Globaler Kampf um Metalle: Weshalb sich Bergbauaktien für Investoren gerade jetzt lohnen

Globaler Kampf um Metalle: Weshalb sich Bergbauaktien für Investoren gerade jetzt lohnen
Aktien

Von wichtigen Industriemetallen bis hin zu Spezialmetallen und Gold – für viele Staaten steht die Versorgungssicherheit mit kritischen Metallen wegen des Booms rund um die KI und erneuerbare Energien ganz oben auf ihrer Prioritätenliste. Welche Folgen dies für die Bergbaubranche hat und wie Investoren am Aufschwung partizipieren, analysiert die mehrteilige Serie. Teil 3: Das macht Minenaktien aktuell so attraktiv für Anleger

17.07.2026 | 06:00 Uhr

Der globale Wettlauf um kritische Rohstoffe hat Metalle und Mineralien wieder ins Zentrum geopolitischer und wirtschaftlicher Strategien gerückt. Kupfer, Lithium, Uran oder Seltene Erden sind längst nicht mehr nur industrielle Vorprodukte, sondern Schlüsselressourcen für Energieversorgung, künstliche Intelligenz, Elektromobilität, Verteidigung und technologische Souveränität. Dennoch spiegelt sich diese neue strategische Bedeutung bislang kaum in den Bewertungen vieler Bergbauunternehmen wider. Nach Einschätzung von Baker Steel sind Bergbauaktien trotz robuster Unternehmenskennzahlen weiterhin deutlich unterbewertet.

Dabei sprechen die Fundamentaldaten eine andere Sprache. Viele Metallproduzenten erwirtschaften starke Cashflows und haben in den vergangenen Jahren ihre Kostenstrukturen spürbar verbessert. Nach den Exzessen des Rohstoffbooms in den 2000er-Jahren steht heute nicht mehr Wachstum um jeden Preis im Vordergrund, sondern Kapitaldisziplin, Rendite und Bilanzstärke. Dass die Unternehmen dennoch nur begrenzte Aufmerksamkeit erhalten, werten Marktbeobachter als Zeichen einer anhaltenden Bewertungslücke.

Besonders auffällig ist die geringe Bedeutung des Sektors an den globalen Kapitalmärkten. Minenaktien machen laut der Studie lediglich rund 0,4 Prozent des weltweiten Aktienmarktes aus. Dies steht in einem bemerkenswerten Kontrast zu ihrer wirtschaftlichen Relevanz. Schließlich bilden Bergbauunternehmen die Grundlage zahlreicher Zukunftsindustrien – von Stromnetzen über Batteriespeicher bis hin zu Rechenzentren für künstliche Intelligenz.

Gleichzeitig verbessern sich die strukturellen Rahmenbedingungen. Analysten erwarten in zahlreichen Metallmärkten langfristige Angebotsdefizite. Jahrzehntelange Unterinvestitionen, sinkende Erzgehalte und immer längere Genehmigungsverfahren erschweren den Ausbau der Produktion. Auf der Nachfrageseite sorgen dagegen die Elektrifizierung der Wirtschaft, der Ausbau erneuerbarer Energien und der Atomkraft sowie geopolitisch motivierte Investitionen in Versorgungssicherheit für zusätzlichen Bedarf. Der Markt könnte daher die Dauer und die Tragweite des aktuellen Rohstoffzyklus unterschätzen.

Abb-1
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Quellen: Bloomberg, interne Daten von Baker Steel. Stand: 7. Mai 2026.

Erste Anzeichen für ein Umdenken sind bereits erkennbar. Das Vermögen in Minen-ETFs hat sich innerhalb eines Jahres auf mehr als 87 Milliarden US-Dollar mehr als verdoppelt. Zudem haben große Investmentbanken wie Goldman Sachs, JPMorgan, UBS oder HSBC ihre Rohstoff- und Bergbauanalysen zuletzt deutlich ausgeweitet. Das spricht dafür, dass institutionelle Investoren den Sektor wieder stärker in den Blick nehmen.

Nach Ansicht der Rohstoffexperten von Baker Steel erscheint der Bergbausektor selbst nach der jüngsten Kurserholung im Vergleich zum breiten Aktienmarkt weiterhin günstig bewertet. Die Kombination aus starken Cashflows, diszipliniertem Kapitaleinsatz, strategischer Bedeutung der geförderten Rohstoffe und langfristig angespannten Angebotsmärkten könnte den Nährboden für eine Neubewertung schaffen.

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Quelle: Bloomberg.

Für Investoren ergibt sich daraus eine interessante Konstellation: Während Regierungen weltweit Milliarden in die Sicherung kritischer Rohstofflieferketten investieren und die Nachfrage nach Metallen weiter steigt, werden viele Bergbauunternehmen an der Börse noch immer gehandelt, als befände sich der Sektor am Rand der globalen Wirtschaft. Dabei sind Bergbauaktien laut Baker Steel nicht nur ein Hebel auf steigende Rohstoffpreise, sondern vor allem ein unterbewerteter Zugang zu einigen der wichtigsten strategischen Ressourcen des kommenden Jahrzehnts.

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