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Wie der JPMorgan Europe Dynamic Fund auf Qualität, KI und aktives Stock-Picking setzt

Blake Crawford während des Gespräches mit TiAM FundResearch in London.
Fonds

Mit einem datengetriebenen Investmentansatz, der Fundamentalanalyse, quantitative Modelle und künstliche Intelligenz verbindet, sucht das Management des JPMorgan Funds – Europe Dynamic Fund nach den attraktivsten Aktien Europas. Fondsmanager Blake Crawford sieht den Kontinent nach Jahren der Skepsis wieder im Aufwind – und setzt auf strukturelle Trends, starke Unternehmensqualität und gezielte aktive Positionierungen, um langfristig Mehrwert für Anleger zu schaffen.

30.07.2026 | 14:00 Uhr von «Jörn Kränicke»

Fondsmanager

Der JPMorgan Funds - Europe Dynamic Fund wird von Blake Crawford, Jon Ingram, und Alex Whyte verantwortet. Crawford steht dabei für den datengetriebenen und zugleich fundamental orientierten Investmentansatz des Hauses. Der Portfoliomanager ist seit 2008 bei J.P. Morgan Asset Management tätig und gehört zum Europäischen Aktienteam innerhalb der International Equity Group. Unterstützt wird das Fondsmanagement von einem großen Research-Netzwerk aus über 50 Portfoliomanagern, rund 80 Fundamental-Analysten sowie über20 quantitativen Analysten.

Strategie

Crawford und seine Kollegen verfolgen einen sehr aktiven und konzentrierten Bottom-up-Ansatz. Im Mittelpunkt steht die Suche nach Unternehmen, die eine hohe Qualität, attraktive Bewertung sowie ein positives Momentum aufweisen. Das Fondsmanagement kombiniert klassische Fundamentalanalyse mit quantitativen Modellen und KI-gestützten Analysen. „Unsere quantitativen Modelle und Signale haben sich durch KI und Machine Learning stark weiterentwickelt. In manchen Wachstumssektoren muss man heute stärker auf Umsatz- oder andere Frühindikatoren achten, statt nur auf Gewinne“, erklärt Crawford.

Aus einem Anlageuniversum von rund 2.000 europäischen Unternehmen werden jene Titel ausgewählt, die sowohl fundamental als auch quantitativ überzeugen. Das Portfolio umfasst typischerweise zwischen 50 und 70 Aktien. Das Managerteam investiert dabei flexibel über Länder, Sektoren und Marktkapitalisierungen hinweg. Dabei kann das Trio sehr flexibel agieren. Dadurch kann das Management schnell auf Marktveränderungen reagieren und Opportunitäten konsequent nutzen. Auch Nachhaltigkeitsaspekte spielen eine Rolle. Der Fonds ist gemäß SFDR als Artikel-8-Fonds klassifiziert und berücksichtigt ESG-Kriterien und schließt Unternehmen aus, die in kontroversen Geschäftsfeldern tätig sind.

Marktanalyse und Ausblick

Crawford sieht Europa derzeit in einer strukturell besseren Ausgangslage als noch vor einigen Jahren. „Lange Zeit galt Europa für viele Investoren als Value Trap, vor allem aufgrund des schwachen Wachstums und restriktiver Fiskalpolitik. Diese Rahmenbedingungen haben sich inzwischen jedoch deutlich verändert“, sagt er. Ein weiterer Grund für die Wahrnehmung Europas als Value Trap war laut dem J.P. Morgan-Manager der Finanzsektor. „Über viele Jahre hinweg befand sich dieser in einer schwierigen Lage, da die Banken rund zehn Jahre lang mit verschärfter Regulierung konfrontiert waren. Sie mussten ihre Bilanzen restrukturieren und stärken. Inzwischen sind die Banken jedoch in der Lage, Kapital an die Aktionäre zurückzugeben. Der europäische Bankensektor hat in den letzten vier Jahren eine sehr starke Entwicklung gezeigt und wesentlich zur Performance europäischer Aktien beigetragen.“

Besonders der deutsche Fiskalstimulus seit 2025 ist für Crawford ein wichtiger Wendepunkt. Hinzu kommen expansive Geldpolitik, stabile Arbeitsmärkte sowie steigende Investitionen in Infrastruktur, Energie und Verteidigung. Gleichzeitig suchten viele Investoren nach Alternativen zu den hoch bewerteten US-Technologiewerten und reduzierten ihre starke US-Gewichtung zugunsten Europas. „Ein Grund dafür ist sicherlich auch die Suche nach Diversifikation“, so Crawford.

Crawford bleibt dennoch wachsam. Risiken bestehen weiterhin durch geopolitische Konflikte, insbesondere im Nahen Osten, sowie mögliche Belastungen durch steigende Energiepreise. Insgesamt überwiegt beim J.P. Morgan-Manager jedoch ein vorsichtig optimistischer Blick auf die europäische Konjunktur. Auch die jüngsten Unternehmensgewinne und die Entwicklung der Einkaufsmanagerindizes deuten laut dem Fondsmanager auf eine Stabilisierung der Wirtschaft hin.

Darüber hinaus sieht das Team um Crawford langfristige Chancen durch Trends wie die Reindustrialisierung Europas, Ausbau erneuerbarer Energien, höhere Verteidigungsausgaben, steigenden Energiebedarf durch KI und Rechenzentren sowie die zunehmende europäische Souveränität in Energie- und Sicherheitsfragen.

