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Augsburger Aktienbank steht vor dem Verkauf

Der Landwirtschaftliche Versicherungsverein will seine Tochter, die auf Intermediäre spezialisierte Augsburger Aktienbank, verkaufen. Medienberichten zufolge gestaltet sich die Suche nach einem Käufer bislang schwierig.

10.03.2020 | 15:02 Uhr von «Julia Groth»

Die Augsburger Aktienbank (AAB) soll den Besitzer wechseln. Laut einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ) verhandelt der Landwirtschaftliche Versicherungsverein Münster (LVM) bereits seit Monaten mit mindestens zwei Interessenten über den Verkauf seiner Tochtergesellschaft. Der LVM tut sich offenbar schwer damit, Interessenten für die mittelständische Bank zu finden, die seinen Preisvorstellungen folgen wollen und zu denen die AAB vom Profil her passt. Der Käufer soll idealerweise in derselben Nische tätig sein wie die AAB, heißt es der SZ zufolge in Branchenkreisen.

Das Institut wurde im Jahr 1963 unter dem Namen Absatz-Kreditbank gegründet und gilt als älteste Direktbank Deutschlands. Es unterhält keine Filialen, sondern dient vorwiegend als Fondsplattform für Finanzvertriebe und Vermögensverwalter. Die Bank mit einer Bilanzsumme von 3,2 Milliarden Euro verwahrt derzeit nach eigenen Angaben Wertpapiere im Umfang von rund 13 Milliarden Euro. Mit ihrer Tochtergesellschaft AAB Leasing ist sie überdies im Leasinggeschäft aktiv. Eine weitere Tochter, die AAB Asset, bietet Dienstleistungen für Profi-Anleger an. Ein möglicher Käufer soll sich nach Wunsch des LVM offenbar ebenfalls in diesen Bereichen engagieren.

Die AAB hat in ihrer Geschichte schon häufiger den Besitzer gewechselt. Bis zum Jahr 1988 gehörte sie vollständig der Harald Quandt Holding, danach stieg der Schweizer Rückversicherer Swiss Re ein. Dessen Anteile gingen wiederum an die Allianz über, als diese die Swiss-Re-Tochter Vereinte Versicherungen übernahm, berichtet die SZ. Nachdem die Allianz der Quandt-Holding im Jahr 1997 die restlichen AAB-Anteile abgekauft hatte, wurde die Bank vorübergehend umbenannt in Allianz Vermögensbank. Im Jahr 2002 ging sie dann in den Besitz des LVM über. Die AAB fungierte bis Ende 2017 unter anderem als Haftungsdach für dessen Vertreter, berichtet das Portal Fonds professionell. Nach dem Inkrafttreten der Finanzmarktrichtlinie Mifid II wurde das Investmentgeschäft der LVM-Vermittler umgebaut, das Haftungsdach aufgelöst.

Ertragsprobleme als Verkaufsgrund?

Dass der LVM die AAB nun loswerden will, hat offenbar finanzielle Gründe. Die Bank, die unter ihrem Dach nach eigenen Angaben rund 320.000 Kunden und 250 Vermittlerorganisationen vereint, hat Ertragsprobleme. Im Jahr 2018 machte sie 3,6 Millionen Euro Verlust, im Jahr davor 2,9 Millionen Euro. Zahlen für das Jahr 2019 liegen noch nicht vor. Darüber hinaus binde die AAB viel Kapital, schreibt die SZ. Auch die regulatorischen Anforderungen nehmen stetig zu. Weil die LVM-Vermittler bei ihrem Investmentgeschäft nicht mehr auf die Bank angewiesen sind, lohnt es sich offenbar für den Konzern nicht mehr, die AAB weiter zu unterhalten.

Erst im vergangenen Jahr hat die AAB ihr Angebotsspektrum weiter ausgebaut und um Vermögensverwaltungslösungen für andere Banken erweitert. Sie kümmert sich in diesem Rahmen komplett um die Vermögensverwaltungsstrategien und die Mifid-II-Verpflichtungen – „unter anderem ein hochwertiges Mifid-II-Reporting im Look & Feel der beauftragenden Bank, Sparkasse oder Genossenschaftsbank“, wirbt das Institut auf seiner Homepage. Zu den aktuellen Verkaufsverhandlungen hat sich die AAB bislang nicht geäußert.

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