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Offen kommunizieren: Den einen Schutz gegen den Crash gibt es nicht. (AI-Grafik © 2026 by MvA)
Anlageberatung

Das Thema Börsenkrise im Kundengespräch: Strategien gegen den Crash

Immer mehr Anleger fragen nach Lösungen, die ihr Vermögen vor den Folgen eines Börsencrashs schützen. Die ehrliche Antwort lautet: Den einen sicheren Schutz gibt es nicht. Es gibt jedoch Bausteine, die je nach Art der Krise gut funktionieren.

09.10.2026 | 10:30 Uhr von «Matthias von Arnim»

Was passiert mit meinem Geld, wenn es kracht? Diese Frage begegnet Anlageberatern derzeit häufiger. Kein Wunder: Wer die Nachrichten verfolgt, bekommt schnell den Eindruck, dass es an den Kapitalmärkten ungemütlicher werden könnte. Die Entwicklung der langfristigen Zinsen diesseits und jenseits des Atlantiks sorgt für Diskussionen. Zuletzt haben in Europa vor allem Sorgen um die Staatsfinanzen Frankreichs Investoren verunsichert. An den Rentenmärkten sind die Risikoprämien für französische Staatsanleihen deshalb zuletzt kräftig gestiegen. Die Rendite zehnjähriger französischer Bonds kletterte zwischenzeitlich auf fünf Prozent. Anleiheinvestoren schichten ihre Portfolios derzeit um – raus aus Frankreich, rein in deutsche Staatsanleihen, aber noch mehr in US-Bonds. Was angesichts der astronomischen Verschuldung der USA erstaunlich ist. Wie stark unterm Strich die Fluchtbewegung aus der europäischen Gemeinschaftswährung ist, lässt sich am Devisenmarkt ablesen. Der Euro steht aktuell bei rund 1,12 US-Dollar und ist damit auf den niedrigsten Stand seit Mai 2025 gefallen.

Auch an den Aktienmärkten herrscht Unruhe. Hier ist insbesondere die Abhängigkeit von wenigen großen Technologiewerten ein Thema. Die Sorge wächst, dass deren zukünftige Gewinne den heute noch ungebremsten KI-Investitionsboom nicht rechtfertigen könnten. Die einstmaligen Cashcows, die vor einigen Jahren Investitionen und Übernahmen noch aus ihrer Portokasse bezahlen konnten, nehmen heute hohe Kredite auf, um ihr Wachstum zu finanzieren. Eine Strategie, die in Zeiten steigender Zinsen nicht ohne Risiko ist und immer mehr Anleger skeptisch macht. Kurzum: Der aktuelle Mix aus steigender Inflation, restriktiven Zinsen, hoher Staatsverschuldung und obendrein geopolitischen Unsicherheiten drückt auf die Stimmung.

Wie können Berater ihren Kunden in diesem Umfeld die Angst vor dem ganz großen Knall nehmen? Zunächst mit einer unbequemen Wahrheit: Den einen Schutz gegen den Crash gibt es nicht. Es gibt allerdings Bausteine, die in unterschiedlichen Krisen unterschiedlich gut tragen. Der Rest ist Handwerk. Und genau das sollte im Kundengespräch erklärt werden – nicht zu kompliziert, sondern verständlich und ohne falsche Versprechen. Hilfreich ist, verschiedene Szenarien zu skizzieren und für diese zu erläutern, welche Strategie wie funktionieren kann.

Wann funktioniert der klassische Aktien-Anleihen-Mix – und wann nicht?

