Der Plenisfer Destination Value Total Return verbindet fünf eigenständige Strategien zu einem ungewöhnlich flexiblen Multi-Asset-Konzept. Mit 5,8 Prozent Plus seit Jahresbeginn und 10,2 Prozent pro Jahr über drei Jahre zeigt der Fonds, dass die Abkehr von einer starren Aktien-Anleihen-Aufteilung Früchte tragen kann.
06.10.2026 | 10:00 Uhr von «Jörn Kränicke»
Der Multi-Asset-Boom in Deutschland ist abgeflaut, doch der Plenisfer Destination Value Total Return überzeugt seit seiner Auflage vor gut fünf Jahren. Im laufenden Jahr steht ein Plus von 5,8 Prozent zu Buche, über drei Jahre sind es gut zehn Prozent pro Jahr. Das Besondere: Der Fonds kombiniert gleich fünf eigenständige Strategien. Grund genug, ihn näher anzuschauen.
Einen einzelnen Star-Manager gibt es bei Plenisfer nicht. Gesteuert wird der Fonds von einem Investment Committee, dem die vier Mitgründer Giordano Lombardo, Mauro Ratto, Diego Franzin und Robert Richardson angehören. Im Tagesgeschäft hat Ratto als CIO und Lead Portfolio Manager das Sagen. Unterstützt wird er von Spezialisten für Makro, Anleihen, Aktien, Credit, Special Situations und Research. Entscheidungen werden im Team diskutiert, das Risikomanagement ist von Beginn an in den Prozess eingebunden. So verbindet Plenisfer Top-down-Analysen mit einer genauen Einzeltitelauswahl. Laut Ratto stammen über einen kompletten Marktzyklus etwa 20 bis 40 Prozent des Mehrertrags aus Allokationsentscheidungen, der große Rest von 60 bis 80 Prozent aus der Auswahl einzelner Wertpapiere.
Im Mittelpunkt steht nicht die Frage, wie viel Aktien oder Anleihen im Portfolio stecken. Entscheidend ist, welche Strategien und Einzelinvestments über den Zyklus hinweg das beste Verhältnis von Chance und Risiko bieten. Value versteht das Team dabei weit gefasst: Gesucht werden Anlagen, deren Preis den fundamentalen oder langfristigen Wert aus Sicht der Manager nicht richtig abbildet. Bewertung, Marktzyklus und makroökonomisches Umfeld werden gemeinsam betrachtet.
Das Gerüst bilden fünf selbst entwickelte Strategien. Income (20 bis 40 Prozent) setzt auf laufende Erträge aus Cashflow-starken Anlagen. Compounders (30 bis 50 Prozent) sind hochwertige Unternehmen mit nachhaltigen Geschäftsmodellen und langfristigem Wertsteigerungspotenzial. Über Macro (10 bis 60 Prozent) setzt das Team Top-down-Einschätzungen zu Märkten, Zinsen, Währungen, Ländern, Rohstoffen und Branchen um. Special Situations (10 bis 15 Prozent) sucht nach Einzelchancen mit klar erkennbaren Katalysatoren, und die Systematic-Strategie (10 bis 20 Prozent) soll zusätzliche, möglichst unkorrelierte Renditequellen erschließen.
Eine starre Asset-Allokation gibt es nicht. Das Team entscheidet je nach Idee, mit welchem Instrument sich eine Einschätzung am effizientesten umsetzen lässt. Zur Auswahl stehen Aktien, Anleihen, Währungen, Derivate, Rohstoffe und reale Vermögenswerte. Zudem kann Ratto mit Absicherungen, Short-Positionen, Liquidität, Konvexität und bei Bedarf auch mit Hebel arbeiten. Das Ziel: an steigenden Märkten teilhaben und Verluste in starken Abschwüngen begrenzen.
Zuletzt war der Fonds mit rund 60 Prozent überwiegend in festverzinslichen Anlagen investiert. Auf Aktien entfielen etwa 31 Prozent, auf Liquidität sechs Prozent und auf Real Assets rund zwei Prozent, nämlich physisches Gold und Uran. Gold dient dabei als Schutz gegen strukturelle Inflation, Währungsabwertung und geopolitische Unsicherheit. Im August wurde die Position ebenso aufgestockt wie das Engagement in US-inflationsgeschützten Anleihen. Ende August war physisches Gold sogar die größte Delta-adjustierte Einzelposition im Portfolio.
Auch die Währungen steuert das Team aktiv. Rund 62 Prozent des Währungsexposures entfielen zuletzt auf den Euro, 30 Prozent auf den US-Dollar. Hinzu kommen unter anderem Pfund Sterling und der südkoreanische Won. Derivate nutzt der Fonds, um Aktien-, Kredit-, Duration-, Volatilitäts- oder Währungsrisiken zu justieren und Positionen abzusichern.
