Die Deka hat im ersten Halbjahr 2026 deutlich mehr Gelder von Privatkunden und institutionellen Anlegern eingesammelt. Der Fondsabsatz stieg auf 14,4 Milliarden Euro, während die Zahl der Wertpapiersparpläne erstmals die Marke von neun Millionen überschritt. Auch beim Ergebnis legt der Sparkassen-Finanzdienstleister zu.
26.08.2026 | 10:00 Uhr
Die Deka hat im ersten Halbjahr 2026 deutlich vom anhaltenden Interesse der Anleger an Wertpapieren und der positiven Entwicklung an den Kapitalmärkten profitiert. Die Gesamtvertriebsleistung stieg auf 23,3 Milliarden Euro nach 20,4 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Besonders dynamisch entwickelte sich der Fondsabsatz, der um knapp ein Drittel auf 14,4 Milliarden Euro zulegte. Auch beim Ergebnis konnte die Deka-Gruppe zulegen. Das wirtschaftliche Ergebnis stieg per Ende Juni auf 546,3 Millionen Euro nach 520,1 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2025. Vor diesem Hintergrund hebt das Unternehmen seine Prognose für das Gesamtjahr 2026 auf rund 800 Millionen Euro an.
Die wichtigste Wachstumsquelle im Vertrieb war im ersten Halbjahr das Fondsgeschäft. Der Fondsabsatz erhöhte sich von 11,3 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum auf 14,4 Milliarden Euro. Vorstandschef Dr. Georg Stocker sieht darin auch ein Zeichen für die wachsende Bedeutung des Kapitalmarkts beim privaten Vermögensaufbau. „Immer mehr Menschen erkennen die Bedeutung des Kapitalmarkts für ihren Vermögensaufbau“, sagte Stocker. Dies sei insbesondere mit Blick auf die private Altersvorsorge eine erfreuliche Entwicklung. Seit 2020 ist die Zahl der Deka-Depots nach Unternehmensangaben um 30 Prozent auf 6,2 Millionen gestiegen. Die Zahl der Sparpläne legte im selben Zeitraum um 78 Prozent auf inzwischen mehr als neun Millionen zu. Das Volumen der von der Deka verwalteten Fonds und Zertifikate erhöhte sich seit 2020 um 55 Prozent auf 485 Milliarden Euro.
Das Wachstum im Wertpapiergeschäft setzte sich auch 2026 fort. Im ersten Halbjahr schlossen Anleger rund 298.000 neue Wertpapiersparpläne ab. Zum Ende des zweiten Quartals verwaltete die Deka damit insgesamt rund 9,1 Millionen Sparpläne. Auch die Zahl der Kundendepots legte weiter zu. Gegenüber Ende 2025 erhöhte sie sich um rund 200.000 auf 6,2 Millionen. Die Zahlen zeigen, dass Wertpapiersparen bei Privatkunden der Sparkassen weiter an Bedeutung gewinnt. Gerade regelmäßige Sparpläne auf Fonds und andere Wertpapiere entwickeln sich zunehmend zu einem zentralen Instrument für langfristigen Vermögensaufbau und private Altersvorsorge.
Den größten Anteil an der positiven Vertriebsentwicklung hatte erneut das Privatkundengeschäft. Die Vertriebsleistung stieg hier auf 19,5 Milliarden Euro nach 18,7 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Auf klassische Retailkunden entfielen dabei 13,9 Milliarden Euro und damit rund zwei Drittel des Absatzes im Privatkundengeschäft. Auch das Segment Private Banking & Wealth Management entwickelte sich positiv. Der Absatz von Fonds und Zertifikaten erhöhte sich auf 5,6 Milliarden Euro nach 5,1 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Der Fondsabsatz im Privatkundengeschäft stieg von 10,1 Milliarden auf rund 11 Milliarden Euro. Besonders gefragt waren: Vermögensverwaltungslösungen mit 4,1 Milliarden Euro, Aktienfonds mit 3,2 Milliarden Euro, Mischfonds mit 0,9 Milliarden Euro. Auch bei direkt gemanagten offenen Immobilien-Publikumsfonds verzeichnete die Deka einen leicht positiven Nettoabsatz von 27 Millionen Euro. Dies ist angesichts des weiterhin schwierigen Marktumfelds für offene Immobilienfonds bemerkenswert.
