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€uro Roundtable in München – Investieren in turbulenten Zeiten

€uro Roundtable in München: Ein Must für die bayerische Finanzszene. So auch im 6. Jahr des Bestehens, wie Gastgeber Michael Schmidt, Geschäftsführer von €uro Advisor Services, freudig bemerkte.

15.11.2019 | 10:33 Uhr von «Ronny Kohl»

Rund 50 Gäste waren seiner Einladung in die BMW Welt gefolgt, um sich über die Anlagetrends 2020 zu informieren, neue Investmentideen zu diskutieren und nicht zuletzt ihr Netzwerk zu erweitern.

Novembertag in München. Strahlende Sonne und blauer Himmel auf der einen Seite, klirrende Kälte auf der anderen. Ein Widerspruch, wie er auch an den Finanzmärkten immer wieder festzustellen ist. Konjunkturängste und politische Unwägbarkeiten auf der einen, positive Unternehmensmeldungen und steigende Aktienkurse auf der anderen. Der €uro Roundtable versucht, aus dieser Gemengelage die Perspektiven und Trends für 2020 herauszustellen.

50 Gäste – Vermögensverwalter, Berater, Vermittler, Investoren und Asset-Manager gleichermaßen – sind in die Münchner BMW Welt gekommen, um sich Anregungen zu holen und mit Experten auszutauschen. Klar ist dabei schnell – einen eindeutigen Trend gibt es nicht. Zu viele Einflussfaktoren werden auch im kommenden Jahr das Geschehen an den Kapitalmärkten bestimmen. Um so überraschender, dass das Publikumsvotum, welche Asset-Klasse im nächsten Jahr die Nase vorn haben dürfte, eindeutig auf Aktien lautet. Einige wenige Gäste votieren für Immobilien, nur einer für Anleihen.

Für den Anleihe-Fan dürfte umso interessanter sein, wie Dr. Anton Fischer, Produktkoordinator Makroresearch bei der MEAG, die weitere Entwicklung der „Leidzinsen“ beurteilt. Der Keynote Speaker des Abends nimmt die aktuelle Zinsentwicklung unter die Lupe und gibt eine eindeutige Einschätzung: Die Negativzinsen werden auch 2020 vorherrschen, so der Volkswirt. Er zitiert Zahlen von Bloomberg, wonach das „Leidensgebirge“ – dasjenige Anleihevermögen, das inzwischen im negativen Bereich liegt, weltweit auf 12 Billionen Dollar angewachsen sei. Tendenz steigend, wofür nicht zuletzt das „Abschiedsgeschenk“ des bisherigen EZB-Chefs Mario Draghi sorgen werde: etwa die weitere Absenkung des Einlagenzinssatzes von -0,40 auf -0,50%, oder die Neuauflage des Quantitative Easings mit offenem Ende.

Der längste Aufschwung aller Zeiten

Ein offenes Ende habe auch der konjunkturelle Aufschwung in den USA, mit inzwischen mehr als zehn Jahren der längste aller Zeiten. Fischer spricht von einem „Long-cycle“, der beispielsweise aufgrund der positiven Arbeitsmarktlage – mehr offene Stellen als Arbeitssuchende – noch weiterlaufen könne. Allerdings blieben uns auch die Unwägbarkeiten erhalten: Handelsstreit, Brexit, Verschuldung in Italien oder die Konflikte im Nahen und Mittleren Osten sowie in Lateinamerika.

Gleichwohl sieht Fischer unter dem Strich aufgrund der Negativzinsen den Anlagedruck steigen, was bedeutet, dass Anleger mehr Risiko nehmen müssen, um eine nennenswerte Rendite zu erreichen. Entweder, indem sie in höher verzinste Anleihen mit schwächerer Bonität wechseln, oder stärker in Aktien. Hier wiederum stünden Dividendentitel im Fokus, die den Anlegern laufende Erträge bescheren.

€uro Roundtable - Ein „Muss" für die bayerische Finanzszene

€uro Roundtable München
€uro Roundtable München
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Klares Votum pro Aktie

Im anschließenden Plenum diskutieren fünf Experten aus den verschiedensten Segmenten der Kapitalmärkte über ihre bevorzugte Anlage sowie die wachsende Bedeutung von Nachhaltigkeitsfaktoren. Dabei zeigt sich, dass für zumindest drei Vertreter Aktien auch in den nächsten Jahren das Thema Nummer eins sein werden. So etwa Torsten Seuberth, Investment Director Wholesale Business Germany & Austria bei Aberdeen Standard Investments, der zu einer globalen Sichtweise rät, um breit gestreut zu investieren und dabei Nachhaltigkeitsaspekte einzuschließen. Insbesondere rät er, Asien stärker zu beachten, weil von dort wichtige Wachstumsimpulse kommen.

Nachhaltigkeit spielt im Hause Aberdeen eine besondere Rolle, so Seuberth weiter. Rund 500 Analysten würden Unternehmen und Märkte unter die Lupe nehmen, darunter 45 ESG-Spezialisten, die prüfen, inwieweit die SDG-Kriterien der Vereinten Nationen erfüllt werden. Intensives Research sei nicht zuletzt deshalb unumgänglich, um Greenwashing möglichst zu vermeiden.

