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Diese Großaktionäre setzen auf Wirecard

Nachdem die „Financial Times“ letzte Woche über angebliche Bilanzfälschungen bei Wirecard-Töchtern in Irland und Dublin berichtete, ist der Aktienkurs um fast ein Viertel abgesackt. In solchen Zeiten setzen Unternehmen auf die Rückendeckung ihrer Großaktionäre, die loyal hinter der Firma stehen und den Kurs damit stabilisieren. Wer Wirecard die Treue hält.

21.10.2019 | 11:50 Uhr von «Alexandra Jegers»

Bittere Pille für Wirecard: Nach einem erneuten Bericht der britischen „Financial Times“ (FT) über angebliche Bilanzfälschungen bei dem Zahlungsanbieter haben Investoren die Flucht ergriffen. Die im deutschen Leitindex DAX notierten Aktien brachen am Dienstag zeitweise um 23 Prozent ein und notierten mit 107,80 Euro auf dem tiefsten Stand seit sechs Monaten. Im Wochenverlauf stand immerhin ein Minus von rund 17 Prozent zu Buche. Dem Bericht zufolge soll Wirecard Umsatz und Gewinn bei Auslandstöchtern in Dubai und Irland aufgebläht haben, womöglich auch, um die eigenen Wirtschaftsprüfer in die Irre zu führen.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Zeitung über angebliche dubiose Geschäfte des Zahlungsdienstleisters berichtet. Das Unternehmen aus Aschheim bei München war 2019 mehrfach in den Fokus kritischer FT-Artikel geraten, die unter anderem über Bilanzmanipulationen in Singapur berichteten. Bislang konnten die Vorwürfe nicht bestätigt werden, Wirecard wirft der Zeitung darum Marktmanipulation und die Zusammenarbeit mit Shortsellern vor.

Wenn Unternehmen derart unter Druck stehen, richten Investoren die Augen gerne auf die Großaktionäre. Ziehen sie sich zurück, gilt das in der Regel als ganz schlechtes Zeichen. Halten sie dem Unternehmen dagegen die Treue, kann das wiederum für Zuversicht sorgen und andere Investoren von Panikverkäufen abhalten.

Größter Aktionär bei Wirecard ist die MB Beteiligungsgesellschaft mbH. Die Initialen stehen für Markus Braun, dem österreichischen Vorstandsvorsitzenden der Wirecard AG. Mit einem Anteil von 7,05 Prozent besitzt Braun mehr Aktien als alle anderen namhaften Investoren. Seine Beteiligung blieb – wenig überraschend – allen Vorwürfen zum Trotz nahezu konstant.

Strategisches Interesse an Wirecard

Der Löwenanteil der frei handelbaren Aktien verteilt sich nach Unternehmensangaben auf die Fondsschwergewichte Blackrock (sechs Prozent), Artisan Partners (5,24 Prozent), Jupiter (4,99 Prozent) und Alken (drei Prozent). Andere namhafte Investoren sind laut der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge die Deutsche Bank (4,91 Prozent), der ETF-Anbieter Vanguard (2,66 Prozent), Allianz SE (1,27 Prozent), Dekabank (1,18 Prozent) und Union Investment (0,42 Prozent). Die US-amerikanische Großbank Citigroup hält 4,93 Prozent der Wirecard-Aktien, Goldman Sachs kommt auf 3,53 Prozent. Insgesamt stammt rund ein Drittel der Investoren aus den USA. Deutschland stellt mit gut 21 Prozent den zweitgrößten Anteil. Aus dem Vereinigten Königreich kommen etwas mehr als 17 Prozent der Investoren.

Von den Großaktionären könnten allenfalls Citigroup oder Goldman Sachs ein strategisches Interesse daran haben, Wirecard die Treue zu halten. Schließlich ist das Geschäftsmodell des Zahlungsabwicklers für Banken interessant, schreibt der Branchendienst IT-News. Dagegen spreche jedoch, dass zumindest Goldman Sachs seine Beteiligungen an Wirecard in diesem Jahr stark reduziert habe. Fondshäuser wie Blackrock oder Jupiter hingegen dürften ihre Aktien ziemlich sicher abstoßen, sollten sich die Vorwürfe gegen Wirecard als wahr erweisen. „Als einziger stabiler Investor ist deshalb der Vorstandsvorsitzende selbst, Markus Braun, zu bezeichnen“, lautet das Fazit der Autoren.

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