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Frühstart-Rente: Warum Eltern mehr sparen – aber kaum an die Altersvorsorge ihrer Kinder denken

Kerstin Knoefel, Leiterin Privatkunden bei Union Investment
Altersvorsorge

Die Frühstart-Rente könnte Familien stärker für die Altersvorsorge ihrer Kinder sensibilisieren. Denn obwohl die meisten Eltern regelmäßig Geld zurücklegen, steht die Rente bislang kaum auf der Sparliste. Das zeigt eine aktuelle Umfrage von Union Investment.

22.07.2026 | 13:20 Uhr

Frühstart-Rente: Eltern sparen fleißig – Altersvorsorge der Kinder bleibt Nebensache 

Die Frühstart-Rente könnte das Sparverhalten deutscher Familien nachhaltig verändern. Zwar legen die meisten Eltern bereits regelmäßig Geld für ihren Nachwuchs zurück, doch die Altersvorsorge spielt dabei bislang kaum eine Rolle. Gleichzeitig zeigt eine aktuelle Studie von Union Investment, dass viele Eltern ihr eigenes Finanzwissen kritisch einschätzen und sich beim Thema Geldanlage mehr Orientierung wünschen.

Ausbildung und Führerschein stehen an erster Stelle 

Rund 70 Prozent der Eltern sparen regelmäßig für ihre Kinder, weitere 15 Prozent zumindest gelegentlich. Am häufigsten legen sie zwischen 500 und 750 Euro pro Jahr zurück, während fast jeder fünfte Haushalt sogar mehr als 1.500 Euro jährlich spart. Die Sparziele sind dabei klar definiert: Für 45 Prozent der Befragten steht der Führerschein ganz oben auf der Liste, dicht gefolgt von Ausbildung oder Studium mit 43 Prozent. Ein eigenes Auto nennen 24 Prozent als Sparziel. Lediglich 13 Prozent der Eltern legen gezielt Geld für die Altersvorsorge ihrer Kinder zurück. Genau hier setzt die von der Bundesregierung geplante Frühstart-Rente an. Sie soll Kindern bereits früh den Einstieg in den langfristigen Vermögensaufbau ermöglichen. Allerdings kennen bislang nur 30 Prozent der befragten Eltern das Vorhaben überhaupt. Knapp sieben von zehn Befragten haben davon noch nichts gehört. 

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Finanzwissen bleibt eine Baustelle

Die Umfrage offenbart zudem Nachholbedarf beim Finanzwissen. Nur 29 Prozent der Eltern bewerten ihre Kenntnisse in Geld- und Finanzfragen als gut oder sehr gut. Fast ebenso viele halten sie lediglich für ausreichend oder sogar schlechter. Besonders deutlich fällt der Unterschied zwischen den Geschlechtern aus: Während sich 39 Prozent der Väter gute Finanzkenntnisse bescheinigen, sind es bei den Müttern lediglich 17 Prozent. Gleichzeitig sind sich die Eltern einig, worauf es beim Vermögensaufbau ankommt. Disziplin, ausreichende finanzielle Mittel und Finanzwissen gelten für jeweils mehr als neun von zehn Befragten als wichtigste Voraussetzungen für erfolgreiches Sparen. Die Verantwortung für die Vermittlung von Finanzwissen sehen die meisten vor allem in der Familie, aber auch in der Schule.

Über Geld wird gesprochen – über Geldanlage deutlich seltener

Das Thema Geld ist in vielen Familien längst kein Tabu mehr. 89 Prozent der Eltern sprechen mit ihren Kindern über Finanzen. Meist geschieht dies beim Einkaufen, beim Taschengeld oder bei größeren Anschaffungen. Über Geldanlage und Wertpapiere wird dagegen deutlich seltener gesprochen. Nur 43 Prozent nutzen solche Gelegenheiten, um ihren Kindern das Investieren näherzubringen. Nach Ansicht von Union Investment könnte gerade die Frühstart-Rente dazu beitragen, dass sich Familien intensiver mit Kapitalmarkt- und Vorsorgethemen beschäftigen.

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Investmentfonds sind die beliebteste Sparform

Interessant ist auch die Wahl der Anlageformen. Investmentfonds sind inzwischen die beliebteste Sparlösung für Kinder: 55 Prozent der Eltern nutzen sie für den langfristigen Vermögensaufbau. Dahinter folgen das klassische Sparbuch mit 39 Prozent sowie Tagesgeldkonten mit 22 Prozent. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Fonds und Wertpapiere in deutschen Familien zunehmend akzeptiert sind. Sollte die Frühstart-Rente wie geplant umgesetzt werden, könnte sie diesen Trend weiter verstärken und gleichzeitig die finanzielle Bildung in den Familien fördern.

Die Studie zeigt zwei Entwicklungen: Einerseits ist die Sparbereitschaft deutscher Eltern hoch, andererseits wird langfristige Altersvorsorge für Kinder bislang kaum berücksichtigt. Genau hier könnte die Frühstart-Rente eine Lücke schließen. Ob sie tatsächlich zum Impulsgeber für mehr Aktien- und Fondssparen wird, dürfte jedoch entscheidend davon abhängen, wie verständlich das Modell ausgestaltet wird und ob es gelingt, das Finanzwissen der Eltern nachhaltig zu verbessern. (jk)

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