Der klassische Mix aus Aktien und Anleihen gehört nach wie vor zu den wichtigsten Instrumenten der langfristigen Vermögensanlage. Ob 50 zu 50, 40 zu 60 oder mit einem höheren Aktienanteil: Die konkrete Gewichtung hängt von Risikoprofil, Anlagehorizont und finanzieller Situation des Kunden ab. In einem klassischen Wachstumsschock kann dieser Mix seine Stärken ausspielen. Bricht die Konjunktur ein und sinken zugleich Inflation und Zinsen, können hochwertige Staatsanleihen Kursgewinne erzielen und damit Verluste auf der Aktienseite abfedern. Genau dieser Mechanismus hat in vielen früheren Rezessionen funktioniert. Aber er ist keine Naturkonstante. Denn schon bei einem Schock von der Preisseite her kann die Rechnung nicht mehr aufgehen. Steigen Inflation und Inflationserwartungen, können die Renditen von Staatsanleihen zulegen – und deren Kurse fallen. Gleichzeitig geraten Aktien unter Druck, weil höhere Zinsen die Finanzierung verteuern und die Bewertung künftiger Gewinne belasten. Dann können beide großen Anlageklassen gleichzeitig verlieren. Das hat das Jahr 2022 eindrucksvoll gezeigt, als Aktien und Anleihen nicht mehr als Gegengewicht zueinander funktionierten. Wer Staatsanleihen als Risikopuffer fürs Aktienportfolio empfiehlt, sollte seinen Kunden deshalb auch die Grenzen dieser Strategie erklären: Ein Anleiheanteil ist ein wichtiger Diversifikationsbaustein – aber keine Rundumversicherung gegen jede Form von Börsenkrise.

Drei Krisen, vier Antworten

Anstatt eine Strategie als die einzige perfekte Lösung zu präsentieren, lohnt es sich, mit den Kunden drei derzeit mögliche Krisenszenarien durchzugehen und die jeweiligen Folgen nüchtern zu diskutieren.

Der Wachstumsschock: Die KI-Erwartungen enttäuschen, Unternehmensgewinne bleiben hinter den Prognosen zurück, die Wirtschaft verliert an Dynamik, und die Notenbanken reagieren mit Zinssenkungen. In einem solchen Szenario können hochwertige Staatsanleihen mittlerer Laufzeit besonders gut funktionieren. Fallen die Renditen, steigen ihre Kurse. Gleichzeitig können sie einen Teil der Verluste auf der Aktienseite kompensieren. Das ist der klassische Fall, in dem der Aktien-Anleihen-Mix seine Stärke zeigt.

Der Inflations- oder Angebotsschock: Hier läuft die Entwicklung in die andere Richtung: Ein Angebotsschock treibt die Preise nach oben, die Inflation bleibt hartnäckig und die Renditen steigen. Das ist aktuell der Fall. Ein solches Szenario kann besonders unangenehm werden, weil Aktien und Anleihen gleichzeitig unter Druck geraten können. Insbesondere für langlaufende nominale Anleihen ist ein Inflationsschock sehr ungünstig. Die Lösung: Kurze Laufzeiten, Geldmarktanlagen und inflationsgebundene Anleihen verhalten sich tendenziell robuster. Auch andere Bausteine können interessant werden, etwa Gold oder trendfolgende Strategien. Allerdings gilt auch hier: Keine dieser Anlagen ist ein garantierter Inflationsschutz. So ist etwa die Performance von Gold aus Sicht von Anlegern aus dem Euroraum auch immer an die Entwicklung des US-Dollar und der Zinsen gekoppelt. Eine aufwertende US-Währung und steigende Zinsen bedeuten in ihrer Kombination in der Regel sinkende Goldpreise.

Die Liquiditäts- und Vertrauenskrise: Noch einmal anders sieht es aus, wenn nicht Wachstum oder Inflation das Problem sind, sondern Liquidität und Vertrauen. In einem solchen Stressszenario können Anleger unabhängig von fundamentalen Bewertungen gezwungen sein, Positionen zu verkaufen. Dann steigt der Wert kurzfristig verfügbarer Liquidität. Für das Portfolio bedeutet das: Geldmarktanlagen und sehr kurze Laufzeiten können eine wichtige Stabilitätsfunktion übernehmen. Und auch Gold kann in solch einem Szenario als Beimischung sinnvoll sein – insbesondere zur Diversifikation und als möglicher Schutz gegen Inflation und Vertrauensverlust in Papierwährungen. Wer darüber hinaus das Aktienrisiko gezielt absichern möchte, kann auf Optionen zurückgreifen. Allerdings sollte man auch hier nicht übertreiben. Liquidität schützt nicht automatisch vor Kaufkraftverlust. Und ein Geldmarkt-ETF ist nicht dasselbe wie ein garantiertes Bankguthaben. Bei synthetischen Produkten kommt beispielsweise ein Kontrahentenrisiko hinzu. Das wiederum wird vor allem dann interessant, wenn Finanzinstitute ins Wanken geraten.

