Scalable Capital erweitert sein Angebot für die private Altersvorsorge um ein Depot (AVD) für Selbstentscheider. Mit dem neuen Rentenbonus will der Neobroker die laufenden Kosten ausgewählter ETFs vollständig ausgleichen.
12.10.2026 | 12:15 Uhr
Scalable Capital steigt mit einem gebührenfreien Altersvorsorgedepot (AVD) für Selbstentscheider in den Markt für die staatlich geförderte private Altersvorsorge ein. Der Münchner Onlinebroker setzt dabei auf eine möglichst kostengünstige Kapitalanlage mit ETFs und Fonds. Kern des Angebots ist der sogenannte Scalable Rentenbonus: Die laufenden Produktkosten ausgewählter ETFs, gemessen an der Gesamtkostenquote (TER), werden gutgeschrieben und anschließend reinvestiert. Damit sollen Anleger bei der Altersvorsorge mehr von ihrer Rendite behalten. Das Angebot richtet sich an Anleger, die ihre Altersvorsorge selbst gestalten und eigenständig über ihre Investments entscheiden möchten. Neben Aktien- und Anleihen-ETFs sollen auch Rohstoff-ETFs, Fonds und Private-Markets-Anlagen über ELTIFs zur Auswahl stehen.
Mit dem Rentenbonus gleicht Scalable Capital die laufenden Fondskosten ausgewählter ETFs vollständig aus. Dazu gehören der Scalable MSCI AC World Xtrackers UCITS ETF 1C sowie zahlreiche ETFs von BlackRock, DWS und Vanguard. Dazu gehören etwa der Vanguard FTSE Global All-Cap UCITS ETF USD Acc, den Xtrackers FTSE All-World UCITS ETF 1C und den iShares S&P 500 Swap UCITS ETF USD (Acc). Die Gesamtkostenquote (Total Expense Ratio, TER) wird dem Altersvorsorgedepot gutgeschrieben und reinvestiert. Die Kosten verschwinden damit nicht zwingend auf Ebene des ETF selbst. Vielmehr gleicht Scalable Capital sie über den Rentenbonus aus. Für Anleger ist entscheidend, dass die erstatteten Beträge wieder für den langfristigen Vermögensaufbau zur Verfügung stehen. Welche ETFs für den Bonus infrage kommen, hängt von der jeweils aktuellen Produktliste ab. Diese veröffentlicht Scalable Capital in der App und auf seiner Website.
Scalable Capital wirbt mit gebührenfreien Sparplänen. Auch die laufenden Produktkosten der für den Rentenbonus qualifizierten ETFs sollen vollständig ausgeglichen werden. Für den Handel gelten allerdings unterschiedliche Konditionen: Im Tarif PRIME+ kostet ein Trade null Euro, im FREE-Modell fallen grundsätzlich 0,99 Euro pro Trade an. Damit ist das Angebot nicht automatisch in jeder Hinsicht kostenlos. Anleger sollten neben den Handelskosten auch mögliche weitere Kosten der gewählten Anlageprodukte und die konkreten Bedingungen des Rentenbonus berücksichtigen. Der Rentenbonus greift zudem bereits vor dem Start des Altersvorsorgedepots: Für Bestände in teilnahmeberechtigten ETFs, die ab dem 9. Oktober 2026 im regulären Broker-Depot durch Käufe oder Sparpläne aufgebaut werden, will Scalable Capital die bis zum Jahresende anfallenden TER-Kosten dem neuen Altersvorsorgedepot gutschreiben.
Neben der Kostenerstattung setzt Scalable Capital auf die staatliche Förderung der privaten Altersvorsorge. Anleger erhalten jährliche Zulagen von bis zu 540 Euro sowie zusätzlich 300 Euro pro Kind. Hinzu kommen mögliche Steuervorteile. Wie hoch die tatsächliche Förderung ausfällt, hängt von den gesetzlichen Voraussetzungen und der individuellen Situation ab. Anleger sollten daher prüfen, welche Zulagen ihnen zustehen und wie sich die steuerliche Behandlung ihrer Einzahlungen und späteren Auszahlungen gestaltet.
Scalable-Capital-Gründer und Co-CEO Erik Podzuweit begründet das Angebot mit dem Ziel, kapitalmarktbasierte Altersvorsorge breiter zugänglich zu machen. „Wer fürs Alter spart, darf nicht durch Gebühren oder Garantien ausgebremst werden“, sagt Podzuweit. Der Rentenbonus solle dazu beitragen, dass mehr Geld für die Altersvorsorge zur Verfügung stehe.
Neben dem Depot für Selbstentscheider bietet Scalable Capital ein Standarddepot an. Dieses richtet sich an Anleger, die ihre Altersvorsorge nicht vollständig eigenständig steuern möchten. Das Portfolio besteht aus einem chancenorientierten Aktien-ETF und einem risikoärmeren Anleihen-ETF. Die Aufteilung zwischen beiden Anlageklassen wird automatisch an das Alter und den näher rückenden Ruhestand angepasst. Fünf Jahre vor dem geplanten Rentenbeginn soll der Aktienanteil auf höchstens 50 Prozent sinken. Zwei Jahre vor Rentenbeginn ist eine Aktienquote von 30 Prozent vorgesehen. Anleger können diese Regeln jedoch jederzeit gebührenfrei verändern. Die ETF-Gebühren dieses Standarddepots entfallen laut Scalable Capital mindestens bis zum 31. Dezember 2027. Damit unterscheiden sich die beiden Angebote vor allem bei der Anlageentscheidung: Während Selbstentscheider ihre Investments flexibel selbst auswählen, übernimmt beim Standarddepot eine vorgegebene, altersabhängige Struktur einen Teil der Steuerung. (jk)
Mehr über die Kapitalrente, das Altersvorsorgedepot und weitere Themen zur Altersvorsorge lesen Sie hier https://www.fundresearch.de/altersvorsorge/
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