faktormodelle, Stresstests und Korrelationsanalysen einsetzt, um verborgene Klumpenrisiken im Portfolio aufzudecken.
Aktuell sieht das Team attraktivere Bewertungen außerhalb der USA, wo die Gewinndynamik breiter aufgestellt ist als bei den wenigen dominierenden US-Technologiewerten. Rund 70 bis 80 Prozent der Portfoliounternehmen haben ihre Dividenden 2025 erhöht – ein Beleg für die zugrunde liegende Unternehmensqualität. Das globale Fondsmanagement in Santa Fe, New Mexico, USA, kann dabei auf ein Track Record seit 2012 zurückgreifen. Der UCITS Fonds wurde bereits 2012 aufgesetzt, ist aber erst seit Ende 2025 in Deutschland investierbar, das Volumen im UCITS Fonds nähert sich der 1 Mrd. US-Dollar Schwelle.
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