Für Bankguthaben gilt: Die deutsche Einlagensicherung schützt Bankeinlagen grundsätzlich bis 100.000 Euro je Einleger und Bank. Das klingt wenig und ist nur ein begrenzter Schutzmechanismus, sollte aber trotzdem kein Grund sein, eine denkbare extreme Systemkrise zu einem Beratungsszenario zu machen. Ein Bank-Run oder ein umfassender Zusammenbruch des Finanzsystems gehört zu den sehr unwahrscheinlichen Extremfällen und sollte im Kundengespräch entsprechend eingeordnet werden.

Langfristig investiert bleiben: Die vierte, grundsätzliche Antwort auf Fragen zu möglichen Krisen ist weniger spektakulär – und gerade deshalb wichtig: Wer langfristig Vermögen aufbauen will, sollte nicht versuchen, jeden möglichen Crash vorherzusagen. Breit diversifiziertes Aktienvermögen hat über sehr lange Zeiträume bisher immer eine hohe reale Rendite erzielt und bleibt deshalb ein wichtiger Baustein des langfristigen Vermögensaufbaus. Fonds und ETFs können dabei eine breite Streuung ermöglichen. Auch steuerliche Aspekte spielen dabei eine Rolle. Denn für bestimmte Aktienfonds gilt in Deutschland eine Teilfreistellung. Zugleich gelten für die Verlustverrechnung eigene Regeln.

Konkrete Lösungen: Welche Anlageklasse hilft nun in welchem Szenario?

Eine wichtige Rolle spielt in allen Krisenszenarien die Liquidität. Sehr kurzfristige Anlagen schwanken in der Regel deutlich weniger als Aktien oder langlaufende Anleihen und können in Stressphasen Stabilität schaffen. Zudem bedeutet Liquidität, über Investitionsreserven zu verfügen, für die Zeit, wenn die Kurse wieder steigen. Als Lösung bieten sich Geldmarktnahe ETFs an. Diese orientieren sich an kurzfristigen Euro-Zinssätzen und sind börsentäglich handelbar. Konkrete Beispiele dafür sind der Xtrackers II EUR Overnight Rate Swap UCITS ETF mit einer Gesamtkostenquote von 0,10 Prozent, oder der im vergangenen Dezember lancierte iShares € Overnight Rate Swap UCITS ETF, der den Euro-Kurzfristzins zuzüglich 0,085 Prozent abbildet. Hier sollten Berater jedoch genau die Funktionsweise erklären. Synthetische Geldmarkt-ETFs bilden die gewünschte Entwicklung über Derivate ab und bringen damit ein Kontrahentenrisiko mit sich. Wer dieses Risiko vermeiden möchte, kann beispielsweise auf kurzlaufende Staatsanleihen zurückgreifen, etwa mithilfe des iShares € Govt Bond 1-3yr UCITS ETF. Grundsätzlich gilt für Geldmarkt-Instrumente: Der Preis der Ruhe ist das Reinvestitionsrisiko. Sinkt das Zinsniveau, müssen auslaufende Anleihen zu niedrigeren Renditen wieder angelegt werden. Das senkt langfristig die Rendite.