Portfolio des Fonds

Der Fonds weist derzeit ein Volumen von rund 1,4 Milliarden Euro. Er wird auf Basis der bottom-up Unternehmensselektion zusammengestellt und hat, wenn man dies auf die Standorte der Unternehmen herunterbricht, die größten Übergewichtungen in Frankreich,den Niederlanden und Großbritannien. Am stärksten untergewicht waren zuletzt die Schweiz und Schweden.

Zu den größten Positionen zählen per 30.04.2026 derzeit unter anderem:

  • ASML
  • Nestlé
  • Shell
  • Allianz
  • Banco Santander
  • Sanofi
  • Koninklijke Ahold
  • Carlsberg
  • Air Liquide
  • Safran

Branchenmäßig liegt der Schwerpunkt aktuell auf Grundstoffen, Industrie, Konsumgütern sowie Halbleitern. Besonders gut gefällt Crawford der europäische Versorgersektor. „Durch die Konflikte im Nahen Osten sind die Strompreise gestiegen, und viele dieser Unternehmen profitieren davon. Gleichzeitig baut Europa seine Kapazitäten im Bereich erneuerbarer Energien massiv aus. Europa ist Nettoimporteur von Energie – insbesondere Öl und Gas – und möchte sich langfristig unabhängiger von externen Schocks machen und gleichzeitig sauberere Energie nutzen.“

Allerdings gebe es Phasen, in denen Sonne und Wind nicht ausreichend Energie lieferten. „Dann braucht man flexible Stromerzeugung, beispielsweise Gaskraftwerke, die kurzfristig einspringen können. Unternehmen wie Engie in Frankreich sind in genau dieser Position. Sie profitieren sowohl von den hohen Strompreisen als auch von den angespannten Energiemärkten. Zudem halten wir ihre Bewertungen für attraktiv“, so Crawford weiter. Nicht zuletzt ist der Fonds aktuell im Sektor Nahrungsmittel, Getränke und Tabak übergewichtet.

Zudem investiert der JPMorgan Funds - Europe Dynamic Fund auch flexibel in Small- und Mid-Caps. „Viele dieser Unternehmen profitieren derzeit stärker von Fiskalstimuli und sind oft weniger von internationalen Zöllen betroffen, da sie stärker auf den Binnenmarkt ausgerichtet sind“, sagt Crawford .

Chance-/Risikoverhältnis

Die Kennzahlen des JPMorgan Funds - Europe Dynamic Fund zeigen, dass der Fonds, durch aktives Stock-Picking langfristig einen Mehrwert gegenüber dem europäischen Aktienmarkt erzielt. Gut 1,95 Prozentpunkte pro Jahr war der Fonds gegenüber der Benchmark in den vergangenen drei Jahren p.a. besser (Anteilklasse A (dist) EUR).

Mit einer Korrelation von 0,94 über drei Jahre bewegt sich der Fonds zwar eng im Gleichlauf mit dem europäischen Aktienmarkt, weicht jedoch gezielt dort ab, wo das Management attraktive Chancen identifiziert. Diese aktive Positionierung zeigt sich insbesondere im positiven Alpha. Über drei Jahre lag das Alpha bei 1,41 Prozent, was auf einen deutlichen Mehrwert durch die Titelselektion hinweist.

Das Beta von 0,95 (3 Jahre) signalisiert zugleich, dass der Fonds etwas defensiver als der Gesamtmarkt agiert. Der Fonds schwankt somit tendenziell weniger stark als der MSCI Europe Index. Mit annualisierten Schwankungen von 10,62 Prozent über drei Jahre bewegt sich der Fonds in einem für europäische Aktienfonds moderaten Bereich.

Der Tracking Error von rund 3,52 verdeutlicht zudem, dass der Fonds bewusst aktive Abweichungen von seiner Benchmark eingeht, ohne dabei zu hohe Risiken einzugehen.

Abgerundet wird das Bild durch die Information Ratio von 0,40 über drei Jahre. Diese Kennzahl misst, wie effizient das Management aktives Risiko in zusätzliche Rendite umwandelt. Die hohe Information Ratio zeigt, dass der Fonds seine aktiven Positionierungen zuletzt besonders erfolgreich umsetzen konnte.

Fazit

Der JPMorgan Funds - Europe Dynamic Fund zählt zu den interessantesten aktiv gemanagten Europa-Aktienfonds. Überzeugend ist die Kombination aus fundamentalem Stock-Picking, quantitativer Analyse und hoher Flexibilität. Zudem ist Europa inzwischen auch wieder bei internationalen Anlegern gefragt. Dies könnte dem „alten Kontinent“ wieder zu einem boomenden Aktienmarkt verhelfen. Die gute Performance von Crawford und seinen Kollegen zeigt, dass aktives Management weiterhin seine Berechtigung hat.

Fondsname JPMorgan Funds - Europe Dynamic Fund
Assetklasse: Aktien Europa
Fondsvolumen 1,4 Mrd. Euro
TER: 1,75%
Perf. Fee keine
WKN: A0DQH1
ISIN: LU0210530662
Auflagedatum: 31.03.2005
Perf. laufendes Jahr 6,70%
1 Jahr 15,40%
3 Jahre 48,80%
10 Jahre 123,20%
Vola 3 Jahre 10,80%
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