Die Analyse von Sebastian Dörr erklärt, wie stark Rendite
und Einfluss auseinanderklaffen – und warum Anleger diesen Unterschied kennen
sollten.
In seiner Untersuchung betrachtet der Kapitalmarktanalyst
von HQ Trust die monatlichen Renditen aller S&P-500-Titel seit Dezember
1989. In jedem Monat teilte Sebastian Dörr die Aktien nach ihrem jeweiligen
Indexgewicht in vier gleich große Gruppen ein – von den leichtesten bis zu den
Schwergewichten.
Anschließend analysierte er sowohl die Streuung der
Einzelrenditen als auch die tatsächlichen Performancebeiträge zum Index,
berechnet als Gewicht mal Rendite. Um Ausreißer nicht überzubetonen, begrenzte
Sebastian Dörr die Ergebnisse auf den Bereich zwischen dem 5. und 95.
Perzentil, wobei dennoch alle 500 Aktien in die Auswertung einbezogen wurden.
- „Über den Gesamtzeitraum
erzielten die kleinsten Aktien mit durchschnittlich 1,17 Prozent pro Monat
die höchsten Renditen im S&P 500.“
- „Die Schwergewichte kamen
im selben Zeitraum lediglich auf 0,93 Prozent pro Monat – ein klarer
Renditevorsprung zugunsten der gering gewichteten Titel.“
- „Die höheren
Durchschnittsrenditen der kleineren Aktien gingen jedoch mit einer
deutlich größeren Schwankungsbreite einher.“
- „Die Verteilung der
Monatsrenditen zeigt: Wer in gering gewichtete S&P-Aktien investiert,
muss mit deutlich volatileren Kursen rechnen als bei den Schwergewichten.“
Hohe Renditen, aber geringe Auswirkung
- „Dass tendenziell die größten Aktien den Index treiben, ist für viele Investoren vermutlich keine Überraschung. Wie groß der Unterschied ist, vielleicht schon.“
- „Hoch gewichtete Titel steuerten im Mittel 0,0055 Prozent pro Monat zur Indexperformance bei. Das ist ein Vielfaches des Beitrags kleinerer Titel.“
- „Eine gering gewichtete Aktie trug im Mittel lediglich 0,0003 Prozent pro Monat zur Entwicklung des S&P 500 bei – trotz teils höherer Renditen.“
Warum die Beiträge so klein wirken – und dennoch entscheidend sind
- „Der Wert von 0,0003 Prozent wirkt zunächst vernachlässigbar. Tatsächlich verteilt sich der Beitrag einer einzelnen Aktie jedoch auf einen breit diversifizierten Index mit 500 Titeln – und wird zudem auf Monatsbasis gemessen.“
- „Die Analyse verdeutlicht: Indexperformance ist in erster Linie eine Frage der Gewichtung, nicht der höchsten Einzelrenditen.“
- „Selbst sehr erfolgreiche Aktien bewegen den Index kaum, wenn ihr Anteil gering ist. Umgekehrt können bereits moderate Kursgewinne bei Schwergewichten die Gesamtentwicklung spürbar beeinflussen.“
- „Für Anleger folgt daraus: Wer einen kapitalgewichteten Index verstehen oder schlagen will, sollte nicht nur auf Renditen schauen, sondern immer auch auf das zugrunde liegende Gewicht der einzelnen Titel.“
- „Zudem ist passives Investieren auch eine aktive Entscheidung. Langfristig kann eine aktive Aktienauswahl einen positiven Effekt haben.“
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