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Altersvorsorgedepot: Scalable kündigt Kampfpreise an

Erik Podzuweit, Gründer und Geschäftsführer, will mit Kampfpreisen Kunden für das Altersvorsorgedepot gewinnen.
Altersvorsorge

Scalable will beim neuen Altersvorsorgedepot mit extrem niedrigen Kosten punkten. Konto, Depot, Sparpläne sowie Käufe und Verkäufe sollen kostenlos sein. Damit setzt der Neobroker etablierte Anbieter unter Druck.

21.08.2026 | 16:10 Uhr von «Jörn Kränicke»

Das geplante Altersvorsorgedepot nimmt auf dem deutschen Markt zunehmend Konturen an – und der Wettbewerb um die künftigen Sparer könnte früher und härter beginnen als erwartet. Der Neobroker Scalable hat nun erstmals konkrete Preisvorstellungen genannt und kündigt für das Standarddepot eine ausgesprochen aggressive Kostenstrategie an. Damit steigt der Druck auf etablierte Anbieter wie Deka, DWS, Union Investment & Co. ihre Gebühren ebenfalls attraktiv zu gestalten.

Scalable: Standarddepot soll gebührenfrei werden 

Im Gespräch mit der „Bild-Zeitung“ erklärte Scalable-Chef Erik Podzuweit, das Unternehmen wolle das Standarddepot ohne eigene Gebühren anbieten. Für Konto und Depot sowie für Sparpläne, Käufe und Verkäufe sollen demnach keine Kosten anfallen. Sparer würden nach diesen Plänen lediglich die Kosten der eingesetzten Fonds und ETFs tragen. Die laufenden ETF-Kosten sollen dabei maximal 0,15 Prozent pro Jahr betragen. Im ersten Jahr will Scalable diese Kosten nach Angaben von Podzuweit sogar vollständig übernehmen. Damit würde Scalable deutlich unter dem gesetzlich vorgesehenen Kostendeckel für das Standarddepot bleiben. Dieser liegt bei maximal einem Prozent pro Jahr. Sollte der Anbieter seine Ankündigung wie beschrieben umsetzen, könnte das Altersvorsorgedepot zu einem wichtigen neuen Wettbewerbsfeld für Neobroker und etablierte Finanzhäuser werden. 

Große Anbieter dürften unter der Ein-Prozent-Grenze bleiben

Auch bei den großen Anbietern zeichnet sich offenbar eine offensive Preisgestaltung ab. Nach Informationen aus der Branche wollen Anbieter wie Deka und Union Investment beim Standarddepot ebenfalls unterhalb der gesetzlichen Obergrenze von einem Prozent bleiben. Wie weit die tatsächlichen Kosten unter dem Deckel liegen werden, ist allerdings noch offen. Bislang halten sich die großen Marktteilnehmer mit konkreten Gebührenmodellen zurück. Das dürfte auch taktische Gründe haben: Wer seine Preise zu früh veröffentlicht, verschafft der Konkurrenz die Möglichkeit, das eigene Angebot gezielt zu unterbieten. Noch ist daher unklar, ob Kosten für Depotführung, Betreuung oder zusätzliche Dienstleistungen künftig anfallen könnten. Gerade bei unterschiedlichen Vertriebswegen und Beratungsmodellen dürften sich die Angebote deutlich voneinander unterscheiden. 

Garantieprodukte könnten deutlich teurer werden 

Ein wichtiger Kostenfaktor könnten Garantieprodukte werden. Brancheninsider gehen davon aus, dass ein großer Teil der Sparer auf Anlageformen mit Garantien setzen könnte – möglicherweise bis zu 70 Prozent. Solche Produkte sind in der Regel komplexer und aufwendiger zu strukturieren als ein reines Wertpapierdepot und könnten deshalb mit höheren Kosten verbunden sein. Damit dürfte für Verbraucher nicht allein der Preis des Altersvorsorgedepots entscheidend sein. Auch die konkrete Ausgestaltung der Anlage, der Anteil von Garantien und die langfristigen laufenden Kosten werden darüber entscheiden, wie viel von der erzielten Rendite tatsächlich bei den Sparern ankommt. 

Kampf um die Altersvorsorge-Sparer beginnt 

Die Ankündigung von Scalable zeigt, dass das neue Altersvorsorgedepot nicht nur zu einem neuen Vorsorgeinstrument, sondern auch zu einem Schauplatz intensiven Wettbewerbs werden könnte. Während Neobroker offenbar versuchen, mit niedrigen oder vollständig entfallenden Depot- und Transaktionskosten Marktanteile zu gewinnen, werden etablierte Anbieter ihre Vorteile bei Beratung, Vertrieb und bestehenden Kundenbeziehungen ausspielen wollen. Für Sparer ist das zunächst eine gute Nachricht. Der Wettbewerb dürfte die Kosten unter Druck setzen. Entscheidend wird jedoch sein, nicht nur auf die Gebühren zu schauen. Die Qualität der angebotenen Anlageprodukte, mögliche Garantien, die Flexibilität des Depots und die langfristige Nettorendite dürften mindestens ebenso wichtig sein. 

Fest steht: Mit den ersten konkreten Preisankündigungen hat der Wettbewerb um das Altersvorsorgedepot begonnen. Und Scalable hat mit seiner Kampfpreis-Strategie die Messlatte für die Konkurrenz bereits sehr niedrig gelegt.

Mehr über die Kapitalrente, das Altersvorsorgedepot und weitere Themen zur Altersvorsorge lesen Sie hier https://www.fundresearch.de/altersvorsorge/

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