Die FNZ Group trennt sich von ihrer deutschen Banktochter. Das Unternehmen hat eine Vereinbarung über den Verkauf der FNZ Bank SE sowie der Deutsche Haftungsdach (DHD) GmbH an den Finanzinvestor Advent und ein Investorenkonsortium unter Beteiligung von HarbourVest Partners unterzeichnet. Verkauft werden jeweils 100 Prozent der Anteile an beiden Gesellschaften.
06.08.2026 | 12:58 Uhr
Der Abschluss der Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Bankenaufsichts- und Kartellbehörden. Das Closing wird in der zweiten Jahreshälfte 2027 erwartet.
Die FNZ Bank zählt heute zu den größeren Plattformbanken im deutschen Wealth-Management-Markt. Nach Angaben des Unternehmens verwaltet sie Vermögen von rund 155 Milliarden Euro für mehr als zwei Millionen Kunden und rund 400 angeschlossene Vertriebspartner. Zu diesem Wachstum beigetragen haben insbesondere die Integration des Wertpapiergeschäfts der ehemaligen Augsburger Aktienbank sowie die Übernahme des Einlagen- und Verwahrgeschäfts der früheren Fondsdepot Bank. Die ebenfalls zum Verkauf stehende Deutsche Haftungsdach GmbH ist nach Unternehmensangaben gemessen an der Zahl der vertraglich gebundenen Vermittler das größte Haftungsdach in Deutschland.
Mit Advent übernimmt ein international aktiver Private-Equity-Investor die Kontrolle über die FNZ Bank. Nach Angaben des Investors soll die Bank langfristig weiterentwickelt werden. Advent verweist dabei auf seine Erfahrung mit regulierten Finanzinstituten, Vermögensverwaltung und Finanztechnologie. Ranjan Sen, Managing Partner von Advent, bezeichnete die FNZ Bank als einen zentralen Akteur im deutschen Wealth-Management-Markt. Das Institut sei gut positioniert, um vom langfristigen Wachstum des privaten Vermögensaufbaus zu profitieren. Auch Alfred Dersidan, Director bei Advent, betonte den langfristigen Investitionsansatz. Als Eigentümer regulierter Finanzinstitute arbeite Advent seit Jahren eng mit europäischen Aufsichtsbehörden zusammen und wolle die Bank, ihre Kunden, Partner und Mitarbeiter nachhaltig unterstützen.
Für die FNZ Group ist der Verkauf Teil einer strategischen Neuausrichtung. Konzernchefin Blythe Masters erklärte, dass sich das Unternehmen künftig noch stärker auf sein Kerngeschäft konzentrieren wolle: die Bereitstellung von Technologieplattformen für Banken, Vermögensverwalter und Finanzberater. Die Zusammenarbeit mit der FNZ Bank soll nach Abschluss der Transaktion fortgesetzt werden. Die Bank wird demnach auch künftig Technologien der FNZ Group nutzen.
Der Vorstandsvorsitzende der FNZ Bank, Manuel Loos, sieht im Einstieg der neuen Eigentümer vor allem Chancen für die weitere Entwicklung des Instituts. Die Investoren verfügten über umfangreiche Erfahrung im Finanzdienstleistungssektor und hätten sich langfristig zum deutschen Markt bekannt. Für Kunden und Vertriebspartner solle sich an Qualität und Service nichts ändern.
Mit dem Verkauf wechselt eine der größten spezialisierten Plattformbanken im deutschen Wealth-Management-Sektor den Eigentümer. Die FNZ Bank spielt insbesondere im Geschäft mit Vermögensverwaltern, Finanzvertrieben und Fondsplattformen eine wichtige Rolle. Sollte die Transaktion wie geplant genehmigt werden, wird Advent künftig die strategische Weiterentwicklung der Bank verantworten, während sich die FNZ Group vollständig auf ihr internationales Technologiegeschäft konzentriert.
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