Abseits der unmittelbaren KI-Werte lohnt der Blick auf die Stromnetz-Infrastruktur – ein Sektor, der vom KI-Ausbau profitiert, ohne allein davon abzuhängen.
24.08.2026 | 12:15 Uhr
Von Jürgen Brückner, Portfoliomanager der FV Frankfurter Vermögen AG in Bad Homburg/Königstein
Der Strombedarf von Rechenzentren steigt deutlich; das bestätigt auch die jüngste Prognose der IEA. Deutlich überzeichnet sein dürften dagegen die Lastprognosen vieler US-Versorger und Netzbetreiber, die auf Netzanschluss-Anfragen beruhen: Da solche Anfragen unverbindlich sind, stellen Betreiber sie oft parallel bei mehreren Versorgern („Phantom-Nachfrage").
Statt auf Stromerzeuger zu setzen, deren Geschäft direkt an dieser unsicheren Nachfrage hängt, richten wir den Blick auf die Zulieferer des Netzausbaus: Hersteller von Transformatoren, Schaltanlagen und Hochspannungskabeln sowie Netzbau-Dienstleister. Ihre Auftragsbücher reichen teils bis zum Ende des Jahrzehnts und speisen sich neben KI auch aus der Erneuerung überalterter Netze, der Integration erneuerbarer Energien und dem weltweiten Trend zur Elektromobilität, der durch die hohen Preise fossiler Kraftstoffe zusätzlichen Schub erhält.
Ein ETF auf dieses Segment ist beispielsweise der First Trust Nasdaq Clean Edge Smart Grid Infrastructure UCITS ETF (ISIN IE000J80JTL1) mit Positionen wie ABB, Eaton, Schneider Electric, Prysmian und Quanta Services, ergänzt um Netzbetreiber wie zum Beispiel National Grid und E.ON. Mit rund 2,5 Mrd. Euro Volumen ist er gut handelbar; zu beachten sind die Konzentration der zehn größten Positionen (über 50 Prozent), die nach der starken Kursentwicklung eine ambitionierte Bewertung aufweisen. Hinzu kommt die für einen ETF vergleichsweise hohe Kostenquote von 0,63 Prozent jährlich.
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