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Warum Atomkraft übergangsweise grün ist

FundResearch blickt auf die letzte Woche zurück und gibt einen Ausblick auf künftige Ereignisse. Im Fokus diesmal: die EU-Taxonomie und die Frage, wie grün Atomkraft ist.

23.12.2019 | 07:30 Uhr von «Matthias von Arnim»

Rückblick auf die vergangene Woche

Man lernt doch niemals aus. Da sind in den vergangenen Jahrzehnten Millionen von engagierten Menschen auf die Straße gegangen, um gegen Atomkraftwerke zu protestieren. Und dann stellt sich heraus, dass Atomkraft doch eigentlich die Umwelt rettet und finanziell gefördert werden sollte. So sehen es jedenfalls unsere französischen Freunde, die Atomkraft im Rahmen der in der vergangenen Woche verabschiedeten EU-Taxonomie als „grüne“ Energie deklariert wissen wollten. Das ist nicht ganz gelungen. Trotzdem hat die französische Regierung einen achtbaren Teilsieg errungen: Der EU-Kompromiss sieht vor, dass die Frage, ob Atomkraft „grün“ ist, erst Ende 2021 entschieden wird. Bis dahin wird eine Liste möglicher „Übergangstechnologien“ erstellt. Darunter verstehen die EU-Bürokraten Technologien, die zwar nicht als „grün“ gelten, aber zumindest für eine Übergangszeit als nachhaltig eingestuft werden. 

Mit der Absolution auf Zeit können die Franzosen erst einmal gut leben. Zeitgewinn ist im Moment für sie wichtig. Denn das Land, das westlich des Rheins bereits 58 Atomkraftwerke betreibt, will in den nächsten Jahren sechs weitere in Betrieb nehmen. Bei diesen Neubauten handelt es sich um eine neue Generation von sogenannten EPR-Anlagen. Die Abkürzung steht für „Europäischer Druckwasserreaktor“. In Fachkreisen übersetzt man das Buchstabenkürzel jedoch mit „Europäischer Problemreaktor“. Die Gesamtkosten des im Bau befindlichen EPR, der im nordfranzösischen Flamanville 2022 ans Netz gehen soll, haben sich seit Baubeginn auf 12,4 Milliarden Euro vervierfacht. Das Projekt liegt zehn Jahre hinter dem ursprünglichen Plan – was für diesen neuen Kraftwerk-Typus offenbar normal ist. Denn auch der EPR, an dem das französische Energieunternehmen Electricité de France (EDF) seit 2005 in Finnland baut, hinkt bereits mehr als sieben Jahre hinter dem Zeitplan her. Die Kosten haben sich von geplanten 3,2 Milliarden auf zehn Milliarden Euro mehr als verdreifacht. Doch EDF ist zuversichtlich, die rund 1.500 Punkte umfassende Mängelliste bald abarbeiten zu können. 

Man sollte deshalb Verständnis aufbringen für das französische Anliegen. Die enormen Kosten für die neuen Atomkraftwerke müssen ja auch irgendwie gestemmt werden. Eine Einstufung von Krediten und Investitionen in Atomkraft als übergangsweise grüne Investition im Rahmen der EU-Taxonomie wird da sicher helfen. Und man muss neidlos anerkennen: Frankreich hat ja bisher auch gute Erfahrungen mit Atomkraft gemacht. Das Land bezieht rund 72 Prozent seiner Energie aus Atommeilern und schneidet deshalb in der CO2-Bilanz besser ab als Deutschland. Um den anfallenden Atommüll können sich dann ja die Enkel der Friday-For-Future-Kids kümmern, die vehement eine Reduzierung der CO2-Emissionen fordern. Das klingt erstmal nach einem guten Deal.

Was könnte Deutschland vom französischen Vorbild lernen? Zum Beispiel, dass es sich lohnen kann, Problemprojekte als nachhaltig zu definieren, um deren Finanzierung zu erleichtern. Der BER etwa wäre so ein Projekt. Immerhin ist er bis jetzt der umweltfreundlichste Hauptstadtflughafen weltweit. Null Emissionen und nicht einmal Atommüll. Wenn das nicht förderungswürdig ist.

Ausblick auf die wichtigsten Termine in dieser Woche

Am Dienstag ist Weihnachten. Halleluja. Und an dieser Stelle wünscht Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, die FundResearch-Redaktion schon mal ein fröhliches Fest! Aber die Japaner müssen arbeiten. Die Verantwortlichen der Bank von Japan treffen sich deshalb ohne Rücksicht auf die Feiern zur Geburt Jesu zu einer Sitzung und veröffentlichen danach eine Studie der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes. 

Am Mittwoch ist der erste Weihnachtsfeiertag. Die Japaner sind jedoch schon wieder fleißig. Der Corporate Service Price Index (CSPI) der Bank of Japan veröffentlicht die Statistik zur Preisentwicklung für Dienstleistungen, die zwischen Unternehmen gehandelt werden. Der Index wird auch als Indikator für den Inflationsdruck in Japan betrachtet.

Am Donnerstag leistet sich Deutschland einen zweiten Weihnachtsfeiertag. In den USA lecken sich die Familien, die sich im Rest des Jahres nicht gesehen und dann endlich mal wieder feierlich miteinander gestritten haben, noch die Wunden und sind froh, wieder ihrem Job nachgehen zu dürfen, wo nur der Chef mäkelt und nicht der ganze Rest der Familie. Die Angestellten des US Department of Labor veröffentlichen deshalb gut gelaunt aktuelle Zahlen zur Entwicklung auf dem US-Arbeitsmarkt.   

Am Freitag veröffentlichen die EIA (Energy Information Administration) und die AGA (American Gas Association) in den USA die monatlichen und wöchentlichen Daten zum Erdgas-Lagerbestand. Am Ende dieser Woche ist das eine interessante Statistik: Wieviel Energie haben die US-Familien in der Weihnachtszeit verbraucht? Und was würde es für die Welt bedeuten, wenn Nachhaltigkeit in den USA eine Rolle spielen würde?

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