Staatsanleihen: Schutz mit Kleingedrucktem

Staatsanleihen mittlerer Laufzeit können ein wirksamer Baustein gegen einen klassischen Wachstumsschock sein. Besonders hochwertige Emittenten profitieren in einer Rezession häufig davon, dass Anleger Sicherheit suchen und die Notenbanken die Zinsen senken. Als Baustein kommt etwa der Invesco US Treasury Bond 7-10 Year UCITS ETF in Frage. Der Fonds investiert in US-Staatsanleihen. Das bedeutet für Euro-Anleger Chance und Risiko zugleich. Denn neben der Entwicklung der US-Zinsen spielt der Wechselkurs eine entscheidende Rolle. Steigt der Dollar, kann das die Rendite eines Euro-Anlegers erhöhen. Dreht der Wechselkurs dagegen in die andere Richtung, kann er einen Teil der Anleiherendite wieder auffressen. Eine Alternative sind ETFs, die breit diversifiziert in Euro-Staatsanleihen investieren. Ein Beispiel dafür ist der UBS Core BBG EUR Gov 1-10 UCITS ETF EUR. Wer das Zinsänderungsrisiko begrenzen möchte, sollte zudem nicht automatisch auf die längsten Laufzeiten setzen. Kurze und mittlere Laufzeiten sind weniger empfindlich gegenüber Renditeanstiegen. Inflationsgebundene Anleihen können eine zusätzliche Ergänzung sein. Die wichtigste Botschaft für an die Kunden lautet deshalb: Staatsanleihen können in bestimmten Krisen ein sehr guter Puffer sein. Sie sind aber kein Schutz gegen jede Krise. Insbesondere ein unerwarteter Inflationsanstieg kann ihnen zusetzen.

Gold: die Ergänzung

Gold gehört in vielen Beratungsgesprächen zur Diskussion über Krisenfestigkeit. Das hat gute Gründe: Das Edelmetall reagiert anders als klassische Aktien- und Anleiheinvestments und kann deshalb zur Diversifikation beitragen. Gerade in Phasen hoher Inflation, sinkender Realzinsen oder wachsender Unsicherheit kann Gold profitieren. Doch auch hier gilt: Eine historische Eigenschaft ist keine Garantie für die Zukunft. In einer akuten Liquiditätskrise kann auch Gold unter Verkaufsdruck geraten. Anleger verkaufen dann mitunter das, was liquide ist und sich schnell zu Geld machen lässt. Gold ist deshalb ein möglicher Diversifikationsbaustein – aber kein universeller Crashschutz. Für Anleger lässt sich Gold beispielsweise über einen ETC wie Xetra-Gold oder andere physisch besicherte Produkte abbilden. Wichtig ist dabei, die konkrete rechtliche Konstruktion des Produkts zu erklären. Xetra-Gold ist kein ETF, sondern eine Inhaberschuldverschreibung, die mit physischem Gold besichert ist. Die steuerliche Behandlung wurde vom Bundesfinanzhof für die entsprechenden Konstellationen der Auslieferung von physischem Gold gleichgestellt.

Trendfolger: The Trend is your friend

Wer einen Teil des Portfolios auch gegen länger anhaltende Marktbewegungen wappnen möchte, kann sich mit trendfolgenden Strategien beschäftigen. Sogenannte Managed Futures-Fonds versuchen, Trends systematisch über verschiedene Anlageklassen hinweg auszunutzen. In Phasen ausgeprägter und länger anhaltender Trends können solche Strategien einen wertvollen Diversifikationseffekt liefern. Das hat sich beispielsweise während der Zinswende 2022 gezeigt. Doch auch hier gibt es kein kostenloses Mittagessen. Drehen Trends abrupt, können Trendfolger Verluste erleiden. Außerdem hängt das Ergebnis stark von der konkreten Strategie und ihrer Umsetzung ab. Trendfolger sind deshalb kein Ersatz für einen klassischen Hedge, sondern ein möglicher zusätzlicher Diversifikationsbaustein.

Optionen: echter Schutz, aber nicht kostenlos

Wer einen konkreten Aktienbestand gegen einen starken Kursrückgang absichern möchte, kann mit Optionen arbeiten. Ein Put oder ein Put-Spread auf einen Aktienindex kann Verluste unterhalb eines bestimmten Niveaus begrenzen. Ein sogenannter Collar kombiniert einen Put mit dem Verkauf eines Calls und kann dadurch die Kosten des Schutzes reduzieren – allerdings zum Preis einer Begrenzung möglicher Kursgewinne. Das ist der entscheidende Unterschied zu vielen anderen Schutzstrategien: Ein solcher Hedge kann tatsächlich sehr gezielt wirken. Aber auch Optionen sind kein universeller Schutz für das gesamte Vermögen. Ein Put auf einen Aktienindex schützt beispielsweise nicht vor Verlusten eines Anleiheportfolios, Währungsrisiken oder steigender Inflation. Und der Schutz kostet Geld. Wer regelmäßig Optionen kauft, zahlt Prämien. Über längere Zeiträume können diese Kosten die Rendite erheblich belasten. Wer seinen Kunden Optionsschutz empfiehlt, sollte deshalb nicht nur über die mögliche Auszahlung im Crash sprechen, sondern ebenso über Prämie, Laufzeit, Basispreis und die Frage, welches konkrete Risiko überhaupt abgesichert wird.

