
Private Markets sind konstruktiver in das Jahr 2026 gestartet, als viele noch vor einem Jahr erwartet hätten. Die Transaktionsaktivität nimmt zu und die Finanzierungsmärkte zeigen sich trotz des geopolitischen Umfelds weitgehend stabil.
14.07.2026 | 09:13 Uhr
Gleichzeitig werden die Unterschiede zwischen einzelnen Marktsegmenten und Managern größer. Für Anleger kommt es deshalb mehr denn je darauf an, Chancen und Risiken der jeweiligen Anlageklasse genau zu verstehen und gezielt zu selektieren. Darauf weist Emmanuel Deblanc, CIO Private Markets bei M&G Investments, im aktuellen Mid-Year Outlook hin.
Widerstandsfähig zeigt sich aus seiner Sicht der Bereich Private Credit. Zwar hätten einzelne prominente Zahlungsausfälle und Mittelabflüsse bei US-amerikanischen Business Development Companies die Diskussion über Risiken neu entfacht. Hinweise auf ein systemisches Risiko gebe es bislang jedoch nicht. Die strukturellen Treiber der Anlageklasse – der anhaltende Rückzug der Banken aus der Kreditvergabe sowie die Nachfrage nach variabel verzinslichen Anlagen – blieben intakt.
Die engere Beziehung zwischen Kreditgebern und Kreditnehmern ermöglicht es, finanzielle Belastungen frühzeitig zu erkennen und Gegenmaßnahmen einzuleiten – mit dem Ziel, Zahlungsausfälle möglichst zu vermeiden.
Attraktive Perspektiven sieht Deblanc zudem im Infrastrukturbereich. Die Energiewende, der Ausbau der KI-Infrastruktur und die zunehmende Deglobalisierung sorgten für einen erheblichen Investitionsbedarf. Infrastrukturkredite könnten Investoren Zugang zu defensiven Anlagen mit inflationsgebundenen Erträgen und langfristig stabilen Cashflows bieten. Auch im Private-Equity-Markt verbessert sich die Transaktionsaktivität schrittweise. Gleichzeitig bleibt der Rückstau bei Unternehmensverkäufen hoch. Alternative Liquiditätslösungen wie Continuation Vehicles und Secondary-Transaktionen gewinnen deshalb weiter an Bedeutung und eröffnen zusätzliche Möglichkeiten für Kapitalrückflüsse und die Wiederanlage von Kapital.
Mit Blick auf die zweite Jahreshälfte sieht Deblanc weiterhin attraktive Chancen in den Private Markets – allerdings nicht über alle Marktsegmente hinweg.
„Die Märkte unterscheiden zunehmend nicht mehr nur zwischen verschiedenen Bereichen der Private Markets, sondern auch zwischen den Managern. Der Abstand zwischen den besten und den schwächeren Anbietern dürfte weiter wachsen.“
Private Markets blieben aus Sicht Deblancs attraktiv – entscheidend seien jedoch eine sorgfältige Selektion, Liquiditätsdisziplin und der Fokus auf strukturelle Wachstumsthemen.
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