Seit fast zwei Jahrzehnten zählt der Pictet-Clean Energy Transition zu den stabilsten Strategien der Energiewende. Weil der Fonds die gesamte Infrastruktur von Stromnetzen bis Halbleiter abdeckt, übersteht er anspruchsvolle Marktphasen robuster als viele Wettbewerber.
11.06.2026 | 14:30 Uhr von «Peter Gewalt»
Pictet-Clean Energy Transition ist ein Langstreckenläufer. Als die Energiewende noch als Nische galt, startete der Fonds 2007 – heute zählt er zu den etablierten Themenstrategien von Pictet Asset Management aus der Schweiz und verwaltet ein Milliardenvermögen. Über zwölf Monate bis Ende Januar 2026 legte der Fonds um rund 15 Prozent zu, und über zehn Jahre stehen knapp zwölf Prozent Plus per annum zu Buche. Diese Zahlen zeigen deutlich, dass sich die thematische Breite des Portfolios in unterschiedlichen Marktphasen auszahlt. Walter Liebe von Pictet betont immer wieder, dass politische Unterstützung ein zentraler Treiber bleibt: „In allen großen Wirtschaftsräumen gibt es ein mehr oder weniger klares Commitment zur Dekarbonisierung der Wirtschaft.“
Das Erfolgsrezept ist einfach, aber nicht simpel: Der Pictet-Clean Energy Transition Fonds beschränkt „Clean Energy“ nicht auf reine Energieerzeuger, sondern investiert entlang der gesamten Wertschöpfungskette – in erneuerbare Kapazitäten, Netzmodernisierung, Speicher, Gebäudeeffizienz, Kühlung und die Schlüsseltechnologien, die alles möglich machen: Halbleiter, Ausrüstung und Software für energieeffiziente Rechenzentren. So entsteht ein Portfolio, das nicht an die Entwicklung eines einzigen Marktsegments gekettet ist. Wenn Wind und Solar unter Preisdruck stehen, stützen Netze, Gebäudetechnik oder Halbleiter die Bilanz – und umgekehrt. Liebe bringt die Philosophie des Teams so auf den Punkt: „Energie, die gespart wird, muss man nicht erst erzeugen.“
Aktuell liefert die Weltlage ein weiteres Argument für diesen Ansatz. Der Iran-Konflikt hat Ölpreise sprunghaft nach oben getrieben; Phasen mit Brent-Notierungen über 100 US Dollar zeigen die Verwundbarkeit fossiler Lieferketten und die Anfälligkeit der Weltwirtschaft für geopolitische Schocks. Wer breiter in die Energiewende investiert, verteilt sein Risiko nicht nur über Sektoren, sondern stärkt auch die Versorgungssicherheit – genau an der Schnittstelle, an der Netze, Effizienz und erneuerbare Kapazitäten zusammenkommen.
Ein Blick ins Portfolio zeigt, wie Pictet-Clean Energy Transition Fonds dies umsetzt. Unter den größten Positionen stehen neben Xcel und Nextpower auch Applied Materials, ASML und Broadcom – Firmen, die entweder saubere Stromproduktion skalieren oder den Energiehunger der Digitalisierung smarter steuern. Dass die Strategie kaum auf die großen Technologiegiganten wie Apple oder Microsoft setzt, ist Programm: Sie zielt auf Unternehmen, deren Umsätze direkt an Knotenpunkten der Energiewende hängen – vom Versorger über Gebäudetechnik bis zur Halbleiterausrüstung. Thematisch sind im Portfolio am stärksten diejenigen Unternehmen gewichtet, die in Schlüsseltechnologien der Energiewende führend sind. Regional dominieren Werte aus den USA und Europa.
Auffällig ist, worauf das Managementteam bewusst verzichtet: Wasserstoffaktien, die in den Jahren 2020 und 2021 erst einen Hype und dann einen Absturz erlebten, spielten im Pictet-Clean Energy Transition keine Rolle. „Wir haben während des Hypes um Wasserstoffaktien keine Titel in unserem Fonds gehabt, denn die Kursbewegungen waren fast ausschließlich spekulativer Natur“, sagt Liebe. Stattdessen konzentriert sich die Strategie auf nachweisbare Cashflows, Preissetzungsmacht und technologische Qualität – ein Grund, warum die Langfristbilanz stabil wirkt und der Fonds als „solides Produkt ohne Übertreibungen“ wahrgenommen wird.
Grafik: Aufteilung nach Sektoren

Und wie läuft der Auswahlprozess der Einzeltitel? Zuerst wird geprüft, wie stark Wertschöpfung, Investitionen und künftige Erträge tatsächlich an die Energiewende gekoppelt sind. Es folgt die Fundamentalanalyse: Marktstellung, Margen, Cashflow-Profil, Kapitalrenditen und Bewertung. Ein anschauliches Beispiel ist Trane Technologies. Das Unternehmen steht für energieeffiziente Heizungs-, Lüftungs-, und Klimatechniklösungen in Gebäuden und Rechenzentren und kombiniert eine starke Marktdurchdringung mit stabilen Erträgen über den Zyklus – damit erfüllt es alle drei Kriterien des Pictet-Managementteams: klare thematische Relevanz, robuste Wirtschaftlichkeit und überzeugende Umsetzung.
Wichtig für Investoren: Die strukturellen Treiber sind intakt – und sie verstärken sich. Elektrifizierung, Reindustrialisierung und der Aufbau von KI-Infrastruktur lassen die Stromnachfrage nach Jahren der Stagnation wieder wachsen. Die KI wird den Strombedarf massiv erhöhen, während erneuerbare Energien und moderne Netze den günstigsten und schnellsten Zubau bieten. „Die Energiewende ist eine Aufgabe für die kommenden Jahrzehnte. Es entstehen völlig neue Märkte und Produkte“, fasst Liebe zusammen.
Dass Anleger diese Story wieder honorieren, zeigen die Mittelströme. Nach der starken ESG-Skepsis, gerade in Deutschland, meldete Pictet in den vergangenen Monaten rund eine halbe Milliarde US-Dollar an Nettomittelzuflüssen in die Strategie vor allem aus Europa.
Hinter dem Pictet-Clean Energy Transition Fonds steht zudem eine Gesellschaft, die das thematische Investieren seit Jahrzehnten erfolgreich betreibt. Pictet gilt seit 1995 als Pionier auf diesem Gebiet, stützt sich auf 70 Spezialisten und 13 Beiräte – und verbindet Forschung, Unternehmensdialog und Portfoliokonstruktion auf einer Plattform. Dem Fondsmanagementteam um Xavier Chollet und Manuel Losa steht ein Fondsbeirat mit ausgewählten Experten zur Seite, die wichtige Impulse aus Wissenschaft und Industrie liefern.
So bleibt gesichert, dass der Pictet-Clean Energy Transition „auch in Zukunft weiter robuste Erträge in einem volatilen Umfeld bietet“, so Liebe. Ideal für diejenigen Investoren, die einen Langstreckenläufer- und keinen Sprinterfonds suchen, dem nach einem kurzen Spurt zu schnell die Energie ausgeht.
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