Inverse ETFs: nur bedingt geeignet

Um Kursrisiken abzusichern, beschäftigen sich Anleger gerade in Krisensituationen gerne mit inversen beziehungsweise Short-ETFs. Diese können kurzfristig zwar Gewinne erzielen, wenn die Kurse tatsächlich abstürzen. Doch für einen längerfristigen Crashschutz sind sie kaum geeignet. Denn sie zielen in der Regel auf die inverse Tagesentwicklung ihres Referenzindex. Über längere Zeiträume kann die tatsächliche Entwicklung deshalb deutlich von einer einfachen Gegenrechnung zur Indexrendite abweichen.

Aktienfonds: weniger Klumpen, mehr Qualität

Wer sein Aktienfonds-Portfolio nicht verkaufen will, kann es umbauen. Ein Blick lohnt sich insbesondere auf die Konzentration im Portfolio. Marktkapitalisierungsgewichtete Indizes investieren naturgemäß besonders stark in die größten Unternehmen. Steigt deren Gewicht im Index stark an, steigt damit auch die Abhängigkeit des Portfolios von wenigen großen Werten. Das ist nicht grundsätzlich ein Fehler. Ein marktbreiter Index bildet eben den Markt ab. Für Anleger kann es aber sinnvoll sein, sich bewusst zu machen, wie stark das eigene Depot inzwischen von einzelnen Unternehmen oder Themen abhängig ist. Wer etwa die Abhängigkeit vom KI-Thema reduzieren möchte, kann beispielsweise gleichgewichtete Indexvarianten wählen – zum Beispiel den BNP Paribas Easy MSCI World Equal Weight Select ETF. Oder man kann auch Qualitäts- und Minimum-Volatility-Strategien beimischen, wie etwa den iShares Edge MSCI World Minimum Volatility UCITS ETF oder den Xtrackers MSCI World Minimum Volatility UCITS ETF. Diese Strategien können die Schwankungsbreite eines Portfolios reduzieren oder die Konzentration auf einzelne Unternehmen verringern. Einen Börsencrash verhindern können sie nicht. Auch ein Minimum-Volatility-Portfolio kann in einem starken Aktienmarkteinbruch deutlich an Wert verlieren.

Keine leeren Versprechungen: Was Berater ihren Kunden sagen können

Die ehrlichsten Sätze im Kundengespräch lauten vielleicht: Wir können ein Depot nicht gegen jede Art von Crash absichern. Aber wir können es krisenfester machen. Das beginnt mit der Frage, welche Krise überhaupt gemeint ist. Bei einem Wachstumsschock können hochwertige Staatsanleihen mittlerer Laufzeit einen wichtigen Puffer bilden. Bei einem Inflationsschock sind kurze Laufzeiten und inflationsgebundene Anleihen tendenziell robuster. Gold und Trendfolger können ergänzende Bausteine sein. In einer Liquiditätskrise gewinnt verfügbare Liquidität an Bedeutung. Wer einen Teil des Aktienrisikos gezielt absichern möchte, kann über Optionen nachdenken – und muss dafür laufende Prämien akzeptieren. Auch auf der Aktienseite lässt sich das Portfolio krisenfester aufstellen, etwa durch eine Verringerung von Konzentrationsrisiken. Das mildert mögliche Verluste, verhindert sie aber nicht.

Die wichtigste Botschaft bleibt deshalb: Jeder Schutz hat einen Preis. Manchmal ist es die laufende Prämie einer Option, manchmal die geringere Rendite einer sehr defensiven Anlage, manchmal die Begrenzung möglicher Kursgewinne. Und immer bleibt das Timing ungewiss. Wer dies dem Kunden vorab sagt, muss es im nächsten Crash nicht nachträglich erklären.

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