Die Reform der geförderten Altersvorsorge nimmt Fahrt auf. Die Allianz hat bereits rund 1,5 Millionen Riester-Kunden angeschrieben und einen digitalen Förderrechner gestartet, den mehr als 20.000 Menschen genutzt haben. Eine Umfrage zeigt: Drei von vier Riester-Sparern wünschen sich jetzt eine persönliche Beratung.
23.07.2026 | 07:00 Uhr
Mit der Reform der geförderten privaten Altersvorsorge beginnt für Millionen Riester-Sparer eine neue Phase. Die Allianz Lebensversicherung hat nach dem Gesetzesbeschluss vom 8. Mai 2026 eine umfassende Informations- und Beratungsoffensive gestartet. Ziel ist es, Bestandskunden frühzeitig auf die ab 2027 geltenden Regelungen vorzubereiten und ihnen Orientierung bei der Entscheidung zwischen Riester-Vertrag und den neuen Vorsorgeprodukten zu geben. Nach Angaben des Versicherers wurden bereits rund 1,5 Millionen Kunden mit einer Allianz RiesterRente schriftlich über die Reform informiert.
Herzstück der digitalen Informationskampagne ist ein sogenannter Förderindikationsrechner. Mit wenigen Angaben zu Familienstand, Kindern und Einkommen können Kunden sowie Vermittler ermitteln, ob das bisherige Riester-Modell oder das neue Fördersystem voraussichtlich attraktiver ist. Nach Angaben der Allianz wurde das Online-Tool bereits von mehr als 20.000 Kunden und Vermittlern genutzt. Ergänzend stellt der Versicherer auf einer eigenen Informationsplattform Erläuterungen zur Reform sowie erste Informationen zu den künftigen Vorsorgeangeboten bereit.
Dass die Allianz den persönlichen Dialog in den Mittelpunkt stellt, dürfte auch mit den Ergebnissen einer aktuellen repräsentativen Umfrage zusammenhängen. Demnach möchten 75 Prozent der Riester-Kunden von ihrem Versicherer oder Vermittler darüber beraten werden, welche Auswirkungen die Reform auf ihre Altersvorsorge hat. Ebenso viele erwarten, dass ihr Anbieter aktiv auf sie zugeht. Sollte ein Wechsel in die neue Förderwelt infrage kommen, bevorzugen 58 Prozent der Befragten eine persönliche Beratung – entweder im direkten Gespräch oder per Videokonferenz. Für Volker Priebe, Vorstand Privatkunden und Produkte bei Allianz Leben, bestätigt dies die Bedeutung der persönlichen Beratung: Digitale Informationsangebote könnten Orientierung geben, die individuelle Entscheidung über die passende Vorsorgelösung müsse jedoch gemeinsam mit qualifizierten Vermittlern getroffen werden.
Mit Inkrafttreten der Reform zum Jahresbeginn 2027 will die Allianz ein vollständiges Produktangebot bereitstellen. Geplant sind Lösungen für alle drei künftig förderfähigen Produktwelten: den Altersvorsorgevertrag, das Altersvorsorgedepot sowie das Standarddepot. Sowohl beim Altersvorsorgevertrag als auch beim Altersvorsorgedepot setzt der Versicherer auf sein bereits etabliertes Vorsorgekonzept InvestFlex. Für den klassischen Altersvorsorgevertrag kündigt die Allianz eine Beitragsgarantie von 80 Prozent an.
Gleichzeitig bemüht sich der Versicherer, unnötige Unsicherheit zu vermeiden. Für bestehende Riester-Verträge gilt weiterhin Bestandsschutz. Sie werden auch künftig nach den bisherigen Regeln staatlich gefördert. Ein Wechsel in die neue Produktwelt ist frühestens ab dem 1. Januar 2027 möglich und nicht an Fristen gebunden. Die Allianz rät daher ausdrücklich davon ab, vorschnell zu handeln. Insbesondere eine Kündigung eines Riester-Vertrags könne erhebliche finanzielle Nachteile mit sich bringen, da staatliche Zulagen und steuerliche Vergünstigungen vollständig zurückgezahlt werden müssten. Auch eine Beitragsfreistellung könne den Förderanspruch mindern. (jk)
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