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Wenn die Gondeln Geldsäcke tragen

FundResearch blickt auf die letzte Woche zurück und gibt einen Ausblick auf künftige Ereignisse. Im Fokus diesmal: Was wir beim €uro Roundtable über Nebenwirkungen der EZB-Zinspolitik gelernt haben.

18.11.2019 | 07:30 Uhr von «Matthias von Arnim»

Rückblick auf die vergangene Woche

Den Venezianern steht das Wasser derzeit buchstäblich bis zum Hals. Verantwortlich dafür sind heftige Regenfälle, die in der vergangenen Woche südlich der Alpen niedergegangen sind. Die versinkende Lagunenstadt steht geradezu sinnbildlich für die Lage Italiens: Null Innovation, eine schrumpfende Industrie, eine bremsende Bürokratie sowie ein Haushaltsdefizit, das in diesem Jahr laut EU-Schätzungen 2,2 Prozent betragen und in den kommenden Jahren weiter ansteigen wird. Nur zwei EU-Länder haben seit der Krise von 2007 ihr früheres Wirtschaftsniveau nicht wieder erreicht: Griechenland und Italien. Griechenland immerhin befindet sich auf gutem Wege, Italien eher nicht. Die drittgrößte Volkswirtschaft Europas siecht vor sich hin. Das Einzige was steigt, ist die Verschuldung. Deshalb schwebt über all dem Groll über die Misere die Angst, dass die italienischen Banken, die das Ganze finanzieren, irgendwann unter der Last der faulen Kredite zusammenbrechen und das Land südlich des Brenners endgültig in den Abgrund reißen könnten.

Trotzdem können sich die italienischen Finanzinstitute derzeit vor Geld kaum retten. Warum das so ist, erklärte in der vergangenen Woche Dr. Anton Fischer, Produktkoordinator Makroresearch bei der MEAG, der als Keynote Speaker den €uro Roundtable in München mit einem spannenden Vortrag eröffnete. Fischer schlüsselte kenntnisreich auf, warum die EZB und ihre Zinspolitik für entspannte Mienen in den Gesichtern italienischer Bankmanager sorge: Schließlich seien die Nullzinsen der Grund dafür, dass die Zinslast für Staat und Wirtschaft trotz gestiegener Schulden in den vergangenen Jahren deutlich gesunken sei. Selbst eine weiter steigende Verschuldung führe deshalb noch nicht zum Kollaps. Italien könne problemlos weiter auf Pump leben – solange die Zinsen niedrig blieben. Und von einer Zinswende sei Europa weit entfernt. Soweit die gute Nachricht.

Das Geld bekommen die italienischen Banken derzeit geradezu hinterhergeschmissen. Auch von deutschen Banken. Der Grund: Die EZB hat nicht nur den Einlagenzinssatz von -0,40 auf -0,50% gesenkt, sondern mit einer Hintertür den Banken den Weg für sehr fintenreiche Geldbewegungen geöffnet. So dürfen Banken bis zur Höhe der sechsfachen Mindestreserve ihr Geld kostenfrei bei der EZB parken. Darüber hinaus fallen die genannten 0,5 Prozent Zinsen an, die die Banken an die EZB zahlen müssen.

Dies, so Fischer, sei für etliche deutsche Banken der Anlass, nur die Mindestreserve bei der EZB in Anspruch zu nehmen und überschüssiges Geld bei italienischen Banken zu parken. 

Und so kommt es, dass die eigentlich klammen italienischen Banken dank deutschen Geldes wie die Gondeln in Venedig obenauf schwimmen, obwohl Italiens Wirtschaft das Wasser bis zum Hals steht. Das hört sich zunächst nach einem guten Deal mit Vorteilen für beide Seiten an. Man sollte allerdings nicht zu lange darüber nachdenken, was passiert, wenn die Zinsen eines Tages doch wieder steigen. 

Ausblick auf die wichtigsten Termine in dieser Woche

Es gibt in dieser Woche einige Termine, die Anlass zu Optimismus geben…

Am Dienstag macht das US Census Bureau den Anfang mit aktuellen Zahlen zu Hausbaubeginnen und Baugenehmigungen. Die Zahlen werden mit Vorfreude erwartet. Denn die Zinssenkungen der US-Notenbank haben den Immobilienmarkt in den USA zuletzt spürbar belebt – und dies im Spätherbst des Jahres. Das ist alles andere als eine Selbstverständlichkeit.

Am Mittwoch wird die Gute-Laune-Party der US-Baubranche fortgesetzt, wenn die Mortgage Bankers Association die MBA Hypothekenanträge veröffentlicht. Das ist ein Frühindikator für den US-Immobilienmarkt. Alles andere als optimistische Wachstumszahlen wären eine Überraschung. 

Am Donnerstag versteigert das spanische Finanzministerium neue Obligationen mit drei-, fünf- und zehnjähriger Laufzeit. Im Ministeriumsgebäude in Madrid werden nach der Auktion vielleicht die Korken knallen. Zumindest die drei- und fünfjährigen Obligationen werden wohl mit negativer Rendite in den Markt gehen. Geld leihen und dafür noch Geld bekommen – das ist der wahr gewordene Traum einiger Finanzminister in Europa, auch der spanische darf seit einiger Zeit diesen Traum leben. 

Am Freitag werden die Einkaufsmanagerindizes aus den USA, der Eurozone und Japan veröffentlicht. Es gibt Anlass für Optimismus. Der Grund: Die Kurse von US-Halbleiteraktien sind in den vergangenen Wochen erheblich gestiegen. Das gilt wegen der hohen Korrelation zwischen Halbleiteraktien und dem US-Einkaufsmanagerindex als ein Anzeichen für eine Belebung der US-Konjunktur. Es wäre darüber hinaus ein positives Signal für die Weltwirtschaft: Eine Erholung der Industrie würde gerade noch rechtzeitig kommen, um negative Ansteckungseffekte auf den Dienstleistungssektor zu vermeiden.

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