Noch dynamischer entwickelte sich das institutionelle Geschäft. Die Vertriebsleistung von Fonds und Zertifikaten stieg auf 3,9 Milliarden Euro und lag damit mehr als doppelt so hoch wie im ersten Halbjahr 2025 mit 1,7 Milliarden Euro. Besonders stark fiel der Anstieg beim Fondsabsatz aus. Dieser erhöhte sich von 1,2 Milliarden Euro auf 3,5 Milliarden Euro und hat sich damit nahezu verdreifacht. Bei Zertifikaten blieb die Bruttovertriebsleistung mit 8,9 Milliarden Euro dagegen annähernd auf dem Niveau des Vorjahres von 9,1 Milliarden Euro. Der Großteil der Nachfrage entfiel mit 8,5 Milliarden Euro erneut auf Privatkunden. Besonders gefragt waren Festzinsanleihen und Express-Zertifikate.
Neben den hohen Mittelzuflüssen profitierte die Deka im ersten Halbjahr auch von der positiven Entwicklung an den Kapitalmärkten. Das Gesamtvolumen der Fonds und Zertifikate stieg auf 485 Milliarden Euro. Zum Jahresende 2025 hatte es noch bei 452 Milliarden Euro gelegen. Die Entwicklung unterstreicht die Bedeutung der Kapitalmärkte für das Geschäftsmodell der Deka. Höhere verwaltete Vermögen und steigende Vertriebsvolumina wirkten sich auch positiv auf die Ertragsentwicklung aus. Die Gesamterträge der Deka-Gruppe erhöhten sich auf 1,32 Milliarden Euro nach 1,23 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Das Provisionsergebnis als wichtigste Ertragsquelle stieg auf 922 Millionen Euro nach 862,4 Millionen Euro. Das Zinsergebnis ging dagegen aufgrund der gesunkenen Kapitalmarktzinsen erwartungsgemäß auf 193,6 Millionen Euro zurück. Im Vorjahreszeitraum hatte es noch 221,2 Millionen Euro betragen.
Unter dem Strich entwickelte sich das erste Halbjahr für die Deka positiv. Das wirtschaftliche Ergebnis stieg um rund fünf Prozent auf 546,3 Millionen Euro. Unterstützt wurde die Entwicklung auch durch die Risikovorsorge. Während im Vorjahreszeitraum noch eine Zuführung von 18,4 Millionen Euro notwendig gewesen war, konnte die Deka im ersten Halbjahr 2026 netto 21,3 Millionen Euro an Risikovorsorge auflösen. Dies war vor allem auf Wertberichtigungen im Bereich der Immobilienfinanzierung zurückzuführen, die im Zuge des Verkaufs von Engagements aufgelöst werden konnten. Die Aufwendungen stiegen allerdings ebenfalls deutlich auf 776,6 Millionen Euro nach 710,5 Millionen Euro. Als Gründe nennt die Deka Investitionen in das Geschäftsmodell und die Digitalisierung sowie zusätzlichen Personalaufbau. Das Aufwands-Ertrags-Verhältnis erhöhte sich entsprechend von 56,9 auf 59,7 Prozent. Die bilanzielle Eigenkapitalrentabilität vor Steuern verbesserte sich dennoch auf 16,1 Prozent nach 15,6 Prozent im Vorjahreszeitraum.
Die Finanz- und Vermögenslage der Deka bezeichnet das Unternehmen weiterhin als solide. Die harte Kernkapitalquote lag zum 30. Juni 2026 nach den Vorgaben von CRR III bei 19,4 Prozent. Ende 2025 hatte sie noch 21,2 Prozent betragen. Trotz des Rückgangs liegt die Quote nach Angaben der Deka weiterhin deutlich über den aufsichtsrechtlichen Anforderungen. (jk)
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