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First Private startet US-Aktienfonds mit Merger-Arbitrage-Overlay

Sebastian Wenz ist Fondsmanager bei First Private
Alternative Anlagen

First Private bringt mit dem US Equity 500 RS einen neuen Fonds auf den Markt. Das Konzept kombiniert ein passives systematisches Investment in US-Large-Caps mit einer Merger-Arbitrage-Strategie. Bereits kurz nach dem Start flossen rund 45 Millionen US-Dollar in den Fonds.

24.09.2026 | 14:00 Uhr von «Jörn Kränicke»

First Private erweitert seine Fondspalette um einen ungewöhnlichen Ansatz für den US-Aktienmarkt. Der Frankfurter Asset Manager hat den First Private US Equity 500 RS aufgelegt, der eine systematische Abbildung des US-Large-Cap-Marktes mit einem Merger-Arbitrage-Overlay verbindet. Nach Angaben von First Private erreichte der Fonds bereits in der ersten Woche nach seiner Auflegung ein Seed-Volumen von rund 45 Millionen US-Dollar. Ziel des Ansatzes ist es, die Rendite eines US-Large-Cap-Portfolios um eine zusätzliche Ertragsquelle zu ergänzen, die möglichst wenig von der allgemeinen Entwicklung des Aktienmarktes abhängt.

Statt Stock-Picking setzt First Private auf zwei Renditequellen

Der Ausgangspunkt für die Strategie ist die schwierige Bilanz vieler aktiver US-Aktienfonds. Nach Angaben von First Private konnten Ende 2024 lediglich rund 16 Prozent der aktiven US-Large-Cap-Fonds den S&P 500 über einen Zeitraum von zehn Jahren schlagen. Über 20 Jahre sank der Anteil auf rund acht Prozent. First Private zieht daraus einen anderen Schluss als klassische aktive Manager. Statt mit der Auswahl einzelner Aktien dauerhaft gegen den Index anzutreten, setzt der neue Fonds auf das sogenannte Return Stacking. Das Grundportfolio investiert passiv und systematisch in den US-Large-Cap-Aktienmarkt. Darüber wird ein zweites Portfolio gelegt, das auf Merger Arbitrage setzt. Die Idee: Das Aktienportfolio liefert die Marktrendite, während die Übernahmestrategie eine zusätzliche Renditequelle beisteuern soll. „Das Overlay soll die Rendite von US-Large-Caps systematisch und ohne Prognoseanspruch ergänzen, ohne das Aktien-Exposure im Kern zu verändern“, erklärt Sebastian Wenz, Portfoliomanager bei First Private. Der zusätzliche Ertrag stamme aus Unternehmensübernahmen und sei deshalb nach Einschätzung des Fondsmanagers strukturell weniger von der allgemeinen Marktentwicklung abhängig.

Merger Arbitrage: Rendite aus Übernahmespreads

Bei einer Merger-Arbitrage-Strategie werden angekündigte Unternehmensübernahmen genutzt. Sobald eine Übernahme öffentlich bekannt wird, notiert die Aktie des Übernahmeziels häufig unter dem vom Käufer gebotenen Preis. Diese Differenz wird als Merger-Arbitrage-Spread bezeichnet. Der Abschlag hat einen Grund: Der Markt berücksichtigt das Risiko, dass die Transaktion scheitert oder sich verzögert. Kommt die Übernahme wie geplant zustande, kann sich der Aktienkurs des Zielunternehmens dem Angebotspreis annähern. Scheitert der Deal, kann der Kurs dagegen deutlich fallen. Damit hängt der Erfolg der Strategie wesentlich davon ab, welche Übernahmen ausgewählt werden.

Machine Learning soll bei der Deal-Auswahl helfen

First Private setzt bei der Auswahl der Transaktionen nach eigenen Angaben auf einen systematischen Prozess. Machine-Learning-Modelle greifen dabei auf eine proprietäre Datenbank mit M&A-Transaktionen zurück und sollen die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Abschlusses für einzelne Deals bewerten. Nach Angaben von First Private lag die durchschnittliche Absagequote im breiten M&A-Marktuniversum zwischen 2018 und 2025 bei rund 14,2 Prozent. Im Portfolio der Merger-Arbitrage-Strategie habe die Quote im gleichen Zeitraum bei rund 5,2 Prozent gelegen.

Strategie bereits seit 2017 institutionell eingesetzt

Neu ist die Merger-Arbitrage-Strategie für First Private nicht. Die Frankfurter Fondsboutique setzt den Ansatz nach eigenen Angaben bereits seit 2017 in institutionellen Mandaten ein. 2025 habe First Private zudem ein entsprechendes Mandat von einem der weltweit größten Staatsfonds erhalten, berichtet CEO Alexander Preininger. Der neue Fonds überträgt den Ansatz nun erstmals in eine regulierte Fondshülle und macht ihn damit auch für einen breiteren Anlegerkreis zugänglich.

Fazit:

Der First Private US Equity 500 RS verfolgt einen ungewöhnlichen Weg, um eine Outperformance gegenüber dem US-Aktienmarkt zu erzielen. Statt auf die Fähigkeit eines Fondsmanagers zu setzen, dauerhaft die richtigen Einzelaktien auszuwählen, kombiniert First Private eine systematische US-Large-Cap-Allokation mit Merger Arbitrage. Das Konzept hat einen klaren Vorteil: Die zweite Renditequelle korreliert weniger mit der Entwicklung des Aktienmarktes. Gleichzeitig ist Merger Arbitrage keineswegs risikolos. Übernahmen können scheitern, sich verzögern oder an regulatorischen und finanziellen Hürden scheitern.

Fondsdaten

Name First Private US Equity 500 RS (EUR hedged)
WKN A3DM40
ISIN DE000A3DM409
Auflagedatum 15. Juli 2026
Währung Euro
Ertragsverwendung ausschüttend
Perf. Fee 15% über der Perf. des über dem Referenzwert
Managementgebühr 1,2 % p.a.

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