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Sparkassen machen Neobrokern mit S-Neo Konkurrenz

Sparkassen machen Neobrokern Konkurrenz
Banken

Die Sparkassen erweitern ihr digitales Wertpapierangebot: Mit S-Neo integrieren sie einen neuen Zugang zum Wertpapiersparen direkt in die App „Sparkasse“. Das Angebot richtet sich vor allem an Kunden, die Sparpläne und Wertpapiergeschäfte künftig vollständig über das Smartphone verwalten möchten. Begleitet wird der Start von einer breit angelegten Werbekampagne unter dem Motto „Dein Geld verdient Besseres“.

21.07.2026 | 07:00 Uhr

Mit S-Neo wollen die Sparkassen insbesondere die Einstiegshürden für den langfristigen Vermögensaufbau senken. Damit wollen sie der Abwanderung junger Kunden zu den Neobrokern wie Scalable Capital oder Trade Republic entgegenwirken. Nutzer erhalten innerhalb der bereits etablierten Sparkassen-App einen vereinfachten Zugang zu Wertpapierdepots, ETF- und Fondssparplänen sowie Wertpapierkäufen. Die konkreten Konditionen – etwa für Depotführung, Sparpläne oder Transaktionen – bleiben dabei von der jeweiligen Sparkasse abhängig. „Wir wollen nicht, dass Menschen aus Gewohnheit dauerhaft unter ihren Möglichkeiten bleiben. Wer Vermögen aufbauen will, braucht neben Sicherheit auch einen einfachen Zugang zu Chancen“, sagt Dr. Joachim Schmalzl, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV).  Mit S-Neo werde das Wertpapiersparen dorthin gebracht, „wo mehr als 20 Millionen Menschen in Deutschland ihren finanziellen Alltag organisieren“. 

Digitale Vermögensbildung statt Trading-App 

Anders als viele Neobroker positionieren die Sparkassen S-Neo ausdrücklich nicht als Trading-Plattform für kurzfristige Börsenspekulationen. Im Mittelpunkt steht vielmehr der langfristige Vermögensaufbau über Sparpläne und eigenverantwortliche Anlageentscheidungen. „Die Sparkassen haben beim Wertpapiersparen eine besondere Aufgabe: Wir müssen Hürden abbauen, ohne Risiken kleinzureden, und digitale Einfachheit bieten, ohne Vermögensbildung auf kurzfristiges Handeln zu verkürzen“, so Schmalzl. 

S-Neo solle Menschen den Einstieg erleichtern, ohne die persönliche Beratung zu ersetzen. Das neue Angebot ergänzt daher die bestehenden Depot- und Beratungsleistungen der Sparkassen. Kunden können weiterhin klassische Wertpapierdepots nutzen und sich bei Bedarf in der Filiale oder durch ihre Berater unterstützen lassen. 

Kampagne setzt auf Unterhaltung 

Zum Marktstart begleiten die Sparkassen S-Neo mit einer umfangreichen Marketingkampagne. Herzstück ist die Webvideo-Serie „Die Neusparer“, die auf Streaming-Plattformen wie Joyn, RTL+ und Amazon Prime sowie über Social-Media-Kanäle wie Instagram, TikTok, Facebook und YouTube ausgespielt wird. In der fiktiven Geschichte rund um das mittelfränkische „Spardorf“ soll vermittelt werden, dass Sparen heute über das klassische Tages- oder Sparkonto hinausgeht und Vermögensbildung zunehmend auch Wertpapierinvestments umfasst. 

Wettbewerb um junge Anleger 

Mit der Integration von S-Neo reagieren die Sparkassen auf den anhaltenden Trend zum mobilen Wertpapierhandel. Während Neobroker in den vergangenen Jahren vor allem jüngere Anleger mit einer einfachen Smartphone-Nutzung und niedrigen Einstiegshürden gewonnen haben, setzen die Sparkassen auf einen ähnlichen digitalen Zugang – allerdings eingebettet in ihre bestehende Banking-App und kombiniert mit dem klassischen Beratungsangebot. Damit verfolgen die Sparkassen einen hybriden Ansatz: digitale Einfachheit für selbstentscheidende Anleger und persönliche Beratung für Kunden, die zusätzliche Orientierung wünschen. Ob S-Neo im Wettbewerb mit etablierten Neobrokern bestehen kann, dürfte allerdings nicht zuletzt von den jeweiligen Depot- und Transaktionskosten der einzelnen Sparkassen abhängen. (jk)

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