Alexander Heidenfelder, Executive Director bei Edmond de Rothschild Asset Management und für die Betreuung von Wholesale-Kunden in Deutschland und Österreich zuständig, setzt ebenfalls auf Aktien, wobei er nachhaltiges Investieren präferiert, um etwa die Anlagerisiken zu mindern. Edmond de Rothschild sei schon seit 2007 nachhaltig ausgerichtet und habe die entsprechenden Fonds inzwischen auch staatlich zertifizieren lassen, was in Frankreich bereits praktiziert werde. Als erklärter Stockpicker schaue sein Haus sowohl auf die Nachhaltigkeit der Unternehmen als auch der Finanzzahlen und nicht zuletzt der Geschäftspraktiken. Hinsichtlich der Titelauswahl werde eine „Best-in-Universe-Strategie“ verfolgt, bei der wirklich nur die Aktien infrage kommen, die die besten Bewertungen aufweisen. Anders als bei einem Best-in-Class-Ansatz könne es daher auch sein, dass verschiedene Branchen gar nicht berücksichtigt werden.

Auch für Martyn Hole, CFA, Investmentdirektor Aktien bei Capital Group in London, stehen 2020 Aktien im Vordergrund. Er bevorzugt globale Investments, wobei sein Haus darauf achtet, die Rendite zu optimieren und die Volatilität möglichst gering zu halten. Anlegern rät er, investiert zu bleiben und Ausschüttungen zu reinvestieren. Keineswegs sollten sie hingegen versuchen, den Markt zu timen. Er betont, anders an Investments heranzugehen als die Konkurrenz. Er sucht nach Trends, die sich absehbar durchsetzen werden, achtet stark auf die Bewertungen und kauft keine Unternehmen, die nicht intensiv analysiert und besucht wurden. Als Beispiel führt er die Autobranche an, wo er in keinem einzigen Hersteller investiert sei, wohl aber in aussichtsreichen Herstellern von Komponenten und Software beispielsweise.

Immobilien für jedes Portfolio

Alexander Tannenbaum, Geschäftsführer der Credit Suisse Immobilien KAG, macht sich naturgemäß für Immobilien bzw. Immobilienfonds stark. Sie würden in jedes Portfolio gehören – als Einzelinvestment ebenso wie als Beimischung. Den Renditevorteil gegenüber Bonds beziffert er auf 200 bis 250 Basispunkte, wobei er bei den Mieten noch Luft nach oben sieht, wohingegen bei den Kaufpreisen weniger. Allerdings gebe es auch Risiken, weshalb sich eine breite Streuung über Lagen, Nutzung, Mieter aber auch Länder hinweg empfehle.

Die Core-Plus-Strategie seines Hauses bezeichnet er als risikoarme Strategie, die aktuelle Anlagetrends mit Nachhaltigkeit verbindet. Als Beispiele führt er die zunehmende Digitalisierung an, den Online-Handel oder auch den Trend zu Co-Working-Konzepten, worauf sich die Branche einstellen müsse. Die Credit Suisse prüft mit spezialisierten Consultants sämtliche Gebäude, in die der Fonds investiert ist, oder die für ihn infrage kommen, um festzustellen, wie nachhaltig diese sind. Zugleich unterbreiten die Consultants Vorschläge, wie die Nachhaltigkeit verbessert werden, um die Objekte über den Lebenszyklus hinweg state-of-the-art zu halten.

€uro Roundtable: Finanzexperten unter sich

€uro Roundtable Teilnehmer
€uro Roundtable Teilnehmer
€uro Roundtable Teilnehmer


Anlagealternative Katastrophenbonds

Dirk Schmelzer schließlich, seit 2010 bei Plenum Investments als Senior Portfolio Manager für Insurance-Linked Securities (ILS) tätig, macht sich für sogenannte Cat-Bonds stark. Diese Anleihen, die das Risiko von Versicherern übernehmen und dafür eine Verzinsung erhalten, sind von der konjunkturellen oder politischen Entwicklung weitgehend gefeit. Das Wohl und Wehe dieser Investments hängt allein von der Häufigkeit von Naturkatastrophen (Sturmschäden, Hochwasser, Erdbeben) und deren Schadenshöhe ab. Somit könnten Anleger mit Cat-Bonds die Risikostruktur ihrer Portfolios verändern und eine unkorrelierte Beimischung erreichen.

In der Vergangenheit hätten Cat-Bonds eine solide Rendite bei geringer Volatilität gebracht, wobei immer das Risiko des Schadensereignisses bestehe, so Schmelzer. Daher gelte es, auch bei dieser Anlageklasse breit zu streuen und genau zu analysieren – auch hinsichtlich der Nachhaltigkeit. Er und seine Kollegen prüfen genau, welche Schäden durch die Cat-Bonds versichert sind, denn die Fondsmacher legen Wert darauf, dass die Absicherung beispielsweise nicht für Waffenhersteller oder Unternehmen aus dem Bereich der fossilen Brennstoffe gilt. Hier wenden sie Ausschlusskriterien an, da sie einen Zusammenhang etwa zwischen dem Ausstoß von Klimagasen und der Häufung von Naturkatastrophen sehen. Andererseits nutzen sie auch spezielle Siegel, die die Einhaltung von ESG-Regeln bestätigen.

€uro Roundtable: Eine Bühne, um Investmentideen zu diskutieren

€uro Roundtable Impressionen 2
€uro Roundtable Impressionen 2
€uro Roundtable Impressionen 2

Als Fazit der Experten kann festgehalten werden, dass es in jeder Anlageklasse auf eine ausreichende Diversifikation ankommt, und dass an Nachhaltigkeit als Mittel zur Risikominderung inzwischen kein Weg mehr vorbeigeht.

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