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Was Anleger vom ­Mischwald lernen können

Bernhard Matthes (Bild: Falk Heller/argum)
Mischfonds

Nicht Zinsprognosen oder KI-Trends, sondern ein widerstandsfähiges Portfolio entscheidet langfristig über den Vermögenserhalt, sagt Bernhard Matthes. Warum er beim BKC Treuhand Portfolio auf Gold, Cat Bonds und Schwellenländer setzt und den Mischwald zum Anlagevorbild erklärt.

02.09.2026 | 13:30 Uhr von «Jörn Kränicke»

Der Fondsmanager des BKC Treuhand Portfolio spricht nicht über Kursziele oder Konjunkturprognosen. Stattdessen erklärt er, warum ein gesunder Mischwald ein besseres Vorbild für ein Portfolio sei als jede noch so ausgefeilte Marktprognose. 

„Ein Mischwald ist widerstandsfähiger gegen Stürme, Schädlinge und andere externe Schocks als eine Monokultur – genau diese Resilienz braucht auch ein Portfolio“, so Matthes. Klassische Mischfonds aus Aktien und Anleihen reichten dafür heute nicht mehr aus. Die Erfahrungen aus Corona-Pandemie, Inflationsschock und Zinswende hätten gezeigt, dass sich die Korrelationen zwischen den Anlageklassen verändern können. Seine Schlussfolgerung: „Artenvielfalt macht Sinn.“ Diversifikation bleibe der einzige „Free Lunch“ am Kapitalmarkt.

Im Mittelpunkt von Matthes’ Überle­gungen steht der langfristige Erhalt der Kaufkraft. Anleger unterschätzten häufig die tatsächliche Geldentwertung. Wer Vermögen bewahren wolle, müsse Renditen erzielen, die mindestens mit dem Wachstum der Geldmenge Schritt halten. Kritisch sieht er dabei die Folgen des ungedeckten Papiergeldsystems seit dem Ende des Goldstandards 1971, das seiner Ansicht nach strukturellen Inflationsdruck erzeugt. 

Bewertungen statt Marktprognosen 

Zurückhaltend äußert sich Matthes auch zur Euphorie um große US-Technologiewerte. Historische Parallelen zu früheren Spekulationsphasen zeigten, dass hohe Erwartungen oft in überzogene Bewertungen mündeten. Für ihn gilt daher ein Grundsatz des Value Investing: „Nicht Prognosen, sondern Bewertungen bestimmen langfristig die Rendite. Preis ist nicht gleich Wert“, betont er. 

Entsprechend breit ist der BKC Treuhand Portfolio aufgestellt. Neben Aktien und ­Anleihen setzt Matthes auf Edelmetalle, ­Fremdwährungen, inflationsgeschützte Anleihen und alternative Strategien. Gold versteht er dabei weniger als Renditequelle denn als monetäre Versicherung. Ergänzt wird das Portfolio unter anderem durch Cat Bonds und marktneutrale Strategien, die möglichst unabhängig von den Entwicklungen an den klassischen Kapitalmärkten Erträge liefern sollen. 

Im Anleihebereich bevorzugt Matthes ausgewählte Schwellenländer gegenüber vielen westlichen Staatsanleihen. Zahlreiche Emerging Markets verfügten heute über solidere Staatsfinanzen als manche Industrieländer. Entsprechend investiert das Portfolio unter anderem in den brasilianischen Real oder den mexikanischen Peso. 

Prognosen seien nicht das Geschäftsmodell der Pax-Bank, sondern Bewertungen, Sicherheitsmargen und robuste Portfoliostrukturen. „Fakten statt Meinungen“, lautet einer der Leitsätze von Matthes. Ziel sei nicht, auf jede Krise zu reagieren, sondern ein Portfolio zu konstruieren, das unterschiedliche Krisenszenarien möglichst von vornherein überstehen kann.

Fondsdaten

Fondsname BKC Treuhand Portfolio I
Kategorie Mischfonds defensiv
Fondsstart 04.01.2010
Lfd. Fondskosten 0,90%
Fondsvolumen 575,5 Mio. Euro
Wertzuw. 3 Jahre 29,1%
ISIN DE 000 A0Y FQ9 2
Website www.pax-bkc.de

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