Union Investment Real Estate die Immobilienplattform neu aus: Investment und Asset Management werden gebündelt, Digitalisierung und KI ausgebaut. Gleichzeitig verlässt Henrike Waldburg die Geschäftsführung.
01.09.2026 | 07:00 Uhr
Die Union Investment Real Estate GmbH stellt ihre Führungs- und Organisationsstruktur neu auf. Mit dem neuen Modell reagiert die Hamburger Gesellschaft nach eigenen Angaben auf die veränderten Anforderungen am Immobilienmarkt und bereitet sich auf einen neuen Marktzyklus vor. Künftig wird die Geschäftsführung in drei statt bislang vier Bereiche gegliedert: Fondsmanagement, Real Estate Management und Operations. Eine zentrale Änderung ist dabei die Zusammenführung von Investment und Asset Management in einem neu geschaffenen Ressort.
Das neue Ressort Real Estate Management wird von Karim Esch geleitet. Es bündelt künftig die gesamte immobilienbezogene Wertschöpfungskette. Dazu gehören der Ankauf von Immobilien, das Bestands- und Vermietungsmanagement, Nachhaltigkeit sowie die wirtschaftliche und technische Weiterentwicklung der Objekte. Auch der Verkauf von Immobilien fällt in den Verantwortungsbereich des Ressorts. Die Zuständigkeit erstreckt sich sowohl auf bestehende und neue Fonds als auch auf das Portfoliomanagement für Dritte. Mit der Integration von Investment und Asset Management will Union Investment Real Estate die Entscheidungswege über die verschiedenen Phasen eines Immobilieninvestments hinweg stärker verzahnen. „Mit unserem integrierten Investment und Asset Management stellen wir uns bestmöglich für das Wiederanspringen der Immobilienmärkte auf“, heißt es von Union Investment Real Estate. Für den kommenden Marktzyklus erwartet das Unternehmen zudem eine größere Bedeutung der laufenden Mieterträge für die Gesamtrendite. Hohe Mietertragsrenditen sollen nach Einschätzung von Union Investment künftig stärker zur Gesamtrendite beitragen als Bewertungsaufschläge. Die Gesellschaft will deshalb ein ganzheitliches Immobilienmanagement aufbauen und dabei ihre regionale Expertise in Deutschland und den europäischen Märkten nutzen.
Mit der Neuaufstellung ist auch ein Wechsel in der Geschäftsführung verbunden. Henrike Waldburg schied zum 31. August 2026 aus der Geschäftsführung aus. Sie hatte sich entschieden, ihren Vertrag nicht zu verlängern. Waldburg war seit 2023 Geschäftsführerin und für das Asset Management des Immobilienportfolios mit einem Volumen von mehr als 40 Milliarden Euro verantwortlich. Das Portfolio erstreckt sich über 22 Ländermärkte. Zu ihren bisherigen Aufgaben gehörten unter anderem das Bestands- und Vermietungsmanagement, die Projektentwicklung sowie die Nachhaltigkeitsstrategie. Zudem war Waldburg stellvertretende CIO. Frank Engels, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Union Investment Real Estate GmbH, würdigte ihre Arbeit und hob insbesondere ihre Beiträge zur Digitalisierung und Modernisierung zentraler Geschäftsprozesse hervor.
An der Spitze der Gesellschaft bleibt Michael Bütter als Vorsitzender der Geschäftsführung. Er verantwortet unter anderem die Immobilienstrategie sowie das Fondsmanagement einschließlich Fondscontrolling und Finanzierungsmanagement. Hinzu kommen Marketing und Kommunikation. Gerald Kremer übernimmt als Chief Operating Officer (COO) einen erweiterten Verantwortungsbereich. Neben der operativen Infrastruktur und den Prozessen fällt künftig insbesondere der weitere Ausbau von Künstlicher Intelligenz und Digitalisierung in sein Ressort. Kremer verantwortet darüber hinaus die technologische Transformation der Immobilienplattform, die Produktentwicklung und das Datenmanagement. Weitere Zuständigkeiten sind Controlling, Immobilienresearch, Immobilienrecht, Steuern und Beteiligungsmanagement. Damit wird die Digitalisierung organisatorisch stärker in der Geschäftsführung verankert. Insbesondere der Einsatz von KI soll bei Prozessen und der technologischen Weiterentwicklung der Plattform weiter ausgebaut werden.
Die organisatorische Neuausrichtung geht mit Veränderungen bei der Investmentstrategie einher. Union Investment Real Estate will ihre Portfolios für den kommenden Marktzyklus weiterentwickeln und dabei die Diversifikation erhöhen. Dafür soll das Anlagespektrum bestehender und perspektivisch auch neuer Fonds schrittweise um soziale, immobiliennahe Infrastruktur erweitert werden. Der geografische Schwerpunkt soll weiterhin auf den europäischen Kernmärkten liegen. Damit setzt Union Investment Real Estate auf eine Kombination aus einem stärker integrierten Immobilienmanagement, einer breiteren Diversifikation und der zunehmenden Nutzung digitaler Technologien. (jk)
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