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Ölpreis

Warum der Ölpreis Achterbahn fährt

Der Ölpreis ist in den vergangenen Wochen so tief gefallen wie seit November 2002 nicht mehr. Nun geht es wieder nach oben. Woran das liegt – und wie es am Ölmarkt weiter geht.

02.04.2020 | 15:20 Uhr von «Alexandra Jegers»

Die Corona-Krise macht dem Ölmarkt schwer zu schaffen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent ist zum Wochenstart auf den tiefsten Stand seit November 2002 gefallen. Damals hatten die Ölpreise infolge der Terroranschläge vom 11. September 2001 massiv an Boden verloren. Nun ist es vor allem der Stillstand der Wirtschaft, der dem Markt zusetzt.

Das öffentliche Leben liegt brach, Fahrzeuge bleiben in den Garagen und Einfahrten stehen, Unternehmen fahren die Produktion runter, komplette Flugzeugflotten parken am Boden. „Die USA, Europa und die Schwellenländer sind alle weitgehend zum Stillstand gekommen, was die Öl-Nachfrage in noch nie dagewesenem Ausmaß zum Erliegen bringt“, erklärt Michel Salden, Anlageprofi bei Vontobel. Die Ölnachfrage könnte 2020 um bis zu 20 Prozent fallen, teilte die Internationale Energieagentur (IEA) kürzlich mit.

Als wäre das nicht genug, tobt auch noch ein Preiskampf zwischen Saudi-Arabien und Russland: Nach dem Scheitern der Gespräche zwischen der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) und Russland über eine gemeinsame Förderbremse am 6. März öffnete Saudi-Arabien die Ventile. Der mit Abstand weltgrößte Ölkonzern Saudi Aramco fuhr seine Förderung massiv hoch, der Ölpreis brach regelrecht ein. „Saudi-Arabien verfolgt jetzt eine eigene Agenda: Das Land möchte Russland größtmögliche Schmerzen zufügen, und scheint sich nicht darum zu kümmern, welche Verluste es dabei hinnehmen muss“, sagt Nitesh Shah, Anlagestratege beim Fondsanbieter WisdomTree.

Noch im Februar produzierte die Ölmacht im Nahen Osten knapp 9,6 Millionen Barrel täglich. Nun plant Saudi-Arabien als Reaktion auf die gescheiterten Verhandlungen mit Russland, seine Kapazität von derzeit 12 Millionen Barrel täglich auf 13 Millionen Barrel pro Tag zu erweitern. Sollte der Staat sein Vorhaben in die Tat umsetzen, würde die Welt mit Öl geflutet. Die Preise dürften ins Bodenlose fallen.

Mit Strafzöllen gegen fallende Ölpreise

In den vergangenen drei Tagen hat sich der Preis für Brent-Öl gerade eben so noch über der Marke von 20 US-Dollar gehalten. Am heutigen Donnerstag (2. April) ging es jedoch zeitweise sprunghaft um mehr als zwei Euro nach oben. Auslöser für das überraschende Plus war ein Bericht des „Wall Street Journal“, wonach sich US-Präsident Donald Trump am Freitag mit den Vorständen der größten Ölkonzerne treffen will, um Lösungen für die „schwierige Lage“ zu finden. Demnach stehen sowohl Hilfen für die Industrie als auch Strafzölle auf Ölexporte Saudi-Arabiens zur Diskussion.

Das Eingreifen des US-Präsidenten dürfte nicht ganz uneigennützig sein, denn je länger der Preiskrieg zwischen den beiden Ölmächten andauert, desto gravierender sind die Folgen für die Ölproduzenten. Setzt sich die Talfahrt fort, dürften viele Unternehmen auch in den USA ohne Unterstützung vom Staat nicht mehr überlebensfähig sein. Eine Pleitewelle im Ölsektor würde die durch das Coronavirus ohnehin schwer angeschlagene US-Wirtschaft zusätzlich belasten – und eine vollständige Erholung bis zur Präsidentschaftswahl im November noch unwahrscheinlicher machen.

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