Das Risikomanagement ist engmaschig. Neben Volatilität und Drawdown beobachtet das Team Sharpe- und Sortino-Ratio, Liquidität, Konzentration, Duration, Kreditqualität und Stresstests. Dazu kommen feste Leitplanken: Das Volatilitätsbudget liegt bei 75 Prozent der Aktienmarktvolatilität, das Nominalengagement darf maximal 350 Prozent betragen, das Absolute-VaR-Limit liegt bei 13 Prozent, und die Portfolioduration bewegt sich zwischen zwei und sieben Jahren. Einzelne Positionen dürfen ex ante höchstens sieben Prozent (neu) beziehungsweise zehn Prozent (bestehend) zur Portfoliovolatilität beitragen. Fällt ein Titel um 0,5 Prozent im Drawdown, folgt eine verstärkte Risikoprüfung, der Drawdown-Beitrag eines einzelnen Wertpapiers ist auf drei Prozent gedeckelt. Bei einem negativen Jahresbeitrag von minus 50 Basispunkten schlägt ebenfalls ein Alarm an. Weniger liquide oder illiquide Kreditinstrumente dürfen zudem höchstens zehn Prozent des Portfolios ausmachen.
Die Bilanz seit Auflage kann sich sehen lassen. Im laufenden Jahr liegt der Fonds mit 5,8 Prozent im Plus, auf Sicht von fünf Jahren sind es 40,1 Prozent oder sieben Prozent pro Jahr. Noch besser sieht es über drei Jahre aus: 33,8 Prozent, annualisiert 10,2 Prozent. Die Volatilität der Euro-Varianten beträgt gut sieben Prozent.
Zu den wichtigsten Gewinnbringern der vergangenen zwölf Monate zählten physisches Gold, Nebius Group, Samsung Electronics, Taiwan Semiconductor Manufacturing, Saipem, Piraeus Bank, Ivanhoe Electric, SK Hynix, Advantest und Interactive Brokers. Im August trugen außerdem Goldminen, die Trendfolge-Strategie sowie einzelne Energie-, Finanz- und Industrietitel bei. Die Treiber wechseln dabei über die Jahre: 2025 waren es vor allem Gold, die deutliche Untergewichtung des US-Dollars sowie europäische und ausgewählte Schwellenländeraktien. 2024 kamen die Beiträge überwiegend aus den Strategien Compounders, Special Situations, Alternatives und Income.
Plenisfer rechnet damit, dass sich das Kapitalmarktumfeld der kommenden Jahre deutlich von der Phase zwischen 1981 und 2021 unterscheidet. Das Team erwartet strukturell höhere Inflationsraten, länger anhaltend höhere Zinsen, eine stärkere Rolle der Fiskalpolitik und eine multipolarere, geopolitisch zersplitterte Weltwirtschaft. Für die nächsten drei bis fünf Jahre geht es zudem von schwächerem Wachstum in den westlichen Volkswirtschaften aus.
Chancen sehen die Manager in einem langfristigen Investitionszyklus bei Infrastruktur, Energie und Digitalisierung. Künstliche Intelligenz spielt dabei eine zentrale Rolle, doch der Blick geht über die großen Tech-Konzerne hinaus: Er umfasst die gesamte Wertschöpfungskette bis hin zu Infrastruktur und Energie, die für den KI-Ausbau gebraucht werden. Als größte Risiken nennt das Team um Ratto geopolitische Eskalationen, politische und soziale Spannungen, zollbedingte Inflations- und Wachstumsrisiken, die hohe öffentliche und private Verschuldung sowie die Frage, ob sich die enormen KI-Investitionen überhaupt auszahlen.
Der Plenisfer Destination Value Total Return ist ein konsequent flexibler Multi-Strategie-Fonds, der sich von der klassischen Aktien-Anleihen-Aufteilung löst. Das macht ihn gerade für schwierige Marktphasen in einem Umfeld aus höheren Zinsen und geopolitischer Fragmentierung interessant, da er deutlich mehr Möglichkeiten hat, um das Kapital der Anleger zu schützen. Bislang geht das Konzept auf. Ein Fonds für alle Fälle.

| Fondsname | Plenisfer Destination Value Total Return |
| Assetklasse: | Multi Asset |
| Fondsvolumen | 1,8 Mrd. Euro |
| TER: | 1,60% |
| Perf. Fee | 15% pro Jahr über SOFR-Index |
| WKN: | A2P6L1 |
| ISIN: | LU2185978587 |
| Auflagedatum: | 10.01.2021 |
| Perf. laufendes Jahr | 5,8 % |
| 1 Jahr | 5,4 % |
| 3 Jahre | 33,8 % |
| 5 Jahre | 40,1 % |
| Vola 3 Jahre | 7,1 % |
Diesen Beitrag teilen: