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Döhle Gruppe steigt bei Berenberg ein

Das neue Berenberg-Bürogebäude In Hamburg.
Banken

Nach dem Eingriff der BaFin bei Berenberg verändert sich nun auch der Gesellschafterkreis. Die Hamburger Döhle Gruppe steigt mit knapp zehn Prozent bei der Privatbank ein und übernimmt den Großteil der Anteile von Hendrik Riehmer. Der frühere Berenberg-Chef hält damit keine Kapitalanteile mehr.

25.08.2026 | 12:15 Uhr

Die Gesellschafterstruktur der Hamburger Privatbank Berenberg verändert sich wenige Wochen nach dem spektakulären Eingriff der Finanzaufsicht BaFin grundlegend. Die Hamburger Döhle Gruppe wird neue Gesellschafterin von Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG und hält künftig durchgerechnet 9,98 Prozent an der traditionsreichen Privatbank. Die Beteiligung geht auf den bisherigen Anteil von Hendrik Riehmer an der PetRie Beteiligungsgesellschaft zurück. Seine verbleibenden Gesellschaftsanteile von knapp einem Prozent übernimmt die Familie von Berenberg. Damit hält Riehmer künftig keine Kapitalanteile mehr an der Bank. Der Kaufpreis wurde nicht genannt.  

Reine Finanzbeteiligung der Döhle Gruppe 

Nach Angaben von Berenberg handelt es sich um eine reine Finanzbeteiligung. Die Döhle Gruppe soll keinen Einblick in das Kundengeschäft der Privatbank erhalten. Die international tätige, familiengeführte Unternehmensgruppe mit Sitz in Hamburg ist seit ihrer Gründung im Jahr 1956 vor allem in der internationalen Schifffahrt und maritimen Dienstleistungen aktiv. „Die Döhle Gruppe ist ein hanseatisches Schifffahrts- und Kaufmannshaus im besten Sinne. Die Gesellschafter freuen sich, einen solchen Partner in ihrem Kreis zu haben“, erklärte Dr. Hans-Walter Peters, Gesellschafter von Berenberg und Geschäftsführer der PetRie Beteiligungsgesellschaft. Mit dem Einstieg eines neuen Hamburger Familienunternehmens erweitert Berenberg damit seinen Gesellschafterkreis – und vollzieht gleichzeitig den vollständigen Rückzug Riehmers aus der Kapitalstruktur. 

BaFin setzte gesamte Berenberg-Geschäftsleitung ab 

Die Neuordnung der Eigentümerstruktur folgt auf einen außergewöhnlichen Eingriff der Finanzaufsicht. Am 19. Juni 2026 ordnete die BaFin an, dass die Befugnisse aller drei Mitglieder der Berenberg-Geschäftsleitung ruhen. Betroffen waren der langjährige Berenberg-Chef Hendrik Riehmer sowie die persönlich haftenden Gesellschafter David Mortlock und Christian Kühn. Die operative Führung übernahmen zwei von der BaFin eingesetzte Sonderbeauftragte: der frühere Berenberg-Chef Hans-Walter Peters und der ehemalige Degussa-Bank-Vorstand Michael Horf. Berenberg erklärte damals, während der Jahresabschlussprüfung für 2025 hätten sich Hinweise auf mögliche Verstöße gegen Corporate-Governance-Regeln ergeben. Diese hätten bestimmte Markttransaktionen mit unklarem Hintergrund betroffen. Bei deren Aufklärung habe die notwendige Transparenz gefehlt. Weitere Details zu den konkreten Vorgängen wurden von der Bank nicht genannt. Für Riehmer bedeutete die Maßnahme einen abrupten Einschnitt. Der langjährige Chef der Privatbank hatte gegen die Anordnung der BaFin nach Medienberichten Widerspruch eingelegt und die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen. Das Verfahren gegen die aufsichtsrechtliche Maßnahme ist von der nun bekannt gegebenen Veräußerung seiner Kapitalanteile zu trennen. 

Berenberg ordnet Gesellschafterkreis neu 

Nach der Transaktion verteilen sich die Gesellschaftsanteile an Berenberg wie folgt: 

  • Familie von Berenberg: 31,86 Prozent 
  • PetRie Beteiligungsgesellschaft mbH und Dr. Hans-Walter Peters: 21,41 Prozent 
  • Christian Fürst zu Fürstenberg: 14,25 Prozent 
  • Prof. Dr. Jan Philipp Reemtsma: 14,25 Prozent 
  • Compagnie du Bois Sauvage: 11,40 Prozent 
  • David Mortlock, Christian Kühn und ehemalige persönlich haftende Gesellschafter: 6,83 Prozent  (jk)

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